Ägypten 1999

Früh morgens brachten mich meine Eltern zum Flughafen und ich war bis dahin noch nie geflogen , hatte aber viel über Flugzeugabstürze gehört . Man sollte mal darauf hinweisen , daß ich mich alleine ins Land der Pharaonen aufmachte . Viele Leute würden das nicht machen , aber ich hatte keinerlei Probleme damit ..wenigstens am Flughafen noch nicht .

Den Manager und Jetset-Yuppis unter Ihnen wird es lächerlich vorkommen , aber für mich waren 5 Stunden Flug verdammt lange . Das Abheben – was angeblich das schlimmste sei – oder das schönste , je nach Interpretation – fand ich beeindruckend , aber über den Wolken zu sein , das war toll . Da oben sieht alles relativ gleich aus und somit war der Monitor recht aufschlußreich , der die momentane Position angab . Ich weiß nicht , ob jemand von Ihnen das alte Adventure Indiana Jones kennt , wo , wenn der Held den Schauplatz der Handlung wechselt , eine Karte auftaucht , auf der mit einer roten Linie die genaue Position angezeigt wird , aber ich weiß , ich kannte es und ich kam mir irgendwie auch wie in einem Adventure vor. Alleine nach Ägypten ...und je länger ich flog , desto klarer wurde mir , daß das ja doch recht weit weg ist von zu Hause ... Das war eher eine Angst , die sich meine Eltern machten , ich war einfach nur fasziniert , Wolken unter mir zu sehen und diese wahnsinnig klare Luft ...wenn ich mir auch gewünscht hätte , eine Sonnebrille in mein Handgepäck gepackt zu haben .

Dann flogen wir übers Meer und die Wolken rissen auf und unter uns nur noch Wasser und neben uns der Himmel . Das war vielleicht langweilig ...sogar so langweilig , daß ich eingenickt bin und als ich wieder aufwachte , war unter uns Wüste ...Sand und Berge ... Berge und Sand...soweit das Auge blicken kann . Keine einzige Grünpflanze war auszumachen . Das Gebiet sah von oben so richtig tot aus . Und dann kam etwas , daß so aussah , als wenn ein Besoffener mit einem grünen Stift auf gelben Papier gemalt hätte . Dieses Etwas war der Nil ...Und als ich das sah , wurde es mir erstmals richtig bewußt : „ Man , Du bist in Ägypten . Da unten fließt wirklich der Nil .“ Der Reiseführer war Realität geworden , aber so ganz glauben konnte ich das irgendwie immer noch nicht . Ich meine , Ägypten .

Wir flogen am Nil entlang und dann sagte der Captain , bitte anschnallen und das Rauchen einstellen und dann begann sich das Flugzeug langsam zu drehen und dann ...ein Luftloch . Das Flugzeug sackte ein paar Meter und es war objektiv vermutlich überhaupt nicht gefährlich und Routine , aber mein Magen rebellierte etwas und ich mußte mich echt zusammen nehmen , um nicht eine der Papiertüten benutzen zu müssen . Vor allen Dingen kam das so unvorbereitet . Ich dachte mir nur , wenn alle Landungen so sind , schwimme ich zurück .

Irgendwann hatten wir dann festen Boden unter den Füßen und ich setzte mir wohlweislich meine Mütze – eine weiße Basekappe – auf , denn natürlich war draußen herrlichster Sonnenschein . Die Stewardessen machten die Tür auf und ich dachte , endlich mal wieder Frischluft und ging voller Elan zum Ausgang , machte einen Schritt nach draußen . Es war als hätte Dir jemand mit dem Baseballschläger eins in die Fresse geschlagen , so traf dich die Hitze mitten ins Gesicht . Als wenn man in einen Föhn hinein schaut . Ich bin nicht bis zum Bus , der uns zum Flughafengebäude bringen sollte , gekommen , ohne vollkommen durchgeschwitzt zu sein .

„ Welcher normale Mensch fährt auch im Juli nach Ägypten ?“ frage ich mich jetzt.

Ich hab nun mal nur da Urlaub .

