Gegen 15.00 nahmen meine Eltern und ich die Fahrt zum circa 200 Kilometer entfernten Flughafen Frankfurt auf , wo dann um 17.00 endlich der Check In erfolgen konnte. Um 19.15 hob der Flieger dann auch ab und es gibt wenn man das schon ein paar Mal gemacht hat - nichts langweiligeres als Fliegen. Das Abheben macht noch Spaß , aber dann eingesperrt in seinen viel zu engen Sitz , in dem man nicht rauchen darf , weil immer mehr Fluglinie zu der Unsitte übergeben , Flüge als komplette Nichtraucherflüge anzubieten . Während ich da so saß , kam mir plötzlich der Gedanken , ob man da Malta nicht in der EU ist überhaupt nur mit einem Personalausweis einreisen darf oder ob man dafür einen Reisepaß benötigt . Ich sah schon vor meinen geistigen Augen den gnadenlos Blick eines braungebrannten Zollbeamten , der freundlich , aber bestimmt mich zu den Illegalen , die Malta als Brücke in eine glorreiche Zukunft sahen , bringt und mir eine gemütliche Nacht in einem maltesischen Knast wünscht . Aber zu meiner großen Beruhigung man braucht nur einen Perso , wie der Reiseführer bestätigt .
Um 22.00 war ich gelandet und ging zu der Mietwagenfirma , um meinen Wagen in Empfang zu nehmen . Es handelte sich dabei um einen KIA. Nun darf man sich Malta nicht wie eine normale Mittelmeerinsel vorstellen , sondern zu mindestens der Osten in ähnlich bebaut wie das Ruhrgebiet . Stadt geht in Stadt über und hat sehr wenig grün . Die Innenstädte sind dabei typisch südländisch mit sehr engen und verwickelten Straßen. Das alles wäre überhaupt kein Problem gewesen , wenn Malta nicht früher mal britisch gewesen wäre, und die Einheimischen damit auf der verkehrten Seite sprich links fahren . Das ist schon kompliziert , aber das hab ich England auch schon mal gemacht da war ich aber mit meinem eigenen Auto . Jetzt bekam ich wie gesagt einen Mietwagen und der hatte sein Steuer rechts . Damit muß notgedrungen mit links schalten . Probieren sie das mal aus , es ist sehr kompliziert . Nun hatte ich das Glück mit dem KIA einen Wagen aus Fernost zu erwischen , und das sind im Unterschied zu europäischen Auto , Blinker und Scheibenwischerhebel am Lenkrad vertauscht . Blinker also rechts . Und nun musste ich nur noch in dieser fremden Umgebung nachts , wenn dunkel ein unbekanntes Hotel finden ...
Doch bei dem letzten Problem hatte ich zum Glück Unterstützung . Der Mann von der Mietwagenfirma , der schon sehnsüchtig auf mich gewartet hatte , da ich sein letzter Kunde an diesem Tag war , wohnte privat zufällig in der Nähe des Hotels , so daß er mir anbot , daß er mich zum Hotel führt . Aber selbst nur Anschluß zu halten , wenn man links rum durch Kreisverkehre fahren muß und die Straßen wie erwähnt sehr verwinkelt sind , war nicht ganz einfach .
Im Hotel war dann zu allem Überfluß auch noch das Restaurant geschlossen , da es schon viel zu spät war . So bin ich um 23.00 noch zum bebauten Meeresufer aufgebrochen ca 100m um was zu Essen zu kriegen. Glück hatte ich auch da wieder , denn St. Julians Bay ist ein richtiges Touristennest und Treffpunkt der einheimischen Jugend , so daß bei Pizza-Hut noch geöffnet war und ich eine wirklich sehr gute Hawaii-Pizza mit einem Bier (Full Pint halber Liter) bekam. Bei Pizza Hut war ich dann endlich in Urlaubsstimmung und der ziemlich lange Tag zu Ende.
