Frankreich / Italien 2006

Um 12.00 verließ ich die Arbeitsstelle in Wuppertal , um nach Frankreich zu fahren . Mein erstes Hotel hatte ich erst für morgen gebucht , so daß jetzt eine Übernachtung auf halber Strecke einschieben konnte . Das nächste Problem , was ich so intelligent umgehen konnte , wäre gewesen , daß ich alleine durch Paris musste . Da hab mich vor Jahren schon mal verfahren . Ich fuhr also zunächst Richtung Düsseldorf , daran vorbei nach Neues und von da aus nach Mönchengladbach , wo ich am entscheidenden Autobahnkreuz falscher Weise geradeaus gefahren bin . So daß ich später von der Autobahn runter musste , um auf der Gegenseite wieder aufzufahren . Bei Aachen überquerte ich die Grenze nach Belgien . In Lüttich – immer meinen gedruckten Routen folgend – hab ich mich vermutlich verfahren , denn die Kilometerangaben passten nicht . Ich glaube, ich hab eine komplette Runde um den Autobahnring gemacht , der die Stadt umgibt . An Bastogne vorbei ging es dann nach Frankreich , wobei es kurz hinter der Grenze anfing wie aus Blechkübeln zu schütten . An der Grenze hat mich der freundliche Zollbeamte dazu aufgefordert , meinen Kofferraum aufzumachen und er untersuchte oberflächlich meine Tasche . Um 20.00 komme ich im Hotel an , welches nicht reserviert war . Ich wusste allerdings noch , da ich schon mal in genau diesem Hotel in Troyes übernachtet hatte , daß es am Bahnhof lag . Obwohl mein Routenplaner mich in der Innenstadt von Troyes verließ , in dem nur noch auf Straßennamen verweis , die ich nicht erkennen konnte , fand ich den Bahnhof und damit das Hotel recht schnell , da diese beiden Dinge ausgeschildert waren . Auch das Restaurant kannte ich schon von meinem Urlaub 2001 . Dort aß ich Jambon (Schinken) als Vorspeise und ein Entrecôte , was nicht so gut war . Aber der erste Cafe Petit (französischen Espresso) machte die Enttäuschung mehr als weg . Dafür hatten sich die 500 Km heute gelohnt . Das Wetter war allerdings so gar nicht nach Urlaub . Zwar 15°C – und damit deutlich wärmer als zu Hause – aber eben regnerisch .


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Am nächsten Morgen verließ ich Troyes gegen 9.00. Der hoteleigene Parkplatz ist durch eine Schranke gesichert , die mit einem Zahlencode ausgestattet ist. Bei meinem letzten Besuch hat es Probleme damit gegeben , so daß ich häufiger den Weg zwischen Schranke und Rezeption gehen musste . Dieses Mal war das jedoch kein Problem . Da ich nun in Frankreich war und ich ja einen neuen Wagen habe , der Diesel braucht , hatte ich nun die Aufgabe , dieses in meinen Tank zu bekommen . Nur nennen die Franzosen den Sprit nicht Diesel . Ich fand schließlich heraus , daß Gasoil unserem Diesel entspricht . Schon dabei tat sich ein Problem auf , daß sich durch die gesamte Reise ziehen wird . Die Franzosen sprechen kaum englisch – von Deutsch ganz zu schweigen - und ich überhaupt kein Französisch . Diese Sprachprobleme hielten mich jedoch nicht davon ab , in Orleans das örtliche McD aufzusuchen . Einige Zeit später aß ich an einem Rastplatz einen Brownie und trank dazu einem Cafe Petit. Ansonsten war der Tag dem aggressiven Kilometerfressen gewidmet , da ich auch heute eine Strecke von 500 Km zu absolvieren hatte . Wobei auffiel , daß die Kilometerangaben des Routenplaners , an dessen Vorgaben ich mich strikt hielt , nicht stimmten . Sie sind zu gering. Ich erreiche La Rochelle und hatte dasselbe Problem wie schon in Troyes . In der Stadt befindlich , gab mein Routenplaner nur noch Straßennamen aus . Das hat zur Folge , da hier das Hotel nicht ausgeschildert war , daß ich mir im Kreis fahrend , einen Überblick über die Altstadt verschaffen konnte . Immer durch ziemlich enge Straße , immer in irgendeiner Einbahnstraße und nie wissend , wo ich mich gerade befinde . Zum Glück ist an einer kleinen Kreuzung ein Polizist , der eine Verkehrskontrolle durchführt . Den befrage ich nach meinem Hotel . Der antwortete prompt auf französisch . Mit Händen und Füßen redend , da englisch uns nicht weiter brachte , erklärte er mir den Weg . Danach hab ich mich etliche Male verfahren . Sah aber dabei das IBIS- Hotel . Nur war es natürlich in einer Einbahnstraße und kein Parkplatz davor oder in der Nähe in Sicht . Ich musste also auf einen öffentlichen Parkplatz ausweichen . Mir meine Tasche schnappen und gut 300m zum Hotel laufen . Eine Aktion , die meinem Rücken gar nicht gut bekommen ist . Außerdem hatte ich einen tierischen Druck auf der Blase , was meine Geduld auch nicht gerade förderte . Endlich im Hotel lege ich meine Reservierung vor . Die nette Dame schaut mich an und erklärt :“ Das ist das falsche IBIS-Hotel .“ , derer gibt es nämlich 2 in La Rochelle . Nun begann die Suche – nachdem ich unter starken Protest meines Rückens zum Parkplatz zurück bin – von vorne . Doch nun mit dem Vorteil , daß ich eine Karte von der Rezeption erhalten habe . So fand ich schließlich das Hotel , vor dem sich direkt ein öffentlicher Parkplatz befand und wo sogar eine Parklücke frei war. In der Lobby ankommen führte mich mein Weg zunächst auf die Toilette – tat das gut – und dann bekam ich mein Zimmer . Die genaue Nummer weiß ich nicht mehr , aber die Quersumme war eine 7 – wie auch schon in Troyes .


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Das Hotel lag direkt am Hafen und so bin ich , nachdem ich mich etwas ausruht habe , dort spazieren gegangen und hab ein paar Fotos geschossen . Das Wetter war hier mit knappen 20 Grad und Sonne sehr angenehm . Leider gab es in dem Hotel kein Restaurant , in dem man abends essen könnte . So suchte ich bei meinem Spaziergang nach einem entsprechend Lokal und fand ein asiatisches, das sehr nah am Hotel lag. Es gab dort ungewöhnlicher Weise nicht nur chinesisches Essen , sondern ebenfalls japanisches , vietnamesisches und thailändisches Essen . Vier Nationalitäten unter einem Dach . Ich entschied mich für Frühlingsrolle mit Shrimps und dann Schwein süß-sauer. Dazu trank ich chinesisches Bier und anschließend einen obligatorischen Kaffee . Ich sollte noch erwähnen , daß der Teller dreieckig war . Das alles kostete 26 € . Nach dem Essen bin ich noch ein wenig gelaufen . Ein versöhnlicher Abschluß des Tages .

Das Frühstück nahm ich heute um 8.30 Uhr zu mir . Erstmals hab heute den angebotenen Joghurt mit Cornflakes gemischt , was zu einem erstaunlich leckeren Ergebnis führte . Ich hatte heute noch einen weiteren Tag in La Rochelle , den ich dazu nutzte , um auf eine nahe gelegene Insel zu fahren Die Ile de Ré ist mit einer Brücke ans Festland angebunden. Mein Reiseführer gibt dazu die Warnung aus , daß dort hoher Wegezoll erhoben würde . Ich fand die Überfahrt mit 9 € nun nicht zu teuer . An der äußersten Spitze der Insel steht ein alter Leuchtturm , auf den ich aber nicht gestiegen bin , obwohl man das konnte . Ich entschied mich dazu , lieber zum Strand zu gehen und endlich , nach über 1000 Kilometer , das Meer zu sehen . Es beeindruckt mich immer wieder aufs neue. Nicht weit von Leuchtturm entfernt , waren einige kleine Cafes , die auf Touristen abgestimmt waren . Dort aß ich – obwohl es erst halb 11 war – einen Crepes Chocolat , der erstaunlicher Weise quadratisch war , ebenso wie der Teller . Leider hab ich mir mit der sehr leckeren Sauce mein Sweat Shirt versaut .


