Adria 2004

Ich habe die Nacht schlecht geschlafen , so daß ich mich entschied , schon um 4.47 die Fahrt anzutreten . Die erste Etappe sollte nach Salzburg führen . Es war noch dunkel , als ich mein Auto startet . Da ich ein wenig nachtblind bin – von meinem Vater geerbt – bin ich mit sehr gedrosseltem Tempo gefahren . Besonders unangenehm ist es , nachts bei Regen zu fahren , wenn die entgegenkommenden Autos mit Fernlicht fahren . Ich sehe dann fast nichts . Trotzdem schaffte ich es , den ersten Zwischenstopp in Siegen zu erreichen . Ich trank einen Kaffee und wartete so lange , bis die Sonne soweit aufgegangen war , das ich was sehen konnte .


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Kurz hinter Gießen nahm ich noch was zu essen zu mir und rauchte . Da ich mir vorgenommen hatte , nicht im Auto zu rauchen , waren mehrere Zwischenstopps eingeplant . Jetzt hielt ich mich an die Richtgeschwindigkeit von 130 Km/h . Diese auch auf Steigungen fahren zu können , war ein sehr angenehmer Unterschied zu den Möhren , die ich vor dem 307 gefahren bin . Selbst überholen berghoch war kein Problem . Ich genoß das Fahren , obwohl es wohl nichts langweiligeres gibt , als Autobahn zu fahren . Im Spessart legte ich den nächsten Stopp ein und rief von da aus meine Eltern an , da die davon ausgingen , daß ich noch tief im Reich der Träume in meinem Bett liege .

In Ingolstadt machte ich Mittag und aß Currywurst mit Kroketten und eine so schlechte Mantaschale hab ich noch nie gegessen und teuer war sie mit 10 € auch noch . Unverschämt teuer , wie ich fand. Ab München bekam ich die ersten Berge zu sehen und die Landschaft empfand ich als sehr schön , was auch daran gelegen haben kann , daß es mit 20 Grad bei herrlichen Sonnenschein sehr angenehm war. Rechts der Bahn die Berge mit den schneebedeckten Gipfeln und links flaches Land mit Hopfenfeldern . Am bayrischen Meer , dem Chiemsee , hab ich dann eine weitere Zigarette zu mir genommen . In Bad Reichenhall kaufte ich die Vignette , um östereichische Autobahn benutzen zu dürfen . Bei denen funktioniert nämlich die Maut .


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Bevor ich los fuhr , hab ich das Internet in Form eines Routenplaners befragt , wo denn die angepeilten Hotels sind . Das ist hilfreich in fremden Städten . Allerdings ist es absolut nicht hilfreich , wenn in dem Routenplaner Straßennamen zur Orientierung angegeben sind – so wie bei diesem – weil man als allerletztes die Namensschilder der Straßen sieht . Trotzdem fand ich nach einigem Verfahren die Straße des Hotels , doch leider war die nur halb befahrbar , die andere Hälfte war Fußgängerzone . Das erwähne ich natürlich deswegen , weil das Hotel natürlich in dem nicht mit dem Auto zu erreichenden Teil lag . Im Internet stand , daß das Hotel einen eigenen Parkplatz hätte – nun – das war gelogen . In einer Weltstadt wie Salzburg einen Parkplatz zu finden , ist sowieso schon schwierig , aber auch noch einen , der nicht zeitlich begrenzt ist , nahezu unmöglich . Nach Rückfrage an der Rezeption entschied ich mich – da schon sehr genervt – in ein nahegelegendes Parkhaus zu fahren , wo ich natürlich für die gesamte Nacht bezahlen musste . Den Streß im Parkhaus hab ich dann selbst erhöht , in dem ich vergessen hatte , in welcher Tasche ich die Parkhauskarte gepackt hatte ....ich war kurz vorm explodieren , als sie dann doch fand . Und dazu kam noch , daß es über Internet nur möglich war , ein Doppelzimmer zu buchen – was ich nicht brauchte – und ich hoffte , an der Rezeption das Zimmer in ein Einzelzimmer tauschen zu können ...das ging natürlich nicht . 100 € für die Übernachtung war damit fällig.