Auf dem Flug habe ich mich mit einem Ägypter unterhalten . Der meinte , Luxor sei zu dieser Zeit eigentlich zu heiß – und der war Einheimischer .Es war ein wenig warm . Ich hatte eine Nilkreuzfahrt gebucht .

Das erste Wort , was man in Ägypten lernt – noch vor Guten Tag oder so – ist Bakschisch – Trinkgeld . Koffer tragen braucht man nicht , aber wehe man gibt hinterher kein Trinkgeld . Da ich mir nicht ganz sicher war , ob diese Araber schon die Blutrache abgeschafft hatten , bezahlte ich lieber . Ägypter sehen alle gleich aus .

Das zweite Wort ist Inschala...wenn Gott will ... und das bezieht sich auf jede Art von Planung , die eben nur dann so eingehalten wird , wenn Gott das will ...inschala halt ...Somit wundert es auch nicht weiter , daß es mein gebuchtes Schiff überhaupt nicht gab und ich kurzerhand auf ein anderes kam .

Das dritte , was man lernen muß , ist , daß Vollpension nicht bedeutet , daß man zum Essen auch was zu trinken kriegt , sondern das man das extra bezahlen muß – begleitet wird diese Erkenntnis mit der , daß ausländische Getränke recht teuer sind und man begreift recht fix , warum die Kellner noch freundlicher lächeln , wenn man sich eine Cola zum Essen bestellt . Diese Ägypter tuscheln immer untereinander , lachen dabei viel – sprechen aber arabisch , so daß man sie nicht versteht – und dann grinsen sie einen freundlich an ..Ich behaupte , auch Sie würden sich da etwas unsicher fühlen und das Essen bestand aus Resten , die die Besatzung wohl noch an Bord hatte ...miserabel und dazu noch verdammig wenig .


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Bargeld nach Ägypten einzuführen ist verboten , aber der moderne Mensch hat ja eine Kreditkarte . Nun war das Problem , daß das Schiff zwar an der Hafenpromenande lag und die Bank auch nicht weit davon weg war , aber gehen Sie mal abends alleine durch eine ägyptische Stadt . Ich brauchte aber Geld und so nahm ich all meinem Mut zusammen und überall von Arabern umgeben , die nur eins wollten , mir dringend etwas Wertloses verkaufen und penetrant bettelten , ging ich meinen Weg . Bis zum Bankautomat . Ich schaffte es tatsächlich . Ich schob also meine Kreditkarte in den Kasten hinein , tippte den Geldbetrag ein , den ich haben wollte , und die Karte kam wieder raus – aber kein Geld ... Die Frage , die mich beschäftigte war nun , ob mir das Geld jetzt berechnet werden würde oder nicht und vor allem brauchte ich dringend Bargeld . Da kam ein freundlicher , jünger Ägypter des Weges , der mich beobachtet hatte und meinte –auf Englisch – er kenne den Besitzer der Bank und er würde das regeln . Ich solle in seinem Laden nur einen Moment auf ihn warten ...Unbehagen ...Er bot mir vorher noch einen Tee an ...und hab schon mal gehört , daß Leute danach irgendwo wieder aufwachen , ohne Geld versteht sich ..K.O.-Tropfen oder so ...Diesen Ägyptern – vor allem diesen Straßenhändlern war nicht zu trauen ...Ich lehnte den Tee folgerichtig ab ...Da war der Mann richtig beleidigt , weil man in arabischen Ländern kein Gastgeschenk ablehnt ...dann versuchte er mir eine Zigarette – ägyptische – anzubieten ...Ich war ähnlich mißtrauisch wie bei dem Tee , konnte aber unmöglich schon wieder nein sagen ...

„Willst Du sehen , was ich habe in Laden ! Kaufe Geschenke !“

„ Ich will nichts kaufen .“

„ Komm gucken . Warten bis Kollege von Bank zurück !“

„ Ich will nichts !“

„ Komm , hab schöne Steine , Schmuck ...“

„ Ich will nichts kaufen !“

„ Tee willst Du nicht trinken . Kaufen willst Du nichts ...und Kollege geht extra für dich zur Bank !“

Da hatte ich schon ein schlechtes Gewissen . Grober Fehler .

