Im Gegensatz zu Istanbul , wohin der Flug erst abends um 21.15 los ging und man mich buchstäblich um einen Urlaubstag betrogen hat , ging dieser morgens um 6.15 oder so , sau früh auf jeden Fall , so daß ich schon Mitten in der Nacht aufstehen mußte. Zu dem Flug an sich wo ich mittlerweile eine gewisse Routine habe bleibt zu erwähnen , daß er nach dem 11. September war und die Sicherheitschecks doch mehr als früher und er war mit LTU , wobei nur Kettenraucher wie ich verstehen , was das heißt.
Ich flog nach Faro , übernahm dort meinen Mietwagen , einen ganz neuen Peugeot 206 in silbermetallic und machte mich auf in die Innenstadt , wo ich gleich mal verkehrt herum durch eine Einbandstraße fuhr , eher ich einen Parkplatz erreichte , wo ich eine sehr typische Begebenheit für Portugal erlebte. Irgendwelche Penner stellen sich auf öffentliche Parkplätze Sehenswürdigkeiten usw. und weisen einen kurz ein und wollen dafür Geld haben ... So ... und nun die Premiere. Ich holte aus meiner Geldbörse 2 Euro raus deutsche versteht sich und der Portugiese nahm sie und war zufrieden. Also für so ein Globetrotter wie mich ist der Euro wirklich eine prima Sache. Einfach mit dem Geld von zu Hause im Ausland bezahlen und das klappt , ich war erstaunt.

Zu Fuß machte ich mich auf Richtung Hafen und der war schon ziemlich romantisch. Ich kann jetzt nicht mehr sagen , was ich alles in der Altstadt gesehen habe , ich weiß nur noch , daß die Batterie meines Fotoapparates schon nach einem Bild blickte und ich einem Portugiesen klarmachen mußte , daß ich eine neue brauchte. Mit Englisch ging das einigermaßen. Nach der Innenstadt war das Meer dran. Eine vorgelagerte Insel mit himmlischen Standstränden erwartete mich und das Wetter war für März unglaublich. Knappe 20 Grad , herrlicher Sonnenschein und im Gegensatz zu Zuhause , die Natur grünte und blühte. Und ich war viel zu warm angezogen. Ich hatte noch überlegt , ob ich im Meer nicht schwimmen sollte , hab mich aber dann dagegen entschieden und mich einfach auf eine Bank gesetzt , dem Plätschern der Wellen zugeschaut und zugehört und mich von der Sonne bescheinen lassen. So früh schon wußte ich , so soll es sein. Das ist Urlaub.
Einige Sehenswürdigkeiten im Umland von Faro später , wobei man das Abenteuer ohne portugiesisch zu verstehen , in einem Restaurant mit einsprachiger Speisekarte etwas zu bestellen , nicht vergessen darf , machte ich mich auf zu meinem Hotel in den Bergen in Alte. Vorher nicht zu vergessen , daß ich obwohl ich gutes Kartenmaterial hatte mich verfahren habe. Das Hotel war super. Ich war so groggy von dem Tag , der um 3.00 Uhr nachts begann , daß ich nicht mal schaffte , im Hotel noch zu abend zu essen. Abends setzte ich mich nur auf mein kleines Stück überdachte Terrasse (bei einem einfachen Hotelzimmer) und blickte dem Sonnenuntergang zu. Schön. So muß es sein.
Das Frühstück nach Kreta war ich auf einiges vorbereitet war für südländische Verhältnisse sehr gut. Wenn man mal von der Tatsache absieht , daß irgend so ein A ... .loch mich auf dem Parkplatz so zu geparkt hatte , daß ich nicht in mein Auto kam , war das ein rundum guter Aufenthalt und am Ende der Reise würde ich wieder dort nächtigen. Es war allerdings schon merklich kühler als am ersten Tag. Ich dachte , daß hinge damit zu zusammen , daß ich oben auf den Berg war und im Tal würde das Wetter schon besser.
Das Etappenziel hieß Sevilla. Unterwegs an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei und mit einer Pause in einer kleinen Stadt am Meer , wo ich zum ersten Mal portugiesischen Kaffee getrunken und ein Sandwich gegessen habe. Meine Begeisterung war so stark wie beim ersten Frappe von Kreta. Mittags gönnte ich mir Schwertfisch in einem Strandlokal. Kulinarisch war das der Höhepunkt der Reise. Überhaupt muß man sagen , daß das Essen überall sehr gut war. Meistens aß ich Mittags Fisch und abends Fleisch oder umgekehrt , immer mit einem leckeren Wein dazu. Wo ich das jetzt so schreibe denke ich : Ich will jetzt sofort wieder dahin.