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Auf dem Rückweg kam ich noch mehrfach an Sandstränden vorbei . An einem hielt ich an und beobachtete das Meer – und einen Angler . Ich saß einfach nur da – auf einer Bank , die wie für mich gemacht , am einem Weg stand , der hinter sich dem eigentlichen Strand durch die Dünen schlängelte . Ich hörte das Meeresrauschen und die sonstige Stille . Und ich empfand Frieden. Nachdem ich genug hatte , fuhr ich in den Hauptort der Insel : St. Martin de Ré . Im Hafen aß ich zu Mittag . Es ist immer wieder ein Abenteuer , in einem Land , dessen Sprache man nur sehr sehr schlecht spricht , etwas von einer einsprachigen Karte zu bestellen . Ich konnte immerhin Fisch von Fleisch unterscheiden . Die Kellnerin gab kurz nachdem wir ein paar Worte gewechselt hatten auf , und schickte ihren Kollegen, der ein paar Wörter englisch verstand . In dem immer noch sehr holprigen Gespräch bekam ich heraus , daß das von mir favorisierte Gericht gegrillter Lachs sein könnte . Ich bestellte es – verzichtete dabei auf eine Vorspeise . Und in der Tat , ich hatte richtig verstanden .

Das Hotel in La Rochelle wiederzufinden , obwohl ich jetzt aus einer anderen Richtung in die Stadt fuhr , klappte erstaunlich gut . Einen Parkplatz vor demselben zu bekommen dauerte schon deutlich länger . Den Nachmittag machte ich Siesta , wobei ich Zelmani hörte und mir anschleißend eine Mütze Schlaf genehmigte .

Am Abend ging ich an der Uferpromenade spazieren und bekam bald wieder Probleme mit dem Rücken . Deshalb musste ich mich setzen und tat das in einem kleinen Cafe . Ich saß draußen auf einem Stuhl , ließ mich von der Sonne bescheinen , die auch heute vom Himmel lachte und genoß einen Cafe Petit . Da der Kellner sich ziemlich Zeit ließ , legte ich , nachdem ich die Rechnung erhalten hatte , das Geld auf den Tisch . In Italien ist das durchaus üblich , ob man das in Frankreich auch macht , weiß ich nicht . Es war mir auch etwas unwohl dabei , aber ich platzierte mein Geld und verschwand entlang der Uferpromenade . Bis mein Rücken wieder Protest einlegte . Diesmal ruhte ich in einem kleinen Park aus . Eigentlich war es mehr ein Denkmal , um das Bänke positioniert und ein bißchen Rasen angelegt worden war . Am Ende dieses Parks war ein altes Karussel. So ein richtig altes mit Holzpferdchen . Es war in Betrieb , obwohl ich kaum Besucher ausmachen konnte .


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Doch immer mal wieder tauchte welche auf, die meistens mit Kindern auf dieses extrem anachronistisch wirkende Karussel begaben . In Deutschland war in den Medien gerade das Thema bebliebt , daß Deutschland eine alternde Gesellschaft sei und uns der Nachwuchs fehle . Leider braucht man , um Kinder zu haben , erst mal eine passende Frau dazu und da fangen bei mir die Schwierigkeiten ja schon an . Abgesehen von den persönlichen Unzulänglichkeiten , die Frauen abschrecken , ist es schon eine Tragödie , daß die Deutschen keine Kinder wollen . Damit ist Deutschland , obwohl materiell relativ reich , in Wahrheit sehr arm . Aber wie soll man auch an eine Familienplanung gehen , wenn vom Arbeitnehmer immer nur noch mehr Flexibilität gefordert wird . Man braucht für so was Planungssicherheit – und die fehlt gänzlich . Die Italiener – und das hat mich auch überrascht , als ich das hörte – kriegen noch weniger Kinder als die Deutschen . Italien , das Land der Großfamilie , das Land der Familie schlechthin . Unglaublich , aber wahr . Das war aber nicht der Grund , warum ich abends bei einem Italiener essen war und mir eine Pizza genehmigte . Diese war nicht besonders gut und ich glaube Salvatore (der hieß eigentlich ganz anders , aber Pizza Bäcker heißen für mich eben Salvatore) hat mich etwas über den Tisch gezogen und der Mann konnte ich kein Wort englisch . In der Bar des Hotels hab ich den Tag mit einem Bier ausklingen lassen . Das Wetter war auch heute mit 20 Grad und Sonne sehr gut. Wenn es auch ein paar dünne Schleierwolken gab . Das war übrigens ein 8ter Tag .

Das Frühstück bestand auch heute aus einem Baguette , einem Schokobrötchen und Joghurt mit Müsli . Die Strecke von heute führt nach La Teste de Buch . Entlang der Strecke gönnte ich mir relativ früh einen Imbiss , nämlich ein Baguette mit Hühnchen und einem richtigen Kaffee , einem Cafe Grande , aber es wird das letzte Mal sein , daß ich einen normalen Kaffee bei den Franzosen trinke . Er schmeckt einfach überhaupt nicht . Mein Weg geht durch das Bordelaise-Anbaugebiet , durch die Region Cognac , der einzige Ort, an dem echter Cognac gemacht wird , und durch Bordeaux , wo es auch herrliche Weine gibt . Ich erreichte mein Ziel viel schneller als gedacht und das lag auch daran , daß die Kilometerangaben im Routenplaner nicht stimmten . Trotzdem muß man das Dingen loben , denn er hat den richtigen Weg gewiesen . Das Hotel war ausgeschildert . Leider war es relativ weit vom Meer entfernt . Diese Entfernung war nur mit dem Auto zu überbrücken , was ich kurz nach der Ankunft tat und mich entspannte , in dem ich mich wieder auf eine Bank ans Meer setzte . Dort hab ich die Reste des Baguetts gegessen , daß ich mir unterwegs gekauft , aber noch nicht vollständig verspeist hatte . Auch an diesem Strand gab es wieder Meeresrauschen zu bestaunen – und einen Angler.


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Ich war nun in Pyla-sur-Mer und nicht weit davon entfernt gibt es die Dune de Pyla. Die größte Düne Europa . Wenn man es nicht gesehen hat , kann man sich kaum vorstellen , daß eine Düne irgendwie etwas besonders sein könnte . Aber der Sandhügel war wirklich riesig . An der flachen Seite so um die 100m hoch. Vom Parkplatz bis zum Sandhaufen waren es ungefähr 150m , aber schon diese kurze Strecke quittierte mein Rücken mit Schmerzen . Vor der Düne stehend , beobachte ich einige Touristen , wie sie den Hügel heraufstiegen . Auch ich machte einen Versuch , den sehr steilen Pfad , den etliche Füße in die ansonsten makellose Sandfläche gezeichnet hatte , zu folgen . Aber mit meinen 140 Kilo ist das nicht so ganz einfach . Ich trat in den losen Sand und mein Schuh war darin verschwunden und vor mir diese Wand aus Sand . Obwohl der Weg etwas schräg die Düne hochging , schaffte ich es nicht , ihn zu gehen ...zerknirscht , weil ich von der wunderbaren Aussicht gehört hatte , die man auf dem Gipfel haben sollte und weil ich es mir vorgenommen hatte , es zu schaffen , musste ich einsehen ...it’s too high to get it right.