Blick aus Hotelzimmer
Um 8.30 gab es Frühstück von einem ganz guten Buffet für südländische Verhältnisse . Da ich mir überlegt hatte , daß das Autofahren auf der Insel wohl etwas kompliziert wird , bin ich zunächst zu Fuß zum Meer gegangen . Schon der Bucht entlang , die aus Felsen bestand , die etwa einen Meter über dem Wasser waren bis hin zum sehr schönen Yachthafen von St. Julians. Von dort aus ging eine Treppe zurück Richtung Stadt und wäre ich diesem Weg direkt gegangen , wären es wirklich nur die 50m zum Meer gewesen , die im Reiseprospekt angepriesen worden .
Gegen 10.00 klingelt auf einmal das Telefon in meinem Hotelzimmer. Da ich selber die Telefonnummer nicht kannte , hab ich diese natürlich auch niemanden mitgeteilt . So war meine Überraschung groß , als sich eine Frau meldete , die sagte , ich solle zum Treffen mit der Reiseleitung um 10.30 in der Lobby erscheinen . Wenn man PKW-Rundfahrt bucht so war das bis jetzt immer sieht man den Reiseveranstalter eigentlich nie.Aber sei es drum , ich ging hin .
Malta ist keine Insel , die für Badeurlaub geeignet wäre , sondern wer hier her kommt , will Kultur mitkriegen. So gibt es auf Malta einen unterirdischen Tempel , das Hypogium . Nur leider steht schon in meinem Reiseführer , das es sehr schwer sei , dafür Karten zu kriegen . Auch die Dame der Reiseleitung meinte , man hätte das schon in Deutschland mitbuchen sollen , gab mir dann aber die Telefonnummer des Hypogium , wo ich versuchen könnte , noch eine Karte zu ergattert .
Wieder auf meinem Zimmer befindlich hab ich meine Eltern angerufen , um zu sagen , daß ich gut angekommen bin . Der Anruf beim Hypogium war etwas komplizierter , da in englischer Sprache gehalten . Sie hatten tatsächlich noch eine Karte für den Freitag , aber ich müsste diese Karte unbedingt selber und das heute noch abholen , sonst sei sie weg . Und da war es wieder mein Problem : Autofahren auf Malta .
Ich fuhr nach Paola im Linksverkehr mit links schalten . Ich hatte zwar eine Karte , aber öfters zwischendurch nicht den Hauch einer Ahnung , wo ich war . Natülich war ich alleine unterwegs , und sich neben dem Linksschalten mit Rechtsblinken auch noch auf Straßenschilder zu konzentrieren , war schon ein etwas höherer Level des Autofahrens . Die Innenstädte sind wie gesagt etwas eng und unübersichtlich , genauso wie die angebrachten Schilder . Ich bin dreimal durch die Stadt gekurvt , bis ich das Schild zum Hypogium gefunden hatte , um habe dann noch eine geraume Zeit damit verbracht , einen Parkplatz zu finden . Ich habe aber die Karte bekommen was aber sehr viel Nerven gekostet hat .

Danach bin ich in den Süden der Insel nach Massaxlokk (auch ob der Ortsnamen ist klar , man verfährt sich recht leicht auf Malta) , wo ich in einem traumhaft gelegenen Restaurant Mixed Fish gegessen habe , wobei ich auch endlich mal wieder Swortfish essen durfte . Das Hafen war voll mit kleinen , sehr bunt bemahlten Fischerbötchen , die alle ein Auge des Ra (Agypten ?) aufgemahlt hatten .

Nach dem Essen bin ich nach Ghar Harif aufgebrochen . Das ist eine Höhle direkt in der Steilküste mit einer sehr schönen Aussicht von oben , die Höhle an sich war sehr wenig spektakulär . Dann weiter zum Highlight des heutigen Tages , der blauen Grotte . Ohne zu Wissen , was mich erwartete , hab ich eine kleine Bootsfahrt gemacht , am Fuße der Steilklippen entlang bis eben zu jener Grotte und zurück . Das kristallklare Wasser das auf Malta eh so blau ist wie nirgendwo sonst schimmert hier besonders blau , weil sich in der Grotte farbige Kristalle gebildet haben , die in allen möglichen Farben Grün , Violett usw. - leuchtete . Unglaublich schön und nach dem Trip hab ich noch den besten Espresso außerhalb Italiens getrunken .