Die Reiseunterlagen waren wirklich sehr gut , nur hätte ich mir persönlich auch eine Karte von Spanien gewünscht , da ich 50% der Reise in diesem Land gewesen bin. Auch hier sei noch mal der Euro gelobt , denn auch das Umtauschen zwischen Spanien und Portugal fiel ja weg. Den ganzen Tag über machte ich mir immer mal wieder Gedanken darüber , wie ich einer fremden Großstadt ein nämlich mein Hotel finden sollte und wie es mit Parkplätzen bestellt seien würde ... schlechte Erfahrung aus Heraklion auf Kreta. Aber kaum war ich am Abend in Sevilla , kaum das ich die Stadtgrenze überschritten hatte , stand da ein Schild , mit dem Namen des Hotels. Das war fast zu einfach. Die spanischen Hotels machen aus der Not des chronischen Parkplatzmangels eine Tugend , in dem sie das Untergeschoss ihrer Häuser zu Parkhäuser umfunktioniert haben und für einen Stellplatz extra Geld abzocken. Das Hotel gefiel mir persönlich nicht so gut , weil erstens das Essen miserabel war und zweitens es etwas außerhalb lag in einem Wohnviertel von Sevilla. Ich hatte zwei Tage Aufenthalt dort.
Am nächsten Tag machte ich den entscheidenden Fehler. Ich entschloß mich zu Fuß die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu erkunden und für einen fußfaulen Menschen wie mich , eine gewaltige Strecke zurück zu legen. Trotz Stadtplans war es nicht ganz einfach , sich nicht zu verlaufen. Dann aber sah ich sie , die Kathedrale von Sevilla , die doch unwesentlich größer als Kölner Dom ist und natürlich den berühmten Turm.

Zunächst mal kam ich von der falschen Seite , so daß ich um das Gebäude herum laufen mußte. Immer an der Wand lang , bis ich eine Tür entdeckte , durch die andere Touris in die Kathedrale gingen. Ich tat es innen gleich. Drinnen kamen mir purpur-tragende Männer entgegen. Hohe kirchliche Würdenträger ob Bischöfe oder gar Kardinäle weiß ich nicht. Auf jeden Fall bin ich keine 3 Minuten in dem beeindruckenden Gebäude , als ein Mann auf mich zu kam , der meinte : The Cathedral is closed , come back later und mich rauschmiß. Der Hintergrund war , daß man am Haupteingang , der tatsächlich noch zu war , 6 Euro Eintritt bezahlen mußte ... .Eintritt für ein Gotteshaus ? ... Auch wenn ich nicht zu christlichen Fundamentalisten gehöre , aber sowas gehört sich meiner Meinung nach einfach nicht. Mir fiel da spontan die Geschichte mit Jesus im Tempel ein , der die Geschäftemacher aus diesem vertrieb. Geld nehmen , um in eine Kirche zu kommen , macht man einfach nicht und dabei bleibe ich.
Ganz in der Nahe war ein Museum für indianische Kunst aus Mittelamerika , aber das wurde gerade umgebaut und eine Festung hatte an diesem Tag denn es war ein Montag geschlossen. Zu erwähnen bleibt noch , daß ich mal wie auf Kreta den Fehler machte , mir Fisch zu bestellen , ohne zu wissen , was das genau ist und ich genau wie auf Kreta , diese frittierten ganzen Fischen bekam , die ich schon auf Kreta nicht mochte und das der Rückweg logischer Weise genauso lang war wie der Hinweg und ich mir einen tierischen Wolf gelaufen habe. Um diesen Tag abzurunden , wollte ich wenigstens am Abend was Vernünftiges essen. So ging ich , da in meinem Reiseführer stand : Die Spanier essen recht spät , gegen 20.00 Uhr im Viertel spazieren. Das einzige Restaurant war zwar geöffnet , aber um 20.30 wo mein Magen sich der Kniescheibe näherte sagten sie , die Küche würde erst in einer halben Stunde öffnen , so mußte ich wieder im Hotel essen ... und es schmeckte wieder nicht. Fazit : Ich mag Sevilla nicht.
Das nächste Etappenziel hieß Cordoba. Ich hatte mich dazu entschieden , nicht die Schnellstraße zu nehmen , sondern entlang eines Flußtales die Strecke zu bewältigen. Wieder gab es viele Sehenswürdigkeiten , auf die ich mal nicht eingehen.Man muß vielleicht erzählen , daß ich etwas vom Weg abgekommen war , als ich ein Castello suchte und dann in einem Dorf mitten im Nichts einen Cafe con leche (letsche) bestellt habe , was Kaffee mit Milch bedeutet und die Leute haben mich verstanden. Außerdem sah die Bedienung recht ansprechend aus und diese lächelte mich die ganze Zeit an aber ich mußte ja weiter.