Nun fuhr ich noch ein bißchen mit dem Auto herum , um vielleicht so einen Punkt zu finden , von wo aus ich diese Aussicht haben könnte . Ich kam bis zu einem Restaurant , das aber geschlossen hatte und dessen Besitzerin sich weigerte , mich auf ihre Terrasse zu lassen , von wo aus man die Düne hätte sehen können .


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Auf dem Rückweg zum Hotel hab ich mich erst mal gnadenlos verfahren und bin in einen Stau geraten . Allerdings hab ich auch eine Tankstelle mit einem Menschen gefunden . Die Franzosen haben nämlich die Unsitte , Tankautomaten aufzustellen , die mit Hilfe eine Chipkarte bedient werden . Der Haken ist nur , daß das keine EC-Karte oder Mastercard ist, sondern eine spezielle nur für Benzin geltende Karte , die man nur in Frankreich bekommt – oder eben nicht bekommt als Ausländer . Gerade in kleineren Orten gibt es häufig nur noch Automaten – aber hier eine Tankstelle mit Menschen . Und schließlich fand ich sogar ein McD – ganz in der Nähe des Hotels im übrigen .

Dem Hotel war ein Restaurant angegliedert , das sehr gut war . Dieses hatte sogar eine mehrsprachige Speisekarte . So konnte ich mir aussuchen , daß ich eine Ofenkartoffel mit Quark und 3 Stücke Schweinefleisch bekomme – und das war lecker . Diesmal nahm ich sogar ein Menu , d.h. ich verspeiste noch ein Dessert . Cafe Petit mit Mouse Chololat und ein kleinem Stück Herrentorte und dazu trank ich Cidre . Das zweit beste Essen des gesamten Urlaubs und es war wirklich nicht einfach zu toppen ....Das Wetter war auch heute mit 20 Grad gut, wenn auch ein wenig bedeckt, aber trocken.

Das war ein 9ner Tag und endlich hab zusagend die Hinreise hinter mir. Ab jetzt werden die Etappen kürzer und geographisch nähere ich mich immer mehr der Heimat.

Das Frühstück war auch heute ganz gut , wenn man mal von dem Gebräu absieht , was die Franzosen als Kaffee bezeichnen . Heute ging es nach Agen . Es mag, daß ich mir das einrede , aber der Name Agen erweckt bei mir die Assoziation Tour des France . Ich fuhr aber trotzdem nicht Rad , sondern machte mich mit dem Auto auf den Weg nach Bordeaux und von da aus , absichtlicher Weise nicht über die Schnellstraße , Richtung Agen. Unterwegs hielt ich an, um eine Zigarette zu rauchen und ein Foto von einer Kirche zu machen . Ich hielt auf dem Platz 8. Mai – und ich denke , daß das auf den 8.Mai 1945 gemünzt ist, die Kapitulation der Deutschen im 2. Weltkrieg. Wieder einmal kam ich mir als Deutscher nicht besonders willkommen vor. Bei McD , das ich Marmande ansteuerte , war davon allerdings nichts zu merken . Obwohl ich davon ausging , daß in einem amerikanischen Restaurant die Bediensteten englisch sprechen , war dem nicht so. Die universelle Gebärdensprache musste wieder her . Während der Fahrt hat es leicht angefangen zu regnen und – obwohl ich mir Zeit ließ – war ich viel schneller in Agen als eigentlich geplant .


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Das Hotel in der Stadt zu finden , war mal wieder eine Herausforderung , besonders deshalb , weil ich der Kreuzung nicht links – wie mein Routenplaner meinte – abbiegen musste , sondern rechts. Es lag mitten in der Altstadt von Agen .


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Nach einer Mittagspause hab ich meinem Rücken einer Belastungsprobe unterzogen und mich mit der Karte , die ich von der Rezeption erhalten habe , auf einen Stadtrundgang gemacht . Die Cathedrale lag relativ nah am Hotel und eine Bank lud davor zum Verweilen ein . Es ist immer wieder erstaunlich . Wenn man eine große Kirche betritt und sich die Tür hinter einem schließt , ist man plötzlich in einer ganz anderen Welt . Ob es einfach ein geschickter psychologischer Trick der Baumeister ist und dieser Effekt durch die enorme Höhe des Innenraums erzeugt wird – so würde der wissenschaftliche Kritiker in mir denken – oder ob nicht Gott hier wohnt und man das sprüht , weiß man nicht . So deutlich wie in Agen hab das auch noch nie wahrgenommen . Ich war sogar kurz davor , mich zu bekreuzigen , als ich dort drinnen war .

Wieder in der realen Welt hatte ich das reale Problem mit meinem Rücken . Ich plante meinen Rundgang so , daß ich möglichst oft über kleine Plätze in der Altstadt laufen musste , weil ich hoffte , daß es an Plätzen Sitzmöglichkeiten gibt . Das klappte ganz gut . An einem solchen war dieser Sitz ein Stuhl in einem kleinen Cafe , wo ich einen Espresso trank . Mein Ziel war der Canal auf der anderen Seite der Altstadt . Dort gab es eine Brücke zu bestaunen . Außerdem war dort ein Park angelegt . Und – obwohl ich das nur für Klischee gehalten hab – gab es dort ein paar ältere Männer , die sich mit Freude dem Bocchia – Spiel hingaben . 5 unabhängige Gruppen von Männer waren dabei , die große Kugel möglichst nah an die Kleine zu werfen . Auf dem Rückweg hat es etwas geregnet, vorher lachte die Sonne mit 20 Grad. Auch der Rückweg war mit Sitzpausen , um meinen Rücken zu entlasten . Diesmal nutze ich Bushaltestellen . Fast schmerzfrei , durch das rechtzeitige hinsetzen , war ich alles im allem 1,5 h auf den Beinen . Das ist für einen Bewegungsverweigerer eine ganze Menge .

Im Hotel musste ich dann auch mal wieder stärken und orderte ein Stück Herrentorte und einen Espresso , um anschließend auf dem Zimmer bei „Wir sind Helden“ zu entspannen , worüber ich eingeschlafen bin.

Schon bei meinem Stadtrundgang hab ich die Augen aufgehalten , wo es in der Nähe des Hotels ein Restaurant gibt , da das Hotel selber nicht über warme Küche verfügt . Ich hab aber keins gesehen . So entschied ich mich , die Hotelstrasse in der anderen Richtung zu gehen und fand nach ganz kurzer Zeit eine Pizzeria . Eine der ungewöhnlichsten Locations , die ich je betreten habe . Der Wirt trägt lange Jahre , die zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind . Dazu einen Cowboyhut und Cowboystiefel . Ein Foto an der Wand zeigt den Mann beim Rodeo . Der gesamt Sims an der Wand ist Comboystiefeln übersät . Ein Bild zeigt eine surreale Grafik , in der der heilige Gral abgebildet ist . Auch der Schriftzug Lancelot taucht darin auf . Ich orderte eine Pizza , die sehr dünn , sehr lecker und mit Speck und Salami belegt war. Dazu orderte ich Cidre , der wie ein Tafelwein in einer Karaffe abgefühlt an den Platz kam . Nach dem Essen war ein Espresso fällig. Das ganze kostete 13.70 € und ich wollte 15 € geben , weil mir das Lokal so gut gefiel . Ich gehe zur Kasse und sagte „Fifteen“ . Der Typ gibt mir auf 13 € raus und sagt : „It’s O.k.“ . Er gibt mir mehr , als er muß. Ich kann den Laden nur weiter empfehlen. Eine sehr ungewöhnliche Pizzeria. So endet der Tag . Solche Dinge, wie das Finden eines solchen Ortes sind es , die das Reisen unabhängig von Reisegruppen so interessant macht .