„ Ich schau mir die Steine mal an . Aber kaufe tue ich sie nicht .“

„ Komm hier schöne Steine . Willst Du anfassen ?“

„ Nein .“

„ Was würdest du dafür bezahlen ?“

„ Ich will nichts kaufen .“

„ Komm 500 !“

Das war verdammig viel Geld . Über 100 Mark für einen dummen Stein .

„ Zu teuer . Außerdem will ich nichts kaufen .“

„ Was würdest du zahlen wollen ?“

Ich hatte – damit ich meine Ruhe hatte – an 10 oder 20 gedacht .

„ Das wäre zu wenig . Ich will dich nicht beleidigen .“

„ Komm 300 !“

„ 40 !“ , das war schon doppelt so viel , wie ich ursprünglich bezahlen wollte .

„ Was ! 40 ? ...Ist das deine Freundschaft ? Du bist doch mein Freund , oder ?“

Ich hab noch 50 geboten und bin dann , ohne sämtliche Rücksicht auf Umgangsformen und vor allem ohne den Menschen , der zur Bank wollte , je wiedergesehen zu haben , aus dem Laden regelrecht geflohen – nicht ohne den Stein tatsächlich für 50 zu kaufen .

Man kann zusammenfassend über den ersten Tag Ägypten sagen ...Alles Scheiße ! Und verdammig warm . Ich war dann so gefrustet , daß ich mich in meine vollklimatisierte Kabine zurückzog ...außerdem war ich ziemlich platt vom Klimawechsel .


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Am nächsten Morgen sollten wir früh aufstehen , denn die Besichtigung des Tals der Könige stand an . Das mußten wir so früh machen , weil das etwas abseits vom Nil in einem Tal – daher der Name – lag . Mitten in der Wüste also und dort sollte es richtig heiß sein und Mittags würden wir es da nicht aushalten . Das Frühstück war ganz passabel , auch wenn man keinen Kaffee bei diesen Arabern trinken sollte , es sei denn , man will die nächsten Tage wach bleiben . Ein bißchen wenig Wasser auf das Kaffeepulver .

Im Tal der Könige lernt man eine ganz neue Variante des Abzockens von Europärn . Eintrittspreis sind mit drin , aber wer fotografieren will , muß extra zahlen ..und wer gar mit einer Videokamera aufnehmen will , noch viel mehr . Dann darf man sich 3 Gräber auswählen , die man besichtigen will ..wer mehr sehen will , muß extra zahlen ...und wenn man so 1 Stunde in dem Glutofen herumgelaufen ist , kommen die netten Einheimischen mit ihren Blecheimern , in denen eisgekühltes Barack – Wasser – in Platikflaschen ausgeboten wird ...zu saumäßigen Preisen ...aber wer einmal raus ist aus dem Tal der Könige , kommt nicht wieder hinein , so muß man schon drinnen was kaufen ... oder sich was mitbringen , nur ist das nach einer Stunde natürlich ziemlich warm . Für Tut-Anch-Amun’s Grab mußte man natürlich noch mal extra bezahlen , was ich aber nicht gemacht habe . Aus Prinzip nicht ...Das Tal der Könige war nicht so interessant , aber man fühlt sich irgendwie bedeutsamer , wenn man mal da war. Eine der berühmsten Plätze der Welt , und ich war selber da .

Besser gefallen hat mir der Hatsepschut-Tempel


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, weil man da nicht so abgezockt wurde . Übrigens war da ein Jahr zuvor ein blutiges Massaker von islamischen Fanatikern an Touristen verübt worden . Aber die Spuren waren längst beseitigt . Nur -. wie man immer der Presse hört , daß da nun unheimlich viele Sicherheitsmaßnahmen wären – stimmt schlicht nicht .