Ein weiteres kulturelles Highlight von Malta ist der Megalithtempel von Hagdr Ohm , der aber gerade schloß , als ich ankam und der freundliche Parkplatzwächter mich bat , morgen wiederzukommen .Wenn ich mich auf der Rückfahrt nach St. Julians nicht wieder hemmungslos verfahren hätte , hätte das wirklich ein sehr guter Tag werden können , aber er war ganz gut und auch das Abendessen war ansprechend .

Der nächste Tag begann mit einem ganz ordentlichen Buffet um 8.30. Mein erstes Ziel heute war Hagdr Ohm , der neolithische Tempel , der gestern schon geschlossen hatte . Er war größer als erwartet und beeindruckend , allerdings sahen das die Touristen , die mit ihren Reisebussen zu dem Ort kamen genauso. Es war ziemlich voll da. Von diesem Tempel , der etwas im Landesinneren lag , führte ein Weg zur Steilküste , wo ein weiterer Tempel , der Mnaidra-Tempel, steht. Die meisten der schon der Rente nahen Touristen begnügten sich mit dem Tempel am Parkplatz und gingen diesen Weg nicht. Ich tat es. Und das hat sich gelohnt. Das Dingen ist größer als Stonehenge und es handelt sich einfach nur einmysteriöser Steinkreis oder verwirrende Steinreihen wie in Carnak , sondern es ist ein richtiger Tempel. Die Sonne scheint und ich setze mich in den Schatten der Jahrtausende alte Steine. Beim Weg zurück zum Parkplatz , merke ich aber doch deutlich , daß ich Raucher bin. Die Lunge pfeift auf halben Wege ziemlich, so daß ich eine Pause machen muß.
Von Siggiewi , das in der Nähe des Tempels liegt , nach Rabat bin ich die wohl schlechtste Straße ganz Maltas gefahren . Es war ein nur ein große Ansammlung von Schlaglöchern , die so tief waren , das bei einer Unachtsamkeit , das Rad darin stecken bleiben könnte , was dann einen Achsbruch zur Folge haben könnte . Aber ich schaffte es ohne größere Schäden. Ich fuhr zu den Busket Gardens , deren Eingang ich nicht fand. Am Parkplatz davor habe ich mir ein Eis und ein Sandwich gegönnt.
Die Clapham Junction werden gerne von Präastronautikern erwähnt , weil das angeblich uralte Radspuren seien sollen . Wenn man viel Phantasie hat , kann man wirklich diese Einkerbungen in den Fels so sehen. Diese Sichtweise in aber meines Erachtens nach nicht unbedingt zwingend. Ich hatte mir viel davon versprochen, muß aber sagen, es ist sehr wenig spektakulär.

Die Dingli Cliffs waren sehr beeindruckend. Es handelt sich um Steilküste , die eine schöne Aussicht bietet. In Rabat hab ich versucht , die Katakomben zu finden , die im Reiseführer beschrieben wurden . Ich bin gescheitert. Und auf meiner Suche stand ich dann urplötzlich vor dem Eingang nach Mdina, der schweigenden Stadt. Darin gab es eine sehr schöne Kathedrale und als Gesamteindruck wirkte Mdina beschaulich , wegen der Ruhe , und majestetisch zugleich. Auf der Dachterrasse einer Pizzeria , die sich ebenfalls in Mdina befand, genoß ich ein Essen mit einem wunderschöne Ausblick über die Landschaft. Ich habe meine Suche nach den Katakomben nicht fortgesetzt , sondern bin zurück zum Hotel. Abends gab es dort Buffet mit Fisch.
Am nächsten Tag machte ich mich nach dem Früstück , das ich um 9.30 genoß , auf in den Norden von Malta , nachdem ich gestern den Süden und Westen gesehen hatte. Ich fuhr zum Ghallis Point , der an der Straße lag und von dem aus man einen schönen Blick über die Bucht mit dem unvergleich blauen Wasser des Meeres hatte . Ich fuhr zum einzigen Badestrand der Insel , nach Golden Bay. Der Sand dort sah wirklich goldfarben aus. Er lag zwischen Klippen , die ansonten die Küstenlinie von Malten prägen. In einem Standcafe nahm ich einen Kaffee zu mir. Was mich jedoch entsetztlich störte , war, daß aus den Lautsprechern dort laute Diskomusik kam, die überhaupt nicht zur friedlichen Atmosphäre des Strandes passte. Ich verließ das Cafe nach kurzer Zeit und setzte mich in den Sand und lauschte dem sehr viel beruhigenden Meeresrauschen.