Zunächst begann noch ganz gut mit einem ordentlichen Frühstück. Mein Ziel war heute Lavaur . Dieses Nest hatte ich ausgewählt , weil die beiden anderen IBIS-Hotels , die unter dem Suchbegriff Toulouse aufgeführt waren , in Flughafennähe waren . Ich wusste nichts über die Stadt.

Auf der Fahrt hab ich mich zunächst in Auch verfahren, um dann einen Zwischenstopp gegen Mittag bei MCD zu machen .

Toulouse => To loose your Track . Ich fahre die Schnellstraße Richtung Toulouse und halte mich – wie immer – an meinen Routerplaner , der eigentlich auch gut gearbeitet hat . Nichts böses ahnend fahre ich , als ich merke , daß die Autos von der linken Spur sich nach rechts orientieren . Kurze Zeit später sehe ich auch warum . Die Polizei hat die Straße gesperrt . Alle Autos müssen an dieser Ausfahrt die Bahn verlassen . Und da stand ich nun – ohne genaue Karte von Toulouse . Das einzige , was wichtig war , ich musste wieder auf dieser Straße , da der Weg zum Hotel darüber beschrieben ist. Ich hab keine Chance , selbstständig den Weg zu finden , wenn ich nicht die im Routenplaner erwähnte Strecke fahre . Da ich aber nun irgendwo hinfahren musste , bin ich links abgebogen und kam – obwohl absolut nicht geplant – zum Flughafen von Toulouse . Dort waren auch Schilder aufgestellt , die einen Weg zurück zur Autobahn wiesen . Es war aber jetzt schon Stau dort . Auf dem Weg Richtung Airport hab ich einen Kolonne schwarzer Autos gesehen , die von einer großen Polizeieskorte begleitet wurde . Wahrscheinlich wird irgendein wichtiger Politiker und wegen dem Arschloch haben sie die Autobahn gesperrt und ich hänge im Stau . Ich quälte mich zum Kreisverkehr – bei 20 Grad Sonne und im Wagen wurde es langsam warm . Dort ist aber die Abfahrt Richtung Autobahn gesperrt . Also einmal um den Kreisverkehr herum . Ich fahre über das Flughafengelände und frage mich , ob ich gleich auf dem Rollfeld bin , als ich den Terminal erreiche und langsam daher fahre , wo normalerweise die Taxis die Fluggäste in Empfang nehmen . Als ich dort durch bin , stehe ich erst mal wieder im Stau . Im Stau befindlich , sehe ich die Ausfahrt , auf der ich hierher gekommen bin – auch gesperrt . Aber in diese Richtung musste ich fahren , wie mir ein Motorrad bedeutete . Als ich aber nun an der Ausfahrt ankam – das mag eine Viertelstunde später gewesen sein , hob die Polizei glücklicherweise die Sperrung auf und ich durfte schließlich an der Stelle – wo ich die Autobahn verlassen hatte wieder auffahren – und meinem Routerplaner folgen . 2er Tag eben : Geduld , Geduld und nochmals Geduld.


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Das Hotel in Lavaur hab ich dann relativ schnell gefunden. Ich hatte schon vorher beschlossen mir Toulouse selber nicht anzugucken , da ich Großstädte nicht mag . Nach dieser Verzögerung war ich dessen aber noch sicherer geworden . Auf dem Hotelzimmer machte ich Siesta und fand mehr durch Zufall einen Prospekt über diese kleine Vorstadt von Toulouse und staunte Bauklötze . Der Ort hat auch eine Kathedrale , was an sich noch nicht so spektakulär , aber diese war von den Katherer erbaut – Die Katherer waren ein christliche Gemeinschaft im Mittelalter , die der Papst damals zu Ketzer erklärt hat und diese Heretiker sicherheitshalber mal in einer einzigen Nacht alle umbringen ließ . In Verschwörungstheorien spielt diese Sekte daher immer eine wichtige Rolle . Sie werden mit den Templern in Verbindung gebracht . Und natürlich mit der Suche nach dem heiligen Gral. In den 30ziger Jahre hat Himmler , der besessen war vom Grals Mythos – wie Hitler vermutlich auch , da er Wagner-Fan war – einen Mann auf die Suche nach dem Gral geschickt. Der suchte – das weiß man – hauptsächlich in Südfrankreich , weil er glaubte , die Katherer hätten den Gral gehabt . Offiziell hat er ihn gefunden . Aber der Mann war auch in Lavaur ....diese Informationen hab ich in einem Welt der Wunder zur Osterzeit entnommen, daß deutlich nach der Reise lag....Und noch gestern dieses Bild von Lancelot in der Pizzeria ...

Dieses Gefühl , in eine andere Welt einzutreten , wenn man eine Kathedrale betritt , war hier noch stärker. Wohl auch deswegen , weil draußen herrlicher Sonnenschein herrscht und das innere der Kirche richtig düster war . So eine dunkele Kirche hab ich überhaupt noch nicht gesehen . Mein Rücken ging besser als gedacht , aber auch hier machte ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine Sitzpause.

Mit der Zeit bekam ich Hunger auf meinem Stadtrundgang . Aber ein Restaurant – absolute Fehlanzeige . Nach eine halben Stunde suchen , bin ich in eine Bäckerei und hab die Verkäuferin interviewt , wo ein Restaurant sei . Diese Frau sprach leider kein Englisch, aber trotzdem verstand ich mich dann irgendwie und wies mir den Weg . Da war es so 18.00 . Das Problem sollte werden , daß die Franzosen recht spät essen . Restaurants , so musste ich lernen , öffnen erst ab 7 , frühestens . Aber ich hatte jetzt doch recht großen Appetit . Das Zeug von MCD – heute Mittag gegessen – hält nicht so lange vor . Mit den Magen auf den Knieen bin ich zurück zum Hotel . Einige wenige Speisen hatten die auf der Karte . Aber auch hier galt , vor 7 keine Chance was zu kriegen. Außerdem war die Karte in Französisch und keine der Angestellten konnte wirklich Englisch , um mir zu erklären , was das für Speisen waren . Ich entschied , während ich ein großes Bier gegen den Hunger zu mir nahm , die lokale Spezialiät zu probieren , die irgendetwas mit Beans , also Bohnen , zu tun haben soll . Ich bekam ein Gefäß vorgesetzt , das aussah wie ein Blumentopf , darin etliche gebackene Bohnen . In diesen Bohnen versteckt war ein wenig Fleisch . Zum einen eine Speckschwarte , ein bißchen gekochte Bratwurst und Fleisch , das an einem Knochen hing . Es sah ein bißchen wie toter Kanarienvogel aus, soll aber Ente gewesen sein . Das schlechste Essen der gesamte Rundfahrt . Ich mich überhaupt nicht erinnern , schon schlechter gegessen zu haben . Aber der Hunger trieb es rein .