Die Nilkreuzfahrt wurde am nächsten Tag richtig aufgenommen und auf dem Weg nach Assuan jeder Tempel mitgenommen . Die Reiseleitung war sehr gut und wir hatten einen ausgebildeten Ägyptologen als Führer dabei , der bei jeder Gelegenheit betonte , daß es in Ägypten nie Sklaverei gegeben habe . Er war Moslem , nicht Jude , wie man sich denken kann . Diese Tempel waren alle samt sehr beeindruckend und vor allem wahnsinnig groß und monumental . Die Hitze war aber wirklich extrem .


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Abends , nachdem ich mich von den Strapazen etwas erholt hatte , ging ich häufiger an Deck , wo eine Hollywoodschaukel aufgebaut war und einen Pool gab es auch dort . Die Bar war innerhalb des Schiffes , aber man konnte die Getränke mit raus nehmen . Und da dachte ich mir eines Abends . Du hast Urlaub und jetzt trinkst du dir ein Bier – was nur 15 DM koste und setzte mich in jene Schaukel und beobachtete die untergehende Sonne am Nil ..Das war’s ...Da war das schönste , was ich je gesehen habe . Während ich mein Bier trank , hatten sich andere Reisende , mit denen ich mich auch ein wenig angefreundet hatte , den Spaß erlaubt , die Temperatur zu messen . Es waren abends um 21.00 noch 41 Grad , ungelogen .

Sich die Namen aller Tempel zu merken , ist schon nicht ganz einfach , aber sich dazu auch noch zu behalten , welchem lokalen Gott diese nun geweiht waren , ist ein Ding der Unmöglichkeit . Das einzige , was wie gesagt im Gedächnis bleibt , ist , daß diese heiligen Stätte unglaublich groß sind und zu mindestens ich mir sage , daß man einen Monolit von 40 Metern Höhe nicht alleine mit Muskelkraft bewegt kriegt . Ich hatte meine Probleme mir vorzustellen , wie man das ohne Kräne , ohne Sprengstoff und ohne Eisenwerkzeuge hinkriegen soll . Aber ich glaube , man muß diese Ausmaße mit eigenen Augen gesehen haben , um zu begreifen , daß es die logischere Variante ist , daß irgendwie fremde Mächte ihre Hände im Spiel hatten , als das die ollen Ägypter das alleine hingekriegt haben sollen . Allerdings muß ich sagen , daß man darüber nur Rande nachdenkt , denn zunächst konzentriert man sich darauf , nicht von Sonne gegrillt zu werden und irgendwie Flüssigkeit zu bekommen .

Landschaftlich war der Nil sehr schön . Und der Clou war , daß meine Kabine auf Nilhöhe lag , so daß ich aus Fenster gucken konnte und keinen Meter darunter der Fluß floß . Und abends bei dem sau teueren Bier sagte ich zu mir : „Du fährst gerade auf dem Nil .“ und sagte mir wieder : „ Das , was du siehst, ist der Nil .“ und konnte es nicht glauben . Ich war da , aber ich konnte es nicht fassen .


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In Assuan angekommen – mit dem Schiff , noch lange nicht mit dem Kopf – sah ich das Hotel – das Old Chatarak Hotel – in dem A. Christi ihren berühmten Roman ‚Tod am Nil‘ schrieb ..ich saß übrigens dabei auf einem kleinen Segelboot und schipperte über den Fluß ..und ich dachte , daß das alles irgendwo nur ein Traum sein konnte , aber zur Abwechslung mal ein schöner und daß ich auch wieder schreiben wollte ...Schriftsteller , das wäre mein Traum , und zwar dabei so gut sein , daß man davon leben kann ...Oh ja , daß wollte ich sein ...und in meinem Tagträumen saß ich auch auf einer dieser Balkone , während die Sonne mich wärmt und ich mich mit kalten Getränke kühle , einen richtig guten Roman schreibend ...