Dafür war aber das Hotelzimmer sehr groß und gemütlich eingerichtet . Nach dem ich mich ein wenig ausgeruht habe , bin ich durch die Altstadt (in der das Hotel lag) zum Bankautomaten jenseits der Salzach gegangen .


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Am Fluß war der ganze Streß vergessen und ich entspannte beim Sitzen auf einer Bank. Dem wollte ich die Krone aufsetzen und im Restaurant direkt am Fluß Fisch essen . Nun hatte ich durchschnittliche Touri-Klamotten an . Jeanshose und T-Shirt . Ich nehme an, daß es daran lag . Der Kellner kam und ich tat meine Bestellung kund. „Wir servieren nicht mehr draußen !“ sagte er und guckte , als ob er mich am liebsten rausgeschmissen hätte . Ich ging dann freiwillig , nachdem ich kurz daran gedacht hatte , im Inneren des Lokals zu speisen . So aß ich einen Hot Dog von einer Bude , die eigentlich mit Gyros Werbung machte , was ich auch ursprünglich essen wollte , aber es war vergriffen. So ein Hot Dog ist als Appetithäppchen ja ganz nett , aber ich hatte richtigen Hunger , so daß ich noch bei einem Italiener einkehrte . Ich aß Nudeln mit Thunfisch , was sehr lecker war , aber auf Grund des Hot Dogs doch zu viel .

Ein Mädchen , das wohl in dem Nachtclub neben dem Italiener arbeitete , wartete mit ihrem Kind darauf , daß ihr jemand öffnete . Optisch war das Girl eine richtige Augenweide und so genoß ich auch das Warten auf mein Essen. Danach ging ich noch mal spazieren und setzte mich an den Fluß . Ich war mal wieder völlig begeistert von dem Lichtspiel der Laternen und anderer Lichtquellen im jetzt schwarzen Flusswasser . Jetzt war ich vollkommen ruhig und bei mir.


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Nächster Tag

Am gestrigen Abend , als ich im Bett lag , hab ich mir doch so einige Gedanken gemacht , ob ich in dem Parkhaus wirklich über Nacht stehen bleiben durfte . Nach einem ganz guten Frühstück war aber klar , daß das kein Problem darstellt , allerdings kostet der Spaß 14.40 € . Die Fahrt führte mich am heutigen Tag aus Salzburg heraus in die Hohen Tauern , in denen noch Winter herschte . Na ja , wenigstens Restschnee war noch vorhanden. Eigentlich bin er eher der Typ , der Urlaub am Meer macht , trotzdem haben die hohen Berge doch eine gewisse Faszination und man kann schon verstehen , daß Berge in vielen Religionen heilige Orte sind . Der Mitteleuropär hat für solche Gedanken im Regelfall keinen Sinn und bohrt sogar große Löcher in die Berge , um von der einen zur anderen Seite zu kommen . Dieser Tunnel , den ich passierte , war der Tauerntunnel und relativ kurz danach durchquerte ich den Katschbergtunnel, an dessen Ende ich ein zweites Frühstück einnahm.


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In Villach war dann aufgrund einer Baustelle die Autobahn gesperrt und ich musste – wie viele andere auch – über Landstraßen meine Reise fortsetzen . Da war Stop and Go angesagt.

Immer mal wieder grinste mich ein Mensch an , den ich nun gar nicht mag , der aber in diesem Teil der Welt sehr populär und beliebt ist . Die Rede ist von Jörg Haider – Landeshauptmann von Kärnten – der mit seinem schönsten Werbelächeln von Wahlplakaten grinste. Vorm Karawankentunnel hab ich in einem etwas abseits gelegenen Rasthaus einen Cappuchino zu mir genommen , wobei die Bedienung sehr nett war . Sie brachte mir den Kaffee , schenkte mir ein Stück Schokolade dazu und freute sich , daß endlich mal jemand vorbeikam . Offensichtlich ist Slowenien noch nicht der Touristenmagnet . Zu unrecht eigentlich .

