Frankreich 2002

Mit Hilfe meines Computers und einer sehr erstaunlichen CD-Rom plante ich an einem Abend die Strecke . Ca. 300 KM am Tag . Luxemburg sollte das erste Ziel sein , weil ich da noch nicht war und dann irgendwie quer durch Frankreich Richtung Brest – genauer Point de Pen Hir. Die Strecke umfaßte 3000 KM , 2000 in 300 KM Abständen und dann Rückfahrt 1000 Km .

Die Motivation für diesen Urlaub war so einfach wie noch nie . Einfach nur weg !

Die erste Sehenswürdigkeit war zwar eine ziemliche Pleite , da es sich um nur um einen Berg mit Wanderwegen handelte , aber abends war ich in Luxembourg . Die Stadt des Geldes – mit einer netten Kathedrale und einem Parkplatz direkt mit Blick auf ein Tal , was begrünt ist und quer durch die Stadt verläuft . Das Hotel lag direkt an dem Ansichtspunkt , wo man die Brücke und die Staatssparkasse auf der anderen Talseite sehen konnte . Im Licht der untergehenden Sonne ein herrlicher Anblick . Die Altstadt war nur ein paar Ecken entfernt – zuerst hab ich mir einen Cafe au lait (das ist natürlich Cafe con leche , ist aber französisch ) getrunken, um mich hinterher an Mc Donalds und einer Pizzeria vorbei zu Pizza Hut zu begeben ...echt multikulti die Stadt . Alle Restaurants – auch teuere französische – lagen am zentralen Platz, wo dem Touri Live-Musik der klassischen Art geboten wurde . Um den Abend zu krönen , noch ein Eis vom Italiener ...und schon da wußte ich , dieser Urlaub ist nicht gut für deine Figur – aber egal . Und nicht gut für den Geldbeutel , denn das Hotel wollte für Übernachtung mit Frühstück nur 100 € haben.


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Der nächste Tag führte nach Metz , wo es eine ziemlich große Kathedrale gibt , die mitten in der Altstadt liegt und einen Parkplatz besitzt. Über einige andere Städte – und einem Mc Donalds Restaurant – nach Troyes im Herzen der Champagne . (Mein Französisch ist nicht das beste . Da wo dieser teuere Sekt herkommt auf jeden Fall . ) Dort hat es mich viele Runden durch die Stadt gekostet , bis ich ein Hotel am Bahnhof bekommen habe . Dort nahm ich ein Einzelzimmer in einem Doppelhotel , bestehend aus einem billigem und einem mit 3 Sternen . Jenes Zimmer , was man mir für 40 € angeboten hat , hatte nicht mal ein Fenster – und so bin ich in die teuere Hälfte eingezogen , was die sehr hübsche Frau an der Rezeption nicht so recht glauben wollte . Ich hatte wieder mein schlampiges Touri-Outfit an . Direkt um die Ecke war nicht nur der Bahnhof , sondern auch ein Restaurant . Nun kann ich kein Französisch und Franzosen weigern sich einfach , englisch zu verstehen ...und eine Speisekarte zu lesen , ist da nicht ganz einfach . Escalope – das wußte ich noch von vor 15 Jahren , weil daß das einzige war , was ich als Kind auswärts gegessen habe – heißt Schnitzel . Meine Freude war groß , als ich auf der Karte dieses Wort erblickte ...wunderte mich noch etwas , weil da Poisson (auch vermutlich falsch geschrieben) stand , da ich meinte , daß das Fisch sei ....bestellte es aber trotzdem ...und als Starter ...ich weiß nicht mehr ...auf jeden Fall sind Franzosen sehr enttäuscht , wenn man sich nicht ein 3 Gänge Menü zusammenstellt . Das ist da so üblich . Bei näheren Überlegen glaub ich , ich habe da noch auf einen Starter verzichtet ...ich hatte auf jeden Fall ziemlichen Appetit und freute mich auf ein richtiges Schnitzel ...als die Kellnerin – die auch sehr hübsch war , wie ich überhaupt sagen muß , daß ich Französinnen meistens attraktiv finde – eine Schnitzel von Räucherlachs – ja Räucherlachs – mit Nudeln brachte . Es schmeckte ausgezeichnete ..dazu eine Quart (1/4 Liter) Weißwein und das obligatorisch Wasser . Dann als Nachtisch ....man will die Gastgeber ja nicht enttäuschen ...einen Furchtsalat und einen Espresso , der Cafe petit heißt , zum Schluß . Herrlich ...auch wenn mir die Stadt überhaupt nicht gefiel , aber das Essen ...genießen kann man in Frankreich .