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Auch in Assuan gab es wieder Tempel und ich fuhr auch auf dem weltberühmten Nassa-Stausee , um natürlich zu einem Tempel zu kommen . Kurz danach merkte ich , daß nichts auf dieser Welt wirklich perfekt ist – zu mindestens nicht lange . Das teilweise gute Essen , die ewig kalten Getränke auf völlig aufheizten Magen forderten ihren Tribut , denn dieser spielte nicht mehr mit , so daß ich leider – und das ärgert mich bis heute – nicht nach Abu Simbel mitreisen konnte . Die Kreuzfahrt führte dann wieder zurück nach Luxor , diesmal ohne Tempel . Ich hatte einen ganzen Tag Zeit , um an Bord zu sitzen , und mir den Nil anzugucken und die Palmen am Ufer und ab und zu ein paar Kinder , die in dem Fluß badeten ..wovon ich Europärn aber abraten würde , denn es ist schon eine ziemliche Brühe . Der Nil – machen wir es kurz –war einfach eine ganz andere Welt als zu Hause . Alles ruhig , friedlich und warm ...verdammig warm .

Es gibt Menschen , die ich absolut nicht verstehe . Das sind zum Beispiel Menschen , die nach Ägypten fahren , eine Nilkreuzfahrt buchen – und sich damit viel Kultur antun – und danach zum Baden ans rote Meer fahren ...ohne , ich betone ohne , die Pyramiden gesehen zu haben . Was will man in Ägypten , wenn man sich die Pyramiden nicht anguckt ? So was kann ich einfach nicht nachvollziehen . Ich machte mich dagegen auf nach Kairo , wo die Pyramiden von Gizeh stehen .

Ein Grund , warum das nicht alle machen , hatte ich allerdings schnell heraus . Man muß von Luxor nach Kairo mit einer ägyptischen Kleinmaschine fliegen . Das ist nicht ungefährlich und Jumbo fliegen ist das eine , aber ein kleines Flugzeug etwas ganz anders , zumal wenn diese nicht gerade den modernsten Eindruck macht . Aber ich lebe noch und der Flug war auch nicht zu beanstanden . Doch ein mulmiges Gefühl hat man doch.

Kairo , eine riesige Stadt . Metropole . Die Häuser in den Vororten hatten alle keine Dächer , denn die Besitzer bauen , wenn sie mal wieder Geld haben , einfach ein Stockwerk drauf . Das kann man da so machen , weil es ja nie regnet , somit waren alle Häuser in einem Zustand des Nie-Fertig-Seins , und bei uns wären die alle längst abgerissen worden .

Ebenso wenig fertig wie die Häuser war das Hotel . Inschala ..Ägypter und Planung . Zuerst sollte ich ein Zimmer im 7. Stock kriegen , was eigentlich gar nicht so schlecht gewesen wäre , denn aus dem Fenster hätte man die Pyramiden sehen können . Aber der Fahrstuhl funktionierte nicht , so daß ich mich mit anderen Gästen beschwerte und in den 2. Stock zog , mit Blick auf die Wand des Nachbarhotels . Die Reisegruppe in Kairo war anders zusammengesetzt als die auf der Kreuzfahrt , so lernte ich eine Gruppe kennen , die mit einem anderen Veranstalter unterwegs waren ..und bei denen lief auf der gesamten Reise gar nichts . Erst bekamen sie im Hotel kein Frühstück , dann kein Wasser ...oder wenn , dann kaltes zum duschen . Und nun in Kairo hatten sie Blick auf den Hinterhof , wo allerhand Abfall herumstand . Im ganzen Hotel roch es nach Lösungsmitteln , weil es wie gesagt noch nicht ganz fertig war , und sich Maler im Haus befanden . Der Pool war völlig verdreckt und die versprochene deutsche Reiseleitung gab es auch nur auf stetiges Drängen . Die waren alle samt nicht so gut auf den Veranstalter zu sprechen .