In Slowenien fuhr ich nach Bled . Dort gibt es einen traumhaft schön gelegenen See mit herrlichen Burgen und anderen alten Gemäuern . In einer Pizzeria direkt am See , wo ich extra in den ersten Stock – eine Art Dachterrasse – gegangen bin , um diesen herrlichen Blick geniesen zu können , hab ich eine Pizza Tonno gegessen , die ausgezeichnet war . Aber auch das war zu viel des guten . Ich hab das Gericht nicht ganz geschafft. . Anschließend – und das ist ein kleiner Wermutstropfen – hat mich der Wirt beim Umrechnen von Euro in Tollars (kein Tippfehler , Tollars mit T) ein wenig betrogen . Oder er hat sich verrechnet . Ich merkte das allerdings erst , als ich schon wieder in meinem Auto saß .


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Die zweite gelbmarkierte Sehenswürdigkeit in meinem Atlas war die Podgrino Jama , eine ziemlich große Tropfsteinhöhle . Ich kam dort gegen 14.45 an. Leider fand die nächste Führung erst um 16.00 statt . Kurz entschlossen hab ich gewartet und einen sehr guten Espresso in einem Restaurant getrunken. Auf meiner Reservierung fürs Hotel statt , man solle bis 18.00 dort sein. Das wird knapp.

Endlich um 16.00 startet die Führung . Mit einer kleinen Bahn fährt man in die Höhle ein – so ähnlich wie in einer Geisterbahn . Und ähnlich erschreckend war das ganze auch , denn der Lokführer nahm nicht die Bohne Rücksicht darauf , wie groß die Mitfahrer und damit wie viel Platz zwischen den Köpfen und den Felsen war . Er gab knochenhart Vollgas . Was mir mit meinen 1.83m etwas riskant schien . Die Höhle an sich war nur unwesentlich größer als unsere heimische Dechenhöhle – na ja , sie war riesig und mörder beeindruckend . Es gab sogar eine deutsche Führung. Beim ersten Aufstieg war mir ein wenig schwindelig , aber das legte sich auch sehr schnell . Einmal war es aber doch unheimlich , nämlich als für kurze Zeit alle Lichter ausging und man so für 10 Sekunden in absoluter Dunkelheit irgendwo ein paar Kilometer innerhalb eines Berges war . Ich war sehr froh , als das Licht zurückkehrte .

Die Weiterfahrt startet so gegen 17.30 und schon bald sah ich ein Schild , auf dem Rijeka stand – das Ziel der heutigen Etappe . Das Schlimme an Straßen auf dem Balkan ist , daß man fahren kann und fahren kann und man auf der Karte trotzdem nicht vom Fleck kommt. Diese Straße war nun mal wieder eine dieser Bergpisten , die eigentlich nach deutschen Maßstaben nicht mal das Wort Landstraße verdient . Zwischendurch hatte ich sehr große Zweifel , ob ich nicht vielleicht irgendwo falsch abgebogen war . Noch ein Problem bei Straßen auf dem Balkan – wenn du dich verfahren hast , merkst du das erst eine 1 Stunde später , weil erst dann ein Ort kommt , den Du auf der Karte findest . Außerdem quietscht mein Auto stärker als jemals zuvor .