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Das Frühstück war gut an diesem Morgen . Heute ist das Ziel , Cap d’Agde , welches am Mittelmeer gelegen ist. Um dorthin zu kommen , muß die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer überwunden werden . Das heißt , heute ist Gebirge zu bewältigen. Das wusste ich , aber mit einer solchen Schlucht , wie sie heute begegnete , hätte ich dann doch nicht gerechnet . Diese Strecke wird auch von vielen LKWs benutzt , die auf der sehr kurvenreichen Strecke schlicht nicht zu überholen sind . Auf der anderen Seite hab ich endlich den Hinweis auf ein Restaurant gesehen , daß auch geöffnet hatte . Es handelte sich dabei um eine Fernfahrerkneipe . Die Lacation war auch wieder ungewöhnlich. Man kam rein und wurde zu fremden Leuten an den Tisch gesetzt . Dort standen Wasser ,Wein und Brot. An einem Salatbüffet konnte man sich bedienen . Zu diesem Zeitpunkt hat noch niemand eine Bestellung aufgenommen oder gar was von bezahlen gesagt . Erst als meinen Salatteller aufhatte , kam eine freundliche Bedienung , die mich auf französisch zwischen 3 Gerichten auswählen ließ. Zum Glück aß jemand am Tisch schon Geflügel mit Nudeln , so daß ich einfach darauf zeigen konnte und ich bekam dasselbe . Bevor ich diese Bestellung machte , fragte man mich, ob ich etwas bezahlen wollte. Mir kam das total komisch vor . Das Essen war gut und zum Nachtisch gab es Vanilleeis mit Schokolade und sogar noch eine Espresso . Und das ganze für 12.20 € . Da kann man wirklich nicht meckern. Mir kam das ganze wie eine göttliche Speisung vor.

An einer Tankstelle hab ich nach dem Weg gefragt , um dann das Hotel relativ schnell zu finden . Man muß dazu sagen , daß es hier kein IBIS-Hotel gab und ich dieses Hotel über Hotel.de bezogen hab. Damit hat es den einen Stern mehr , der eine wirklich fürstliche Herberge auszeichnet .Zum Strand war es gerade mal 5 Minuten, wenn man zu Fuß geht, was ich tat. Die Sonne scheint . Der Sand , in den ich mich setze, ist warm und angenehm. Dazu rauscht das Meer . Und das alles hab ich ganz für mich alleine . Ich weiß nicht mehr, wie lange ich da saß und buchstäblich die Zeit vergessen habe . Im Hotel zurück trank ich erstmal einen Cafe Petit, obwohl ich ursprünglich einen Cidre haben wollte. Aber ich sollte bald lernen , daß Cidre zwar lecker ist, aber nicht besonders angesehen und als arme Leute Getränk gilt, daß es in dem Nobel-Schuppen halt nicht gibt. Danach machte ich Siesta, wobei die neue „Wir sind Helden“ gehört habe. Um was zu Essen zu bekommen, musste ich das Auto benutzen , da außerhalb der Saison von meiner Insel alles geschlossen hatte und zum Hafen musste. Das Steak , was ich aß , war zwar schön groß , aber von eher minderer Qualität. Doch in der Hafenkneipe hatten sie wenigstens Cidre. Wobei eine 0,33 l Flasche 4,50 € kostet , was ein wenig dreist ist. Aber ich saß da an der Hafenpromenade , trank das köstliche Getränke und beobachtet kleine Yachten , die vor mir lagen . Wunderschöne Location , wie man neudeutsch sagt. Natürlich durfte auch hier der Espresso nicht fehlen.


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Die Sonne begann zu diesem Zeitpunkt ihre Nachtruhe anzutreten und senkte sich langsam im Westen , so daß sich der Himmel langsam rot färbte . Das sowieso ein tolles Schauspiel , aber heute Abend toppte ich das noch, in dem zum Sonnenuntergang nochmals zum Strand an meinem Hotel fuhr . Keine Menschenseele weit und breit . Das Meer hab ich ganz für mich alleine . Jetzt war es allerdings zu kühl , um die Zeit komplett zu vergessen – trotzdem sehr schön. Wieder zurück im Hotel beobachtet ich aus meinen Zimmer den Garten, der mit Palmen besetzt war und mit Lampen angeleuchtet wurden . Indirekt von unten . Auch dabei verlor die Zeit aus dem Fokus. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende ...

Das Ziel der heutige ist Arles. Das Frühstück war mit einen Baguette , einem Schokocroisant ganz gut, wenn ich mich auch bei verpackten Joghurt vertan habe und einen mit Erdbeeren erwischte . Die Fahrt führt an einem Sandstrand entlang und mit etwas Wehmut dachte ich, daß ich jetzt erst mal wieder Abschied vom Meer musste.


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In Sete hab ich mich verfahren , aber ich hab den Weg doch relativ schnell wiedergefunden . Ich hatte ein wenig Bedenken durch die Großstadt Montepelier zu fahren , aber ich mich nicht verfahren – auch dank des guten Routenplaners. Auf der Strecke nach Nimes hab ich an einem Restaurant gehalten . Wie üblich verstand ich die Speisekarte nicht , da diese einsprachig in Französisch gehalten war. Mit Händen und Füßen erklärt mir der Wirt die Speisen , so daß ich schließlich einen Salat mit Calamaris als Vorspeise und ein Kotellet mit Püree bekam. Anschließend gab es den obligatorischen Espresso. Von da aus ging es weiter nach Arles.

Mit den Jahren hab ich schon viele Hotels gesehen , aber dieses IBIS-Hotel ist das hässlichste , in dem ich je übernachtet habe. Es liegt in einem Vorort – auf der grünen Wiese , wie man bei uns sagen würde . Überall drum herum Einkaufszentren . Das Hotel lag strategisch günstig in der mitten 3er Kreisverkehre – quasi auf einer Verkehrinsel. Dem entsprechend war viel Autolärm und eine Möglichkeit , sich draußen hin zu setzen, um die Sonne zu genießen , gab es nicht . So aß ich im Hotel einen Schoko-Cake mit Espresso als ich gegen 16.00 meine Siesta beendet hatte. Gegen 18.00 bin ich die Stadt – ca. 1,5 Km mit dem Auto – um mir die Attraktion von Arles anzuschauen. Die Arena.


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Einen Parkplatz fand ich relativ schnell . In der Stadt tat sich irgendwann das alte Problem auf , daß die Einheimischen relativ spät zu Abend essen und somit vor 20.00 selten öffnen. In einem sehr schönen Lokal hatte ich aber Glück und bekam schon vorher was zu essen . Die Bedienung war übrigens sehr hübsch . Die Stelle , wo ich saß , muß man sich vorstellen wie einen Wintergarten ohne Glasscheiben . Zu Essen bekam einen Salat mit Meeresfürchten , der sehr gut war und als Hauptmenu Fisch , der mir nicht so zusagte. Anschließend meinen Espresso. Das Motto des Tages könnte lauten :“ Essen wie Gott in Frankreich“ Ich glaube , ich hab mich heute auch etwas überfressen – aber es war so lecker.

Heute hatte ich einen weiteren Tag in Arles, in diesem wunderschönen Hotel auf der Verkehrsinsel. Ursprünglich hatte ich vor, an dem Tag nach Avignon zu fahren. Da aber heute ein 2er Tag war – und ich auch sowieso keine Lust hatte – bin ich hauptsächlich im Hotel geblieben . Das Frühstück war gut. Es gab Semmelscheiben , Croisants und Joghurt mit Müsli. Wenn man es genau nimmt, hab ich heute das Bett nur verlassen , um zu essen. Ich war ganz faul. Gegen Mittag bin ich zu Quick Drive , ein Konkurrenzunternehmen zu McD , daß auch als Drive In konstruiert war. Ich ging allerdings rein und aß einen Bürger, der eher nach einem Döner schmeckte. Anschließend hörte ich Musik. Nachmittags ging ich dann zum Original (McD) , was ebenfalls gut zu Fuß zu erreichen war. Ich genehmigte mir einen Cheese Royal und ein Mc Flurry.