Keine 5 Minuten Fahrt später war ich oben auf der Klippe , die man von Golden Bay aus sah. Der Ort hieß Ghajn Tuffieha Bay und man könnte von hier oben über mehrere Buchten und wieder Klippen sehen . Das blaue und türkise Wasser des Meeres leuchtete fast in dem Sonnenschein. Dieser Ort macht dem Point de Pen Hir als schönsten Ort durchaus Konkurrenz. Und hier oben war kein Mensch.

An der Gnemia Bay hab ich mich auf einem Felsen gesonnt und mir Wasser gekauft. Dann ging es weiter nördlich und ich kam in einen Höhezug , der Marfa Ridge , und dort dann zu der Bucht Armier Bay. Eigentlich wollte ich dort Mittagessen einnehmen und Schwertfisch essen , aber den hatten sie im einzigen Restaurant dort nicht. Es gab Cerne , der auch gut schmeckte , aber was die deutsche Bezeichnung für diesen Fisch ist , hab ich nicht herausfinden können. Er hatte auf jeden Fall auch kaum Gräten. Und da saß ich nun an meinem Tisch , aß leckeren Fisch , trank ein Gläschen Weißwein dazu und direkt vor mir das tiefe Blau des Meeres und über mir der blaue Himmel . Ein leichte Brise kompletierte den Eindruck des perfekten Momentes ...so muß Urlaub sein.
Ich bin noch zu einem weiteren Aussichtspunkt gefahrt , der auch wieder schön war und bin zurück zum Hotel. Abends gab es dort ein Ding zum Essen zu bestauen , das viereckig war , wie Lasagne aussah und wie Pfannkuchen schmeckte . Das Zeug machte unheimlich satt.
Der nächste Tag begann mit Frühstück schon um 8.00 , denn wenn ich schon um eine Karte für das Hypogeum kämpfe, sollte ich auch hingehen. Ich fuhr also heute wieder nach Paola , wo es recht kompliziert war , einen Parkplatz zu bekommen . Aber nach etliche Male im Kreis fahren , fand ich einen sogar in der Nähe des Hypogeum.
Das Hypogeum ist ein Tempel , den die Erbauer nicht einfach wie tausendfach auf der Welt aus Steinen auftürmten , sondern hier hat man sich für die Variante entschieden , in den Untergrund zu Graben und das Heiligtum aus dem Fels der Insel zu meißeln. Sie taten das bis zu 3 Ebenen tief , wobei meißeln nicht ganz der richtige Begriff , denn man datiert diesen Tempel aus 3600 BC , da gab noch nicht so viele Eisenwerkzeuge. In einer Multimedia-Show erklärt man mir auf der Führung , wie unglaublich dieser Tempel ist. Für mich unglaublich war , daß diese Führung in englischer Sprache gehalten war und ich den Guide trotzdem verstand. Nach der Führung durch den Tempel , der mich sehr beindruckt hat , meinte der Guide , das manche Forcsher glauben , Malta sei Atlantis gewesen.
Traxien hieß ein weiterer , normaler überirdischer Tempel , den ich mir danach ansah . Er ist aus ziemlich großen Steinklötzen gebaut , was normalerweise die Frage aufwirft , wie die alten Malteser das geschafft haben , aber nach dem Hypogeum wirkte das unspektakulär.