Bei Einbruch der Dunkelheit passierte ich die Grenze nach Kroatien , da war 19.00 . Und etliche Kilometer später erreichte ich endlich Rijeka . Nur der Routenplaner im Internet kannte keinen Stadtplan von dieser Stadt und damit hatte ich ein Problem. (Stop . Es gibt keine Probleme , nur unerledigte Projekte ) , nämlich wie findet man ein bestimmtes Hotel in einer völlig fremden Stadt ? Richtig – man fährt zur ersten Tankstelle , die einem begegnet und fragt . Der Tankwart gab mir den richtigen Tipp und schon kurz danach war das Hotel ausgeschildert . Dieses Hotel war ein richtiges Luxus-Grand-Hotel – man konnte nur das übers Netz buchen – und eigentlich absolut nicht mein Stil und meinem Geldbeutel entsprechend . Aber egal , ich kam mit meinem 307 , der quietscht , angefahren . Die Schranke zum hoteleigenen Parkplatz öffnete sich . Ich parke , ein Buttler stürzt sich auf mich , bittet um die Schlüssel des Wagens , parkt ihn um und nimmt mir das Gepäck ab und trägt es auf mein Zimmer . Die Lage des Hotels war auch traumhaft , direkt am Hafen von Rijeka . Bei so viel Luxus bin ich auch gleich ins nächste Mc Donnalds gestürzt und hab einen BIG MAC gegessen – das ist eher meine Welt – bin danach noch am Hafen spazierengegangen und fühlte mich richtig gut ...nur das Auto machte mir ein wenig Sorgen . Den Tag schloß ich dann mit einem Eis beim Italiener am Hafen ab ...


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Nächster Tag

Das Frühstück war sehr gut , was man bei einem Preis von 100 € die Nacht aber auch verlangen kann . Schon nach kurzer Zeit stellte ich fest , daß mein Auto weniger quietscht , wenn es noch kalt ist – ich telefonierte täglich mit meinen Eltern , um zu erfahren , wie es meinem Hund ging . Er ist noch in der Klinik , aber so langsam auf dem Weg der Besserung . Bei diesen Telefongesprächen sprach ich auch über die Geräusche , die mein Auto von sich gibt . Mein Vater war der Auffassung , daß es sich wohl um die Stoßdämpfer handeln würde . Es wäre auf jeden Fall nichts gefährliches .


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Meine Fahrt führt mich zur Brücke nach KRK , die ich fotografierte . Nun war ich auf der berühmten Küstenstraße , auf der ich meine Reise bis nach Dubrovnik fortsetzen wollte . Und da war es wieder dieses Gefühl : Ich bin tatsächlich da . In Kroatien am Meer . In Senj benutze ich meine Digi-Cam , um einen viereckigen Turm auf Chip zu bannen , in dem ein Restaurant untergebracht war . Das Restaurant hatte natürlich geschlossen . Links war an der Strecke eine Gebirgslandschaft und rechts das Meer .


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Öde und krag wie Kreta im September und von der Straßenführung her erinnert die Route an die Fjorde in Norwegen . Man fährt und fährt und kommt auf der Karte trotzdem nicht weiter . Je weiter ich fahre , desto einsamer wird es . Absolute Einöde und vor allem , alles was irgendwie nach Zivilisation aussieht – Hotels , Restaurants , Tankstellen – alles geschlossen , da die Touristenzeit hier noch nicht angebrochen ist .

In Karlovag hab ich dann endlich eine Imbissbude gefunden , die geöffnet war , so daß ich gemütlich einen Hot Dog aß und mir einen Kava (Espresso) genehmigte , wobei ich auf einer Bank am Meer saß . Sehr romantisch , aber das Wetter war etwas kühler geworden . Die Sonne schien aber noch . Ein wirkliches Highlight für jeden Kroatienurlaub sind die Plitvic-Seen . Ich entschied mich , nicht dahin zu fahren , weil es ein Umweg von 160 KM bedeutete und ich jetzt erfahren musste , wie lange man für Kilometer auf den Straßen des Balkans braucht . Auch nach Karlovag blieb die Landschaft gebirgig und ziemlich öde . Nachmittags erreichte ich mein heutiges Etappenziel Zadar .