Es ging dann weiter nach Orleans (was nicht Orliehns ausgesprochen wird) wo die berühmte Jungfrau sich mit den Briten angelegt hat und dafür von der Kirche verbrannt wurde ..oder wie das jetzt auch immer historisch zusammenhängt . Die haben eine noch größere Kathedrale als in Metz – davor das Bildnis der Jungfrau –


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und diese Kathedrale hat eine Besonderheit , was sie vermutlich einzigartig auf der Welt macht – ein Parkhaus unter ihr – was man beim ersten und zweiten Vorbeifahren aber übersehen kann , so daß man quer durch die ganze Stadt , die nur Einbahnstraßen besteht , fahren muß und irgendwie die Kathedrale wiederfinden sollte , was ohne Stadtplan etwas kompliziert sein kann . Die Kathedrale ist groß ..ob sie den Vergleich mit Sevilla aushält , weiß ich nicht genau ..auf jeden Fall nehmen die Franzosen kein Eintritt für eine Kirche , was sie sympathisch macht , dafür sind die Parkplätze recht teuer ..obwohl es ging eigentlich ... und rein kommen in eine Stadt ist das eine , auf dem richtigen Weg wieder raus , etwas anderes .

Dann ging es die Loire entlang Richtung Tours . Ein Fahrt , die sich ziemlich zieht , wenn man nicht die Autobahn benutzt . In meinem Atlas sind wichtige Sehenswürdigkeiten grün ...davon gibt es viele an der Loire , Schlösser hauptsächlich , und einige ganz wichtige Gelbe . Und Chambord war gelb . Ein Schloß – ich hab’s nur von außen gesehen – was aus Disneyland stammen könnte . Überall Türmchen und Schornsteine und irgendwie schien das alles nicht zusammenzugehören – aber es war ein Schloss in einer schönen Parkanlage und dort hab ich meinen ersten Crepes seit 15 Jahren gegessen . Und er schmeckte mir genauso gut wie als Kind / Jugendlicher , was immer man(n) auch so mit 13/14 ist .


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Man muß nicht meinen , daß es mir hauptsächlich ums Essen ging , aber diese französischen Spezialitäten wie eben z.B. Crepes erinnerten mich an ganz früher .

In Amboise – an der Loire gelegen – hab ich das billigste Hotel der ganzen Reise bezogen – nicht ohne vorher beim Castell mal wieder vor verschlossenen Toren zu stehen – und dieses lag am Ufer der Loire – nur eine Straßenbreite und einen Deich davon entfernt . Ich wohnte in einer Dachkammer , was wohl auch dazu beitrug , daß ich an mein Elternhaus erinnert wurde . Ich lag auf meinem Bett – nachdem ich ein hervorragendes Menü in einer Pizzeria hatte – und verdaute das Essen und hörte Musik dazu , als langsam die Sonne anfing unterzugehen und ein herrliches Licht warf .


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Am nächsten Tag hab ich Tours links liegen lassen und bin die Loire entlang – mit einer Schloßbesichtigung – weitergefahren bis Samur und dann auf die Schnellstraße – mit einer Besichtigung von Angers , natürlich mit Kathedrale - nach Nantes , wo ich mir eine große Kirche angeguckt und mich dann fürchterlich in der Stadt verfahren habe – im Stau steckte , immer wieder im Kreis um das Zentrum fuhr – der Motor langsam wärmer wurde und ich – immer in der Hoffnung auf ein Schild in die richtige Richtung – immer gestreßter . Ich hasse diese Stadt , weil ich schon vor 15 Jahren – als ich mit meiner Schwester und deren späteren Mann einen Ausflug dahin gemacht habe - mit meinem neuen Turnschuhen in Hundescheiße getreten bin . Diese Stadt mag mich nicht und das beruht wie gesagt auf Gegenseitigkeit .

Das Ziel war Carnac , was Archäologen was sagen wird . Ungefähr 10 Kilometer von dieser Stadt entfernt , liegt Auray , wo ich vor 15 Jahren mit meinen Eltern wohnte und bis spät in die Nacht Canasta gezockt habe , wobei die sich ihren Rotwein zogen und ich Cola trank . Auray war damals ein kleines Nest – in meiner Erinnerung – heute ist es eine Großstadt . Ich hab das Haus von damals leider nicht gefunden und der Hund – der uns damals zugelaufen war und jeden Abend wiederkam – Hugo – ist vermutlich auch längst tot . Ich übernachtet in Carnac , was am Atlantik liegt , in einem Touristenhotel . Dort hab ich mal wieder – und es beeindruckt mich jedes mal wieder aufs neue – das Meer gesehen . Jetzt nicht so einer Pfütze wie das Mittelmeer , sondern den Ozean . Ein schöner Sandstrand war keine 5 Minuten vom Hotel entfernt . Und ich stand da so am Strand , dachte daran , daß die Leute , die jedes Jahr denselben Urlaub machen oder Urlaub bei Ballermann 6 , doch ziemlich bekloppt sind und wie bekloppt man selber erst mal ist , wenn man aus diese Entfernung sich selbst bei Arbeit vorstellt . Man was sind wir Deutsche doch bescheuert . Das Leben kann einen mit sehr wenig sehr glücklich machen ...mit dem Meer zum Beispiel . „ Ich bin da . Angekommen .“ Wenn der Kellner beim Abendessen mir nicht verheimlicht hätte , daß der Wein 10€ die 0,5 l kostet , hätte das der schönste Tag meines Lebens sein können ...aber er war auch so ein guter ...außer Nantes , die Stadt mag ich nicht !