Ich machte mich auf in Hauptstadt nach Valletta, wo ich endlich ein Mc Donalds fand , in dem ich einkehrte. Wenn man in dieser Stadt ist, darf man sich die Multi-Media-Show The Malta Experience auf keinen Fall entgehen lassen. Sie zeigt die Geschichte dieser Insel von den neolithischen Anfängen bis in die Gegenwart. Sehr informativ und gut gemacht, so daß keine Langeweile aufkommt. Zuvor hab ich einen Capuchino in einem Cafe mit Blick über den Hafen gegönnt , da ich warten musste, bis die nächste Vorstellung der Show anfing. Am Ausgang in einem Souvenirshop hab ich mir eine kleine Glasfigur mitgenommen , die zwei Delphine zeigt. Als Symbole für ein Paar soll das Glück für eine Partnerschaft geben, wenn man dem chinesischen Feng Shui glaubt. Schaden kann es wohl nicht. Ich fühlte mich beschenkt , durch die Möglichkeit so einen Glückbringer für mich kaufen zu können. Ich hab schon oft nach so was gesucht , aber nie finden können.
Die St. Johns Kathedrale ist groß, wie es sich für eine Kathedrale gehört und sie war auch beeindruckend , aber ob Gott wirklich so große Häuser braucht ? Vielleicht hätte man das Geld auch sinnvoller direkt den Armen geben sollen .
Zum Abendessen im Hotel gab es endlich mal wieder Fisch, den ich nicht zuordnen konnte und der mir auch nicht schmeckte, was aber vermutlich nicht am Fisch selber lag , sondern daran, daß ich zuviel Fisch in diesem Urlaub gegessen habe und ihn einfach nicht mehr sehen kann. Abends vorm Spiegel stellte ich fest , daß ich einen Sonnenbrand im Gesicht und auf den Unterarmen hatte.
Der nächste Tag begann um 9.00 und nachdem Frühstück machte ich mich auf, die kleine Schwesterinsel von Malta , Gozo , zu besuchen. Zu diesem Zweck suchte ich zunächst mal einen Geldautomaten auf , tankte dann und fuhr in den Norden zur Fähre. Auf Gozo ankommen fuhr ich direkt durch zum anderen Ende der Insel , um mir das Azur Window anzugucken. Ein Felsen stand dort vom Ufer entfernt im Meer . An seiner Spitze ist eine Verbindung zu den sehr hohe Klippen , so daß ein Bogen entsteht , auf dem viele Touristen herumliefen. Ich schaute mir das ganze von unten an und blickte dabei durch den Bogen. Durch dieses Fenster sah man das tief blaube Wasser und den Himmel. Das war sehr schön , aber es wurde schon merklich kühler.

Ich fuhr in das Städtchen Viktoria, um bei der dortigen Citadella einen herrlichen Ausblick zu genießen. In dem Citadella Garden , einem Restaurant , aß ich endlich mal wieder Fisch , weil es dort endlich Schwertfisch gab. Erster Regen fällt. An der Calypso Cave fing es an wie beim Weltuntergang aus Blechkübeln zu schütten. Ich habe daher die Aussicht nur so lange genossen , wie es dauert ein Foto zu schießen. Der bgantija Tempel war wie der Name vermuten lässt gigantisch. Sehr groß , größer als Hagr Ohm und wesentlich größer als dieser englische Steinkreis , hat sich dieser Tempel trotzdem nur durch eins ins Gedächtnis gebrannt , das englische Wetter , denn es war sau kalt und goß in Strömen.
Die Fähre zurück war voll , weil wohl alle Urlauber aufgrund des Wetters ihr gemütliches Hotelzimmer vorzogen. Es war so voll , daß ich die Überfahrt über stehen musste. Der Weg zurück zum Hotel wurde dann dadurch erschwert , daß ein Erdrutsch die Küstenstraße unter sich begraben hatte und die Straße folgerichtig gesperrt wurde. Nun hab ich mich sowieso schon andauernd verfahren , aber diesmal war es besonders schlimm.Durch puren Zufall fand ich irgendwann eine Kreuzung , die bekannt aussah . Abends gab es dann im Hotel Puree mit Gularsch ... endlich mal Fleisch.
Und am 7. Tage sollst du ruhen. , was bei der metrologischen Katastrophe, die sich Wetter nannte auch die beste Alternative war. Ich hab viel gelesen und bin zwischendurch mal raus , um bei Mc Donalds einzukehren.
Aber , auch wenn das Wetter miserable ist , bin ich auf Malta .Das Abendessen war allerdings absolut barbarisch , nämlich englisch. Gekochtes Kotlette. Dennoch bin ich glücklich , im Hier und Jetzt zu sein.