Nachdem ich relativ schnell das Hotel gefunden hatte – es war ausgeschildert – erholte ich mich etwas auf dem Zimmer , um danach zu Fuß in die Stadt aufzubrechen . In einem kleinen Park setzte ich mich ans Meer . In der Stadt selber dann , musste ich lernen , daß in Kroatien , wenn keine Sesion ist , die Bürgersteige hochgeklappt werden . Alle Läden geschlossen . Kaum Menschen auf der Straße . Keine Schlange vor den Sehenswürdigkeiten. Und keine Restaurants geöffnet . Ich hatte aber doch recht großen Hunger . Zunächst hab ich noch die sechseckige Kirche fotografiert . Da nichts anderes geöffnet war , hab ich einem Cafe an der Kirche einen Kava (Espresso) und ein Stück Kuchen gegessen . Es ist auch empfindlich kalt geworden , obwohl die Sonne immer noch scheint . Ich schlich wie ein hungriger Löwe durch die kleinen Gasse der Altstadt , um vielleicht doch noch irgendwo ein kleines Lokal zu finden , was geöffnet hat .


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In einer Seitengasse fand ich dann eine Pizzeria , in der es sehr leckere Pizza gab . Vielleicht schmeckte sie auch nur deswegen so gut , weil mein Magen auf den Knien hing , als ich die Rettung fand . Nach dem Mahl in der Eingangshalle des Hotels hab ich mir noch ein Bierchen getrunken und war nach dem einem – weil ich so viel gelaufen war wahrscheinlich – richtig breit und hab mich auf mein Zimmer zurückgezogen . Das war der 3. Tag .

Nächster Tag

Obwohl das Hotel in Zadar günstiger war als der Luxus-Tempel in Rijeka , war das Frühstück hier nicht schlechter also auch von guter Qualität . Die heutige Etappe begann mit der Suche nach einer Tankstelle . Ich fragte an der Rezeption nach , welchen Weg ich nehmen sollte , um Sprit zu bekommen . Ich hielt mich dran und erfuhr – die Auskunft war falsch . Ich fand aber auf dem Weg , den ich sowieso fahren wollte – die Küstenstraße – eine Tankstelle . Außerdem quietscht mein Auto . Mein Weg führte mich zunächst nach Sibenik , das ich schneller erreichte als gedacht. Die Küstenstraße war auf diesem Teilstück gut ausgebaut und keine Bergpiste . Durch die gewonnene Zeit und weil ich Plitvic nicht besucht hatte , entschied ich mich , daß zweite Highlight mitzunehmen , die Krka-Wasserfälle , auch wenn es einen Umweg bedeutete . Zunächst hab ich mich natürlich wieder verfahren und bin nur am unteren Ende der Wasserfälle angekommen und dort konnte man gar nichts sehen . Doch gut Ding will Weile haben und ich fand die richtige Stelle. Direkt an den Fällen war ein Holzsteg aufgebaut , auf den man direkt an der oberen Kante der vielen Wasserfälle laufen konnte . Es ist kaum zu beschreiben – Niagara könnte ähnlich sein , aber da war ich noch nicht . Die Sonne scheint und das Wasser rauscht . Es ist einfach Bewegung und Kraft an diesem Ort – und ein ungeheurer Frieden . Ein Kraftort wie man im Feng Shui sagen würde . Ich fand es einfach nur gigantisch und war völlig begeistert . Jeder Meter des Umwegs hatte sich absolut gelohnt . Jede Menge Fotos hab ich auch noch geschossen . Power , dieser Ort gibt einfach Power .