Abends bin ich dann in die Stadt aufgebrochen. Auf diesem Weg bin aber noch in ein Geschäft in meinem Einkaufsvorort. Ich hatte nämlich 3 Probleme. Zunächst ist das Guthaben auf meinem Handy zu Ende (Pre-Paid-Karte). Außerdem waren meine Kippen alle und mein Bargeld ging zur Neige. In dem Supermarkt gab es auch tatsächlich eine Handy-Abteilung , aber die waren etwas überfordert. Mein Handy ist von T-Mobile und der Netzanbieter , über den ich Frankreich telefoniere ist Orange . Für Orange hatten sie aber keine Pre-Paid-Karten . Nach der relativ einfachen Parkplatzsuche in der Stadt bin ich zum Theatre Antique , um es zu fotografieren und dann begann die Suche nach einem Handy-Geschäft . Mit meinen nicht vorhandenen Französisch-Kenntnissen befragt ich Passanten, die , wenn sie mich verstanden , den Weg wiesen . Ich rannte dabei im Kreis , da ich die anderen ohl auch nicht immer richtig verstanden hab . Irgendwann – nach ca. einer halben Stunde – stand ich dann plötzlich vor einem Orange-Laden . Dort erfuhr ich dann , daß es nicht möglich ist, vom Ausland aus meine Pre-Paid-Karte aufzuladen , weil ich einen Zugang zum einheimischen Netz bräuchte , den ich aber nicht mit einer T-Mobile-Karte erwerben könnte . Heute ist übrigens ein 2er Tag.

Mein Abendessen nahm ich denselben Restaurant wie gestern ein. Diesmal beschränkte ich mich allerdings auf eine Pizza mit einem kühlen Blonden dazu. Anschließend trank ich meinen Espresso, der leider nur lau warm war. Danach machte ich mich auf den Weg, einen Bankautomaten zu finden . Wieder durchfragen , ähnlich erfolgreich wie beim Handy-Laden , bis ich auf dem Weg zum Parkplatz einen Automaten fand. Sicherheitshalber fragte ich den Mann , der vor mir Geld abholte , ob das Dinge meine Karte nehmen würde . Er verneinte , stieg auf seine Vespa und bedeutete , ich solle im folgen . So geführt kam ich zunächst wieder an dem Handy-Laden vorbei und erreichte eine Bank , an der sich der freundliche Franzose verabschiedete . Das alles wäre kein Problem gewesen , wenn mein Rücken in Ordnung wäre. So schleppte ich mich zum Schluß mehr als ich ging. Auf dem Rückweg zum Hotel tankte ich in dem Einkaufszentrum , trank noch ein Bier in der Lobby und rief schließlich per Festnetz meine Eltern an , um ihnen mitzuteilen , daß ich mich jetzt weniger melde , weil mein Handy seinem Dienst nicht nachkommen kann.

Ich freue mich, daß ich morgen wieder fahren darf , obwohl ein Tag Pause so schlecht nicht war . Außerdem nehme ich vor, irgendwann eine Rhone-Kreuzfahrt zu machen und dabei Avignon zu besuchen .

Die heutige Strecke führte von Arles nach La Seyne Sur Mer. Beim morgendlichen Frühstück hab ich erst mal den Kaffee quer übers Tablett verschüttet , so daß sich der Croisant voll Kaffee sog, sonst war das Frühstück ganz gut. Relativ zügig und ohne mich zu verfahren hab ich Marseilles durchquert . Eine Sache , die ohne den Routenplaner nicht möglich gewesen wäre , der wirklich jede Kreuzung kannte. Nach Marseilles , auf der Fahrt nach Toulon hatte ich überraschend hügeliges Gelände zu durchqueren .


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Die Fahrt führte durch eine Schlucht und suchte sich in Serpentinen ihren Weg. In La Seyne sur Mer angekommen , hab ich mich aber dennoch verfahren . Ein Einheimischer zeigte mir dann aber den Weg....und tatsächlich, es gibt noch hässlichere Hotels als das in Arles – dieses IBIS-Hotel. Diesmal lag das Hotel in der Nachbarschaft zur Autobahn und einem Metallverwerter (Schrottplatz). In dieser Stadt waren das IBIS und das Novotel Hotel im selben Hinterhof , so daß das Restaurant im Novotel auch für die Gäste im IBIS zur Verfügung stand . Heute ist Sonntag und somit ist die Küche wohl nur notdürftig besetzt gewesen, jedenfalls bestand die Speisekarte nur aus 3 Gerichten , die ich alle nicht mochte. So bin ich wieder aufgestanden und gegangen .

Auf der Suche nach McD , das ich auch fand , bin ich eine griechische Pizzeria geraten , die direkt nebenan war. Man hatte das Gefühl , als hätten Privatleute ihre Kellerbar zu einem öffentlichen Restaurant erklärt. Der wichtigste Einrichtungsgegenstand war ein offener Kaminofen , auf dem die Speisen zubereitet wurde. Auch wenn ich eigentlich was anders wollte , konnte ich dann live beobachten, wie man meinen Spieß auf dem Feuer im Ofen grillte . Mir lief regelrecht das Wasser im Mund zusammen . Das Gericht nannte sich Chicis Kebabs – wobei ich auf einen Gyrosteller getippt hatte . Und es war das bisher beste Essen der Rundfahrt. Am nahelegenden Strand hab ich ziemlich lange vergeblich versucht , einen Parkplatz zu finden , um mich dann nach erfolgreicher Mission am Meer zu entspannen . Eine herrliche Lokation . Blaues Wasser , ein leichter Wind und Sonne 20 Grad. Ich saß dort ziemlich lange und vergaß dabei die Zeit.


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Im Hotel zurück hab ich an der Rezeption Zigaretten organisiert ,wobei der Mann dort sich entschuldigte , daß er nur Stuyvesant habe – meine Lieblingsmarke. Abends bin ich wieder zum Meer und hab wieder ziemlich lange einfach nur da gesessen und die Wellen beobachtet . Diesmal war das mit dem Parkplatz kein Problem. Apropos Parkplatz . Als ich wieder in meinen Wagen steige , sehe ich kurz zum Wagen , der neben mir steht . Dort sitzt ein einheimisches Pärchen drin . Ich sehe , wie eine junge Dame , die auf dem Beifahrersitz sitzt , ihren Kopf nach unten Richtung Fahrersitz bewegt und der Mann daraufhin einen sehr entspannten Eindruck macht . Komisch , denke ich, so was sieht man sonst nur Pornos. Ich denke , es hat damit nichts zu tun , aber auf dem Rückweg zum Hotel überfahre ich eine rote Anpel – ist aber zum Glück nichts passiert. Meine Sonnenallergie macht sich wieder bemerkbar und ich merke da zum ersten Mal, daß ich meine Baseballkappe zu Hause in Deutschland vergessen habe . Zwischendurch war ich noch bei MCD und hab mir Chicken Mc Nuggets bestellt . Einen 6ser , wie üblich , aber in der Verpackung waren nur 4 . Als ich mich gerade beschweren will – was mit meinem Französisch etwas schwierig werden könnte , vor allem kann ich nicht beweisen , daß ich einfach schon 2 verspeist habe – fällt mir was auf . Das Nest , in dem ich mich befinde , heißt Six Fours , das stimmt wirklich . Ich denke an Hermes , den Schelm.

Der heutige Tag führt mich von La Seyne Sur Mer nach Valbonne , was in der Nähe von Cannes. Der Frühstück war gut . Auf der Fahrt hab ich zunächst getankt , um mich dann so schnell wie möglich Richtung Meer zu orientieren. Ich fuhr die berühmte Küstenstraße nach Cannes . Unterwegs kam ich in Lavandou vorbei. Ich setzt mich dort an den Strand auf eine Bank und entspannte . Nicht weit vom Strand entfernt war ein kleines Geschäft , daß mit Sandwiches und Baguette warb . Ich ging dorthin , um eines Frühstück einzunehmen . Im Laden sah ich jedoch kein einzigen Sandwich . Die Verkäufering machte mir klar , ich solle weiter in das Geschäft hineingehen und als ich immer noch ratlos vor einem Kühlregal stand , meinte sie , ich solle den Schinken mitbringen . Ungewöhnlich, denke ich. An der Kasse befindlich sah ich , wie die Dame ein Stück von einem großen Baguettebrot abschnitt , es aufschnitt und in eine Tüte mit meinem gerade geholten und noch verpackten Schinken packte ....Do It Yourself Baguette so zu sagend . In einem anderen Geschäft kaufe ich mir für 2 € eine Kappe gegen die Sonne und setze mich wieder an den Strand und esse das Baguette , was ohne Butte oder Remoulade doch recht trocken ist.