Am 17.03.03 entscheidet Georg W. Bush die zweite IRAK-Resolution, die die Europär vielleicht doch dazu bewegen sollte, beim Krieg gegen den IRAK mitzumachen, nicht einzureichen. Stattdessen stellt er ein 48 stündiges Ultimatum an Saddam Hussein, ins Exil zu gehen. Ich weilte zu dieser Zeit immer noch auf Malta, was übrigens nicht weit Djerba entfernt ist, wo Terroristen der Al Kaida eine Synagoge in Brand steckten mit vielen deutschen Touristen in dem Gebäude.
Das Wetter war inzwischen umgeschlagen und nach einem heftigen Sturm haben sich die Temperaturen deutlich abgekühlt. Die Wände meines Hotelzimmers, die innovativ für heiße Sommernächte in türkis gestrichen sind, verstärken den Eindruck der Kälte. Ich habe mir an diesem Tag einen heißen Cappuchino am Sandstrand von Golden Bay gegönnt und bin dann zum letzten Mal zum Sword-Fish Essen nach Marsaxlokk gefahren. Die Insel ist aber zu klein für die Zeit, die Ich auf ihr verbrachte. Ich hatte alles, was irgendwie interessant sein könnte, schon besucht. So saß Ich jetzt in meinem eiskalten Hotelzimmer, las und versuchte die Heizung in Betrieb zu nehmen, die aber außer einen enormen Krach keinerlei Reaktion zeigte. Wärme produzierte sie nicht. Ab und zu ging Ich in die Lobby und warf immer mal wieder einen kritischen Blick auf den Fernseher, in dem CNN lief.
Am 18.03.03 lehnt Saddam das Ultimatum ab. Es wird nun
Krieg geben, die ganz große Frage ist nur wann.
Eigentlich wollte Ich zum krönenden Abschluß morgen würde Ich abreisen, wenn der Flugverkehr denn wegen des Irak-Krieg nicht eingeschränkt wird eine Hafenrundfahrt machen, obwohl es dazu eigentlich viel zu kalt ist. Ich fahre also nach Sliema oder versucht es. Irgendwo muß ich wieder ein Schild übersehen haben, kurve dann fast 2 Stunden kreuz und quer über die Insel eine Zeit, die auch reicht um die Insel komplett zu umrunden und dabei noch gemütlich einen Kaffee zu trinken. Völlig fertig, weil ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, wo ich mich befinde, freue ich mich dann, eine bekannte Kreuzung zu finden, die allerdings näher an seinem Hotel als an Sliema liegt. Somit gebe ich den Kampf auf und widmet mich beim einem Cappuchino in der Lobby des Hotels CNN.
An nächsten Tag fahre ich zum Flughafen und gebe um 9 Uhr den Wagen ab. Der Abflug ist erst um 14.55, aber ich warte lieber auf dem Flughafen, wo ich ständig auf die Fernseher mit CNN blicke. Ich weiß nicht, wann die 48 Stunden um sein werden und ich weiß nicht, ob die Amerikaner durch die Ablehnung nicht schon vorher zuschlagen. Und was die Terroristen dieser Welt sich so an Vergeltung überlegt haben, weiß man schließlich auch nicht. Und ich sitze auf einem Flughafen, nicht weit weg von Arabien, und warte, daß endlich der Flieger kommen möge.
Es ist 15.00, aber der Check Inn verzögert sich. Warum ? Keine Ahnung, aber es macht unsicher. CNN lasse ich nicht mehr außen den Augen.
Und dann ist es endlich soweit, ich darf an Bord und gegen
18.10 lande ich zwar verspätet, aber
sicher in Frankfurt, wo meine Eltern mich abholen. Da mein Vater etwas
nachtblind ist, muß Ich die 200 KM zurück selber fahren, obwohl ich ziemlich
kaputt bin.
Um 2.00 in dieser Nacht läuft das Ultimatum aus und seit 4.15 wird zurückgeschossen. Trotzdem bin ich unendlich dankbar, noch in Friedenszeiten den heimischen Boden erreicht zu haben. Aber das war mehr als knapp.