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Dann bin ich in die Innenstadt von Sibenik aufgebrochen und hab es tatsächlich geschafft , in eine sehr kleine Parklücke zu kommen , obwohl Einparken nicht zu meinen Stärken zählt . Die Geschäfte waren auch hier fast alle geschlossen , aber ein Restaurant direkt am Dom hatte geöffnet und ich aß ein Steak , was sehr lecker war. Die Kirche war natürlich zu . Ich beobachtete zwei junge Mütter , die ihre Kinder – ich denke mal so 3 Jahre alt – auf dem Domplatz spielen ließen und dabei einen Kaffee tranken. Die Kinder spielte sehr vergnügt und machten sich Spaß mit einem Ball . Selbst als ein größerer Hund vorbeikam , der von seinem Besitzer von der Leine gelassen wurde , kümmerte das die Mütter nicht wirklich . Der Hund legte sich gemütlich in die Sonne und die Kinder tollten um ihn herum . In Deutschland hätten sich schon längst Leute wegen der Geräuschkulisse beschwert und ein Geschrei wäre losgebrochen , wie man Kinder denn nun so alleine und ohne Aufsicht spielen lassen könnte ...so eine Szene würde es zu Hause nie geben ...und ich denke : „ Schade“ und nicht umsonst hat Deutschland die geringste Nachwuchsrate .

Nach Sibenik fuhr ich in ein Fischerdorf namens Primosten direkt am Meer, dessen höchster Punkt eine Kirche war , die ich mir natürlich angucken wollte . Der Aufstieg war das reinste Konditiontraining für mich . Das Wetter war mit 20 Grad und Sonne wieder sehr schön geworden . Leider muß ich im vorigem Hotel meine Sonnenbrille vergessen haben . Das Meer hat hier ein tiefblaue Farbe , so ähnlich wie auf Malta , was einen schönen Konstrast zu den weißen Häusern ergibt.


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Die nächste Station war Trogir , was ich als das Labyrinth des Minotaurus bezeichnet habe. Die Altstadt selber ist autofrei und das hat seinen Sinn . Die Gassen sind alle breit wie ein Handtuch , sehr verwinkelt und ich meine kreisförmig angeordnet . In der Mitte des Labyrinths wartet als Preis ein Cafe , das geöffnet hat . Ohne den berühmten roten Faden ist es allerdings sehr schwierig , dort hinzukommen und noch komplizierter ist es , den richtigen Ausgang aus diesem Gassengewirr zu finden . Doch wer gerne in klaustrophisch engen Gassen herumläuft , für den ist Trogir ein muß. Mich hat es zu gleichen Teilen fasziniert und genervt . Außerdem quietscht mein Auto immer noch .


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Ziel des heutigen Tages war Split . Todmüde bin ich zunächst ins Hotel und hab mich entspannt. Ich las den fünften Teil des dunklen Turmes „Wolfsmond“ , hab die Kamera aufladen und mich selbst auch . Außerdem hab ich mit meinen Eltern telefoniert . Der Hund ist immer noch in der Klinik , aber die Ärzte sind zufrieden mit ihm.

Abends ging ich im Restaurant essen und hatte Kalbsmedallions mit Reis. Mittags hatte ich ja schon Pommes. Das ganze schmeckte ganz gut , aber während ich aß , überlegte ich , daß ich wahrscheinlich lieber was anderes gegessen hätte . Der Reis war nicht das , worauf ich Hunger hatte . Eigentlich wollte ich so was wie Mixed Grill , das gab es aber nicht . Das Hotel lag zu weit von der Altstadt entfernt , um zu Fuß dorthin zu gehen , so entschloss ich mich , heute im Hotel zu bleiben . Morgen ist auch noch ein Tag .

Nächster Tag

Diesen Tag hab ich in meinen Notizien als den Katastrophentag bezeichnet und das zu recht , obwohl er eigentlich nur der Auftakt war . Zunächst begann der Tag noch ganz gut mit einem passablen Frühstück . Ich hatte mir vorgenommen , die Innenstadt von Split zu erkunden . Schon das Wetter schien was gegen diese Aktion zu haben . Es goß in Strömen. In der Stadt hab ich – mit Regenjacke ausgerüstet – mich fürchterlich verlaufen . Ich wollte eigentlich nur zurück zu meinem Auto. Aber da die Stadt ziemlich verwickelt war und die Straßennamen auf meinen Stadtplan einfach nicht zu denen in der Realität zu passen schienen , fand ich den Parkplatz nicht wieder . Zum Glück hatte ich mir gemerkt , daß ein Spielzeugladen mit dem Namen Happy Rabbit in der Nähe war . Aber den Laden schien keiner zu kennen . In zwei Geschäften hab ich nach dem Weg gefragt , eh ich durch puren Zufall , die Reklame der Ladens sah und mein Auto fand..