Also auf der ganzen Fahrt war die Landschaft wunderschön Vor Frejus mache ich einem kleinen Lokal halt. Falls Sie – geehrter Leser – mal hinkommen , das Lokal heißt La Windy . Ich aß die Plat de Jour , also das Tagesgericht. Daher weis ich nicht , was das für ein Fisch war – er sah weiß aus – aber er gehört zu dem besten , was ich je aß. Dazu gab es einen Salat und Curry-Gemüse . Auch wenn das Restaurant sehr gut war, konnte es doch ein Problem nicht lösen . Ich hatte keine Zigaretten mehr und die sind in Frankreich nicht leicht zu bekommen . Es gibt keine Zigarettenautomaten und es außerhalb der Saison, so daß die meisten Geschäfte geschlossen hatten . Mit richtig Schmacht auf der Lunge fahre ich die Küstenstraße weiter Richtung Cannes und komme an einen Berg , der sich rot am Wasser erhebt . Ich denke spontan : „ Welcome to Marlboro-Country“ . Diese Lokation war unglaublich schön.


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Das Hotel lag etwas außerhalb von Cannes und war keine Kaschemme wie die vorigen , obwohl es sich auch hier um ein IBIS-Hotel handelte. Auch hier war ein höherpreisiges Hotel der Kette nicht weit weg und dort bekam ich endlich meine Kippen . Ich trank anschließend in der Lobbe ein Bier , denn es war richtig heiß heute. Über 25 Grad und die Sonne brannte regelrecht vom Himmel. Am Abend im Restaurant hatte ich einen echten Klugscheißer als Kellner , der mir einen Vortrag darüber hielt , daß French Fries keine Pommes Frites seien . Der Lachs war trotzdem lecker, wenn er auch bei weitem nicht mit den Fisch von heute Mittag mithalten konnte. Das war ein wunderbarer Tag , nur die Sonnenallergie macht etwas Probleme.

Die heutige Fahrt geht von Valbonne nach San Remo. Das Frühstück war gut. Danach durchfahre ich Cannes und Nizza – es ist mal wieder diese erhebende Gefühl , daß der Reiseführer real geworden ist. An einem Stück Steilküste trinke ich eine Coke. Durch Monte Carlo bin nur gefahren ohne anzuhalten , da es völlig unmöglich war , einen Parkplatz zu erwischen .Da ich aber eigentlich vor hatte in der Stadt zu halten, hatte ich mir keine Gedanken über den weiteren Streckenverlauf gemacht. Nun sah ich viele Schilder und konnte diese Orte nicht zuordnen , ob diese in meiner Richtung lagen . So musste ich jetzt irgendwo anhalten . Ich sah eine Einfahrt und ich fuhr rein, parkte dort, schaute auf die Karte und stellte fest, daß ich mich in einer Einbahnstraße befand , die zu einem Hotel führte , dessen Parkplatz mit einer Schranke abgesichert war. Ich war mir unschlüssig , ob ich da jemals wieder rauskommen würde und so entschied ich – entgegen den Verkehrsregeln - zu drehen und aus der Straße wieder raus zu fahren . Diese Rechnung hatte ich ohne eine Verkehrsinsel gemacht , die so geschnitten war, daß nur die Einfahrt , aber nicht die Ausfahrt aus der Straße erlaubt . Es rumpelte ziemlich und um ein Haar hätte ich das Verkehrsschild mitgenommen . Nach 100m ist der Grenzübergang nach Italien erreicht. So verabschiede ich mich aus Frankreich.

Am Zielort San Remo finde ich mein Hotel relativ schnell . Ein altes , ehrwürdiges Haus , was eigentlich eine Kategorie zu hoch für mich ist. Ich bekomme ein Zimmer im 4. Stock und ein Hotelangestellter führt mich des Weges , der eigentlich auch für mein Gepäck zuständig gewesen wäre, aber ich hatte nur eine kleine Tasche dabei. Der Fahrstuhl knattert ein wenig und die schwere Holztür hat ein Schloss, was jedem Einbrecher die Freudentränen in die Augen treiben würde . Uralt – nichts mit Sicherheitsschloß oder so, Schlüssel mit Bart , das war΄s . Der Portier öffnet die Tür und zunächst ist das ein Zimmer wie viele . Doch dann öffnet er die Balkontür und ich sehe Palmen und das Meer . Vielleicht kann der Geiranger noch mithalten , aber ansonsten ist das schönste Zimmer , was ich je hatte – und ein ziemlich Kontrast zu den IBIS-Kaschemmen.


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Ich verlasse irgendwann das Hotel, nachdem ich eine Stunde auf dem Bett gelegen habe , dabei direkt aus dem Fenster sehen konnte und musikhörend die Aussicht genoß. Der perfekte Augenblick . Ich gehe zu einem Kiosk – ca 300m und organisiere Kippen , um dann die Strandpromenade entlang zu laufen . Da ich ja nun in Bella Italia war , wollte ich Gelati , aber das ist außerhalb der Saison nicht ganz einfach zu finden . Etwas abseits bekomme ich dann das Gesuchte – ein Banana Split – ziemlich teuer und nicht lecker.

Wieder im Hotel zurück wollte ich den perfekten Augenblick wiederholen , musste aber feststellen , daß der Akku des CD-Players seien Geist aufgegeben hat und erst wieder Strom brauchte .


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So vertrieb ich mir lesend die Zeit bis zum Abendessen im Hotel. Im Restaurant – das auch mindestens eine Kategorie über den sonst üblichen lag – gab mir der Kellner zunächst die Weinkarte . Billigste Variante 10 € für 0,5l , so daß ich beschloss , Bier zu trinken . Als Vorspeise gab es eine kleine Pizza (Antipasti) . Als 1. Gang gab es grüne Nudeln mit Thunfisch . Das war schon mal nicht schlecht . Und als 2. Gang gab es Lachs mit Cocktail-Dipp und Puree. Das war das beste Essen der Reise , obwohl der undefinierbare Fisch mit Curry Gemüse ebenbürtig ist. Aber dieses Essen hier war richtig Qualität . Diese hervorragende Sauce mit dem Lachs ...ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus , wenn ich darüber nachdenke... Der Kellner kam übrigens mit einem Tischwagen an den Tisch und schaufelte von da aus das Essen auf den Teller . Ich kannte das nicht. Irgendwann begriff ich und sagte: „Stopp .“ Der Kellenr lächelte , gab mir den Teller und verschwand mit dem Rest wieder Richtung Küche und das Essen ward nie wieder gesehen ....Das ist in Italien teueren Restaurants wohl üblich , aber mir kam das etwas merkwürdig vor. Ein wunderschöner 5er Tag geht zu Ende .

Das Ziel der heutigen Etappe war Genua , ein Großstadt . Ein wenig wehmütig verlasse ich nach einem guten Frühstück, daß aus einem kleinen Brötchen mit Salami und Joghurt mit Müsli bestand, und dem Bezahlen der Rechnung für das gestrige Schlemmermahl, die mit 26 € überraschend niedrig war, das Hotel in San Remo. Nun geht es die berühmte Küstenstraße SP1 hoch bis zum Ziel. Unterwegs hab ich Savona zu Mittag gegessen . Cotteleta alla Mailand oder so ähnlich mit Patate Frites , was auf deutsch nichts anderes als das klassische Wiener Schnitzel mit Pommes ist.