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Carnac ist den Eingeweihten natürlich deshalb bekannt , weil dort die Alignments stehen . Über mehrere Kilometer stehen Steine – ich glaub in fünf – Reihen hintereinander – wie Soldaten bei eine Parade und kein Mensch weis wieso ? Niemand hat bisher eine schlüssige Erklärung gefunden . Die Alignments sind wesentlich größer als Stonehenge – was ja nur ein Steinkreis ist . Und so eine alte Kultstätte – oder Ladebahnen für Außerirdische wie Däniken sagen würde – haben eine ungeheure Faszination für mich . Ich mag sowieso alte Sachen – und weigere mich beharrlich ein Handy zu kaufen – aber die Steine stehen da so 5000 Jahre oder noch länger und man muß sich mal überlegen , viele Menschen die schon gesehen haben und sich gefragt haben , was soll das ? Und vielleicht – ich meine sogar wahrscheinlich – liegt dieser Struktur irgendwelches vorgeschichtliches Wissen zu Grunde , was einfach verloren gegangen ist . Vielleicht wußten die mehr als wir . Atlantis , die alte Hochkultur , vielleicht ist Carnac ein Stück davon , vielleicht auch nicht , aber das ist egal , es könnte so sein . Man spürt ein wenig den Hauch von Ewigkeit , um es lyrisch zu formulieren .


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Von diesen Steinen ging es nach der Halbinsel Quiberon , wo ich mit meinen Eltern damals fürchterlich naß geworden bin , weil es damals wie aus Kübeln geschüttet hat . Dort hat sich nichts verändert – außer daß ein Restaurant aufgemacht hat , was ich aber jetzt nicht besuchte. Und dann kam die Krönung des Urlaubs ...die Fahrt nach Point Du Raz und Point de Pen Hir , an der äußersten westlichen Spitze der Bretagne . Und diese zog sich ohne Ende , weil man über die Dörfer fahren mußte . Es war schon nach 2 als ich in Point du Raz ankam und ich mußte – was ich eigentlich gar nicht mag – die letzten 200m zu Fuß gehen , um die Steilküste zu sehen . Schon wie damals gefiel mir dieser touristisch sehr gut erschlossene Point du Raz nicht so gut . 100 Km vorher an der Schnellstraße gab es bereits Hinweisschilder auf diesen Aufsichtspunkt ...ganz anders der Point de Pen Hir , nur in der letzten Ortschaft gab es einen Hinweis ...allerdings sollte ich noch sagen , daß ich um halb 4 Point du Raz nach einem Glas Cidre verlassen habe und es noch ein weiter Weg war .


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Aber meine Erinnerung an den Point de Pen Hir – mit über 90 Meter Steilküste – sehr zerklüfftet – alsder schönste Ort der Welt stimmt – auch nach heutiger Einschätzung . Dort lebt das Meer . Man kann es an die Felsen schlagen hören und der karge Fels mit seiner Einfachheit gibt einem ein Gefühl von Freiheit . Freiheit ist das , was man mit jedem Atemzug einsaugt . Klare Luft , eine Brise von Meer her , Salzgeruch und das Toben der Brandung und der tiefe Abgrund . Point de Pen Hir sehen und sterben ... „Ich bin da !“ und wollte eigentlich nie wieder weg ...

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Danach war die Luft raus , obwohl ich noch St. Malo – vor dem ich kurz vorher in einem Autobahnhotel übernachtete – und Le Mont Saint Michell gesehen habe . Und dann – mit Verfahren mit Amiens , weil die Stadtverantwortlichen ein Schild vergessen hatten , und einem Stau bei Aachen um 24.00 – beide Seiten dich , es bewegte sich keinen Millimeter - war ich nach 6 Tagen wieder glücklich zu Hause ...um vieles dankbarer als vorher.