Ich machte mich danach auf den Weg . Das Ziel der heutigen Etappe war Dubrovnik – wo ich spätestens um 21.00 Uhr sein musste , um auf die Fähre nach Italien einzuschecken . Der Rest war relativ egal. Die kroatische Rivera , Marsaka , ist bekannt für hohes Touristenaufkommen – nur eben nicht jetzt außerhalb der Sesion. Dort war aber ein Restaurant geöffnet , in dem ich endlich mein Mixed Grill bekam . Auf dem Weg ins Lokal entwickelte sich aus dem leichten Nieselregen wieder dieser wolkenbruchartige Regen. Es schüttete wie aus Blechkübeln. Ich war trotz Regenjacke völlig durchnässt und vor allem konnte man meine Turnschuhe nahezu auswringen . Der Parkautomat , an dem man normalerweise bezahlen müsste , wenn man sein Auto abstellt , war defekt und somit hatte ich beim leckeren Essen immer im Hinterkopf , daß eventuell irgendwer mein Auto abschleppt .

Nach Marsaka entwickelte sich die Straße wieder zur Bergpiste , die landschaftlich eigentlich sehr schön war , aber auch sehr , sehr einsam.


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Zum ersten Mal richtig komisch wurde mir , als mir ein blaues Fahrzeug – ein Bulli – entgegenkam , auf dem SFOR stand . Hier war vor gar nicht allzu langer Zeit Krieg . Ein ganz brutaler Bürgerkrieg und Spannungen gibt es immer noch . Und ich so ganz alleine und einsam auf dieser Bergpiste. So wohl hab ich mich da nicht gefühlt . Aber es ist ja nur noch heute . Morgen bin ich im zivilisierten Italien . Der Regen nimmt noch mal deutlich zu und vom Meer weht ein ganz fieser Wind , der dazu führt , daß das Auto schwierig auf der Spur zu halten ist.

Und plötzlich wie aus dem Nichts ein Grenzposten . Ich bin an der Grenze zu Bosnien , dem ehemaligen Kriegsgebiet . „ Hab ich mich verfahren ?“ frage ich mich . Der Grenzposten macht noch einen dummen Spruch , als er sieht , daß ich Deutscher bin. Anscheinend sind die hier nicht besonders beliebt . Es schüttet mittlerweile so stark , daß sich richtige Rinnsale – ja fast Bäche – auf der Straße bilden . Die Scheibenwischer haben große Probleme , die Wassermassen zu verdrängen . Dementsprechend wenig sehe ich . Und Aquaplaning kann auf dieser Bergpiste sehr gefährlich werden , da rechts das Meer mit Steilküste ist . Mitten in dem Teil von Bosnien , wo ich war , war eine richtige tiefe Pfütze – ein Minisee – der eigentlich gar nicht so tief aussah . Erst als ich durchfahre , merke ich das und ich hab wirklich großes Glück gehabt , daß ich relativ weit außen dadurch gefahren bin . Trotzdem hatte ich Angst , daß der Motor Wasser abkriegt . Und es goß weiterhin wie aus Kübeln. So stark , daß ich zwischendurch anhalten mußte , weil ich nichts mehr sah.