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Die Wirtsleute waren glaub ich etwas beleidigt , da ich nur einen Gang bestellt hatte . Und es fing in Savona an zu regnen. Was dann am Ziel in Genua passierte kann man schon als ein mittleres Wunder bezeichnen . Diese Stadt ist nämlich riesig und ich hatte nur meinen Routenplaner also keine zusätzliche Karte und den Namen des Hotels . Natürlich hab ich mich verfahren und hab an einer Tankstelle gefragt , wie ich zum Hotel komme. Und ich war tatsächlich im richtigen Viertel gelandet und brauchte nur noch wenige 100 Meter fahren. Am Hotel ankommen kam etwas , was es so nur im Süden gibt. Das Hotel lag nämlich in der Fußgängerzone und hat ein Parkhaus . Der Weg dahin war schon zu Fuß ziemlich steil und mein Peugeot passte nur so gerade durch diese Straße, die eigentlich auch nur für Fußgänger gedacht war. Hin musste die Straße abwärts fahren . Ich hab währenddessen starke Bedenken , jemals wieder hier weg zu kommen.

Den Nachmittag hab ich mit Lesen verbracht, da das Buch langsam spannend wird. Danach hab ich mir Kippen und Cash besorgt , um dann abends in ein Restaurant zu gehen, was unmittelbar am Hotel lag. Und das war eine völlige Pleite. Als ich die Speisekarte bekam , freute ich mich zunächst , das unter Antipasti Salat mit Meeresfürchten stand. Zumindest dachte ich, daß es sich darum handelt und ich erinnerte mich an den leckeren Salat in Arles . Als dann der Teller kam , erschrak ich zunächst und war dann ratlos. Ich schaute eine Languste an, die aussah, als wäre gerade aus dem Meer gekommen . Dazu lagen Krabben , Muscheln und allerhand andere Meerestierchen – sogar Seesternchen waren dabei – und alles so , wie Mutter Natur sie geschaffen hat – nur tot und gekocht . Nicht nur, daß das ekelig aussah , ich hatte auch nicht den Hauch einer Ahnung , wie ich die Dinge aufkriege ...und das dazu noch in einem feinen Lokal . Wie isst man so was ? Nun , die Krabben hab ich aufgekriegt – die Languste war schon schwieriger und die Seesternchen hab ich auch verspeist – bei den Muscheln bin ich allerdings gescheitert . Es schmeckte alles wirklich sehr gut , aber erstens sahen meine Handy danach aus wie Sau , so daß ich mich erst mal waschen musste , und es bißchen komisch war mir auch – die sahen so lebendig aus. Als Hauptgang hatte ich Lasagne bestellt und ich konnte mir nicht vorstellen , daß man dabei was verkehrt machen kann. Kann man aber doch. Als der Ober kam , dachte ich , er bringt einen Salat . War es aber nicht, sondern die Lasagne mit einer tief grünen Sauce ... Das mag eine lokale Spezialität gewesen sein. Da mir aber eh schon schlecht von den Meeresfürchten war , hab ich den Teller nicht aufgekriegt . Es schmeckte mir überhaupt nicht. Und das ganze war mit 31 € auch noch recht teuer. Da gehe ich nie wieder hin.

Abends hab ich dann noch ein gelesen und morgen – inschala – geht es ins Aquarium – was der Grund ist, warum ich mich überhaupt in Genua aufhalte. Die Karte hab ich mir schon an der Rezeption besorgt. Und morgen esse ich eine Pizza , da weis ich wenigstens , was ich bekomme.


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Heute war der Tag des Aquariums – dem Highlight der Reise . Nach einem guten Frühstück machte ich mich auf dem Weg. Ich entschied mich dazu , das Auto auf seinem Platz in der Garage zu lassen und stattdessen zu Fuß zu gehen . Ca. 400m . Das Aquarium selber war sehr schön und wirklich beeindruckend. Etwas genervt haben mich die Unzahl an Schulklassen, die dadurch geführt wurden und die für einen beträchtlichen Geräuschpegel sorgten . Als ich dann aber die Haie gesehen habe , war ich richtig fasziniert und diese Faszination hielt den ganzen Aufenthalt dort an. Delphine hab ich auch kurz gesehen und sogar einen Mola hatten sie dort. Natürlich auch sämtliche kleinere Fische . Es gab sogar Mantas zu streicheln . Die kamen in einem flachen Becken immer wieder an die Oberfläche und stupsten meine Hand an. Ich fühlte mich in diesem Moment wieder genauso wie ein Kind , wie die hundert anderen Kinder , die fröhlich ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen . Eine Schildkröte hat es mir besonders angetan , die ruhig ihre Bahnen im Aquarium zog und ich meine , sie hätte mich angeguckt .


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So Schildkröte werden sehr alt. Und ich fragte mich, was dieses Exemplar wohl schon alles gesehen hat. Diese Lebewesen erreichen ja locker 200 Lebensjahre . Ob sie als kleines Baby Napoleon noch gesehen hat ? Ober ob Mussolini sie gekannt hat ? Es gab auch Krokodile – etwas ungewöhnlich für ein Aquarium wie ich finde . Auch Robben – und wenn dann denke, daß Menschen auf diese Tiere einprügeln , um ihnen das Fell über die Ohren zu ziehen , kann man sich richtig schämen , Mensch zu sein. Auch Nemos waren da , genauso wie Tetra Neons, die ich auch zu Hause im Aquarium habe . Diese waren ein bißchen größer , aber nicht viel. Ja und schließlich sah auch noch eine Languste , zu der ich telepathisch sprach : „ Gestern hab ich deinen Freund gegessen !“ . Ich war richtig glücklich in Mitten dieser Fische und wie gesagt wie ein Kind – ich kann noch stauen , ich lebe noch . Netter Nebeneffekt dieses Besuches war , daß ich 3 h on foot war , aber kaum Rückenprobleme hatte .

Aquariumseindrücke :

WM-Fish
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Waldorf und Stedtler
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Mittags aß ich einer Pizzeria einen Teller Spagetti Bolognese – da kann nichts verkehrt machen – und der Kellner wirkte auch wieder beleidigt , weil ich nur ein Gericht bestellt hatte . Und dann kam die verdiente Siesta , die ich hauptsächlich mit Lesen verbrachte.

Abends ging ich wieder in dieselbe Pizzeria wie mittags . Diesmal bestellte ich Antipasti , nämlich verschiedene Wurstsorten und als Hauptgang Coteletta alla Bolognese , was aber kein Wiener Schnitzel mit Bolognese-Sauce war , wie ich dachte , sondern ein Schnitzel mit Schinken und mit Käse überbacken , was sehr lecker war. Dazu trank Aqua-Minerale und eine kleine Flasche Wein , anschließend den obligatorischen Espresso. Das ganze koste 36 € - mir fiel fast die Kinnlade runter , als ich die Rechnung sah. 11,90 € haben die Verbrecher mir für die Flasche Wein (0,5 l) abgenommen und das ohne mich vorher zu warnen . Das war nur ein 2004er Chianti – also wirklich nichts tolles. Da half auch der Amaretto nichts , den der Wirt mir spendierte , ich war fürchterlich sauer und gab kein Trinkgeld . Touristen-Nepp , eben Großstadt .


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Nun war die Luft raus und ich hab die Heimreise angetreten . Eigentlich hatte ich noch eine Übernachtung am Comer See eingeplant , aber ich bin nicht hingefahren , sondern weiter durch die Schweiz Richtung Heimat . Es stellte sich jedoch heraus , das 1000 Kilometer an einem Tag doch zu viel sind und übernachtete ich in einem Autobahnhotel in der Nähe von Karlsruhe . Vom Niveau her , IBIS-Klasse.