Noch bevor ich bei den Pyramiden war , hab ich das heimliche Highlight meines Trips erlebt . Taxi-Fahren in Kairo . Das muß man mal gemacht haben . Ampel dienen nur der Dekorationen und niemand hält sich daran . Auf der Fahrbahn sind 3 Spuren aufgemalt , woraufhin die Ägypter 6 Spuren aufmachen und jeden Millimeter freien Platzes gnadenlos ausnutzen . Falls es in Kairo überhaupt Verkehrsregeln gibt , kennt sie niemand . Hauptsache man kommt irgendwie durch . Jeder Europär , und mag er noch so hartes Really – und Sicherheitstraining absolviert haben - hat spätestens nach 5 Minuten einen Unfall ...Nicht so die Einheimischen . In einem Höllentempo – man muß wissen , in Ägypten bezahlt man eine Strecke von A nach B , unabhängig davon , wie lange die Fahrt dauert , deshalb haben es die Fahrer meistens eilig – fahren diese durch dieses stetige Chaos von Autos und jedesmal drückt man als Europär im Geiste die Bremse , während der Ägypter Gas gibt und irgendwie noch in die Lücke paßt . Wie die das machen , weiß ich nicht , aber Taxi-Fahren in Kairo hat mehr Adventure-Urlaub-Elemente als jede Achterbahn oder Bungijumping . Man muß das einfach erlebt haben .

Irgendwann war es dann aber soweit , nachdem ich den Pflichtbesuch im Ägyptischen Museum hinter mich gebracht hatte , durfte ich endlich die Pyramiden aus der Nahe sehen . Daran vorbeigefahren waren wir schon , denn die Stadt reicht mittlerweile bis an Füße der Pyramiden heran .


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Die Dinger sind groß und irgendwie fühlt man sich eine Camelreklame versetzt , wenn man diesen Grabstätten gegenüber steht . Sie passen da einfach nicht hin . Sie sind groß und dreieckig und scheinen irgendwie von einer Macht dahingestellt worden zu sein , um die gesamte Menschheit einfach zu verwirren . Circa 2 Millionen Steine hat man verbaut und jeder davon wiegt eine Tonne oder mehr . Der Reiseleiter hat gesagt , daß wenn 100.000 Menschen 20 Jahre daran gearbeitet hätte , hätten sie alle 2 Minute einen Stein an die richtige Stelle paßgenau legen müssen ..(die Zahlen mögen nicht stimmen , aber die 2 Minuten hab ich mir gemerkt) ...Und die Ägyptologen glauben wirklich , daß das so war ...Wer die Dinger gesehen hat , der überlegt überhaupt gar nicht erst , der weiß , da waren höhere Mächte am Werk . Menschen – wenigstens mit damaliger Technik , selbst heute wäre das kompliziert – können so was gar nicht gebaut haben .

Das sagt man , wenn man die Dinger von außen sieht . Aber man kann da auch reingehen

Und passiert drinnen ? ...Ich kriege Panik . Es stimmt sicherlich , daß ich enge Räume noch nie gemocht habe und in der Pyramide war ein Gang , der sich über schätzungsweise 100m erstreckt , der aber steil nach oben geht und eine Höhe von ungefähr einem Meter hat . Da kann man Platzangst kriegen und in meinem Reiseführer stand , daß das Innere der Pyramiden nicht für jeden geeignet sei . Also für mich schon mal nicht

Erwähnenswert aus dem Trip nach Ägypten ist eigentlich nur noch , daß zum einen die Luft heraus war – wie man so schön sagt – als ich die Pyramiden gesehen und betreten hatte und zum anderen, die Gruppe , die mit ihrem Veranstalter so ihre Probleme hatte , mit mir Freundschaft geschlossen hat und man sich abends in der Hotelbar traf . Mit zweien davon hatte ich ein Gespräch , daß im Grunde daraus hinaus lief , daß ich sagte , auf die Frage hin , wie die Ägypter wohl die Pyramiden gebaut haben , daß ich das auch nicht wisse , aber die Version der anerkannten Wissenschaft nicht nachvollziehen kann , worauf die anderen Däniken erwähnten und anfingen von Aliens zu erzählen . Ich hätte das Thema nicht angeschnitten.

Ich sage noch , daß ich abschließend Badeurlaub machte , der mir aber nicht gefiel , weil das Hotel so richtig nicht fertig war ...dafür aber sau teuer , was die Verpflegung angeht . Wasser z.B. Außerdem machte mein Magen wieder Probleme . Danach kam die Rückkehr in den Alltag und heimlich hoffte ich , daß es Deutschland regnen würde , wenn ich ankäme . 2 Wochen nur gnadenlose Sonne ist nichts für mich ...