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Es handelte sich aber zum Glück nur um eine kleine bosnische Exklave und ich war doch noch auf dem richtigem Weg Richtung Dubrovnik . Wieder in Kroatien wird das Wetter leicht besser . Auf dem Weg sehe ich noch mal ein Gefährt von SFOR und freue mich , daß ich Bosnien hinter mir gelassen habe und mich nun auf Dubrovnik einstellen kann . Um 16.00 bin ich im Hafen . Die Fähre geht allerdings erst um 23.00 , wobei man um 21.00 einschecken sollte . Um 19.00 macht das Büro der Fährlinie auf . Zum Überbrücken der Zwischenzeit bin ich essen gegangen . Um sich die Altstadt anzugucken war das Wetter nach wie vor zu schlecht. Ich wollte Fisch essen , ahnte aber nicht , daß ich Tintenfisch bestellt hatte und dazu bekam ich Kartoffeln und Rosenkohl , den ich auch nicht mag . Der Weißwein war aber sehr lecker . Nach dem Essen bleibe ich im Auto und warte darauf , endlich einschecken zu können .

Ich ging also um 19.00 ins Büro der Fährlinie und der Mann hinter Schalter schaut mich an und sagt :“ The ferry will not go , too bad weather conditions.“

„ Will it leave tomorrow ?“ frage ich nach.

“ No , next week. “

So ratlos wie in diesem Moment war ich selten im Leben. Zunächst musste mal ein Hotel in Dubrovnik her. Und ich hab tatsächlich ein Zimmer bekommen. Ich hatte die Hotels entlang der Strecke übers Internet vorgebucht – natürlich ohne Rücktrittsversicherung – das rächt sich jetzt . Morgen kann ich auf jeden Fall nicht in Neapel sein. Ich könnte jetzt die Küstenstraße wieder hoch fahren ...wieder durch Bosnien . Das wollte ich aber eigentlich nicht . Von der Fährleitung hab ich nach ein paar Telefonaten einfahren , daß morgen Abend eine Fähre von Split nach Ancona geht (allerdings von einer anderen Gesellschaft) und daß übermorgen eine Fähre dieser Gesellschaft auch diese Strecke fährt . Also sah das geänderte Programm nun so aus , daß ich morgen wieder die Bergpiste durch Bosnien fahren musste ....hoffen wir auf deutlich besseres Wetter . Ich unterrichtete noch meine Eltern von dem neuen Programm und erfuhr , daß es meinem Hund schon deutlich besser geht.

Nächster Tag

Nach einem guten Frühstück machte ich mich bei leichten Nieselregen auf , den Weg durch Bosnien zurück nach Split anzutreten . Ich hatte Bedenken , ob die Straße nach den Unwetter gestern wieder befahrbar war . Schon als ich mich ins Auto setzte , hatte ich aber ein Problem . Mein Hintern tat mir weh. Ich hatte so ein Ziehen , was sich nicht richtig zuordnen ließ , es war nur klar , irgendetwas stimmt nicht . Zunächst dachte ich noch , es können sich vielleicht um Muskelkater handeln .


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Mittaggegessen hab ich wieder in Marsaka, wenn auch in einem anderen Lokal als gestern. In Split angekommen, begab ich mich ins Büro der Fährlinie , deren Ticket ich hatte , wenn auch für eine andere Strecke. Ich erklärte der Frau mein Problem , woraufhin hektisches Telefonieren begann . Noch hatte ich die Illusion von Ancona nach Neapel oder wenigstens nach Rom fahren zu können . Ich wäre so gerne am Vesus spazierengegangen . Ich konnte das Ticket dieser Fährlienie zurückgeben und ein paar Schalter weiter , bei der anderen Linie eins kaufen , so daß ich an diesem abend noch nach Ancona übersetzte . Mir ging es aber körperlich echt Scheiße . ...In der Kabine liegend , sagte ich mir , du wartest ab bis morgen , sollte dann das Ziehen nicht vorbei sein , brichst du den Urlaub ab ....dann nix wie nach Hause . Ich hab glaub ich nicht mal was gegessen an Bord.


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Aus gesundheitlichen Gründen bin ich dann direkt nach Hause gefahren – mit einer Zwischenübernachtung in Como. Ich möchte aber noch erzählen , wie ich den Gottharttunnel gefahren bin , hatten ich Sonnenschein und Frühling und als ich wieder rauskam war Winter.

Vorher:


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Nachher :


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