Unterwegs sah ich eine Burg auf einem Hügel sah sehr romantisch bis düster aus..so alla Hollywood. Der Parkplatz war unten am Hügel und die Burg logischer Weise oben. Ich war konditionell immer noch nicht besser drauf auf als bei der Giralda (Dem Turm der Kathedrale von Sevilla) und war ziemlich schnell außer Puste , als mich etwa auf halber Strecke ein Auto überholte ... man hätte also auch mit den Wagen hier hoch fahren können ... aber jetzt wieder umkehren , hätte sich nicht gelohnt. Ich holte also die letzten Reserven aus meiner Raucherlunge heraus und hatte Stechen in den Hüften , außerdem tat mir der Rücken weh , aber irgendwann hatte ich es dann geschafft und stand vor den Eingang zur Burg. Der Ausblick war herrlich und frohen Mutes schritt ich auf das Burgtor zu und zog. Nichts tat sich , die Tür war verschlossen. Aus einer Tafel konnte ich entnehmen , daß dieses Museum leider geschlossen hatte , weil an diesem Tag Dienstag war ... so wie das in Sevilla , denn da war ja Montag. Dieses wurde zum Running Gag des Urlaubs. Es kam schon mal vor , daß ich eine Sehenswürdigkeit nicht fand , weil die Beschilderung fehlte oder unklar war , ich sagte mir dann : Ist egal , da wäre eh geschlossen heute , weil heute z.B. Donnerstag ist.
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Cordoba selber ist eine sehr schöne Stadt und das Hotel lag in der Altstadt , womit Sie wenn sie schon mal in einer südländischen Stadt waren ermessen können , wie breit die Straßen da sind. Mit meinen Peugeot kam ich so gerade durch. Das Spielchen mit dem Parkhaus im Keller kannte ich ja schon aus Sevilla. Diesmal hatte ich aber nur einen Tag Aufenthalt , so daß mir die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt am Nachmittag anguckte. Da gab es zunächst mal das direkt am Hotel befindliche Judenviertel mit Gassen , wo man so gerade als Fußgänger durch paßte und irgendwo spielte jemand Geige , was so richtig zur Stimmung paßte. |
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Das Wetter war auch toll und ich fand mich dank eines Stadtplans sehr gut zu recht. Auch diese Stadt hat eine ziemlich große Kirche es ist eigentlich eher ein überdachtes Fußballfeld , so groß ist das Dingen. Es wurde glaub ich erst ein römischer Tempel , dann eine Moschee und schließlich eine Kirche ... riesig..und auch wieder nur mit Eintritt zu betreten und massenhaft Gold innen drin. |
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Nach einem Abstecher in einen sehr schönen Park , wo ich Fotos schoß , in dem nach symmetrischen Plan Teiche angelegt waren und ich den letzten Rest Kondition verbraten habe ging ich zurück zum Hotel. Allerdings nicht ohne noch einen Cafe con Leche in der Altstadt zu trinken. So muß Urlaub sein.

Abends im Hotel bestellte ich mir einen Kaffee und forderte anschließend zum bringen der Rechnung auf und das alles auf spanisch. Ich war stolz auf mich , kann ich Ihnen sagen. Zum Glück hatte ich entdeckt , daß keine 100 m vom Hotel entfernt ein Burger King war und ein Laden , wo man Baquettes erstehen konnte. Dieser Tag hat rund um für Sevilla entschädigt
Der Rest des Urlaub begann mit leichten Nieselregen in Cordoba. So richtig hat es die nächsten 4 Tage nicht aufgehört. Die Tour führte mich nach Elvas also zurück nach Portugal wo ich im Hotel meinen Personalausweis , den man vorlegen muß , um ein Hotelzimmer zu kriegen , zunächst nicht fand und mir schon überlegte , wie ich der Polizei erkläre , was passiert sei. Ich dachte , ich hätte ihn in Cordoba liegen lassen. War aber nicht so. Der Abend es war eine weite Etappe aß ich in dem Hotel , wo ich Shocking Buttler gespielt habe. Das Spiel ging so : Das Hotel war recht nobel und der Kellner benahm sich so steif und höflich wie ein englischer Buttler. Man sollte wissen , daß jene Gegend berühmt für seinen Wein ist. Doch ich bestelle zunächst mal ich war einziger Gast ein Pils und dazu Fisch. Dabei muß sich dem Kellner schon der Magen umgedreht haben. Der Typ erkannte eindeutig , daß ich keine Ahnung hatte , also empfahl er mir eine Suppe als Vorspeise mit aller Hand Kräutern aus der Region und dazu Schwertfisch. Ich stieg dann auch auf Weißwein um und sagte , daß er einen wählen sollte , der dazu paßt. Das Essen war ausgezeichnet und dann kam der Hammer , ein anderer Kellner betrat mit einem Teewagen den Raum , auf dem allerhand Desserts standen und rollte zu mir an Platz , wo natürlich der Buttler stand , der sobald ich das Glas leer hatte , sofort nachfüllte und mich ansonsten sehr kritisch beäugte nicht ganz so angenehm beim Essen. Ich merkte förmlich wie er dachte , daß ich in meinem schlampigen Touri-Outfit nicht in gediegene Atmosphäre des Lokals paßte. Dann sollte ich auswählen und ich hatte vorher leckersten Schwertfisch und nahm Mousse Chocolate (mein Französisch ist miserabel , ich meine einfach Schokoladen-Pudding , Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen). Selbst mir als Laie leuchtete nach dem ersten Löffel ein , das paßt nicht zusammen und der Buttler hatte nun endgültig den Kaffee von mir auf. Ich hörte wie er verzweifelt vor sich hin murmelte , peixe con mousse und sah , wie er verständnislos den Kopf schüttelte. Um den Abend für ihn zu retten , sagte ich , als mir Wein zu den Schokoladen-Pudding einschenken wollte was auch nicht zusammen paßt daß ich den nicht wolle , weil das nicht harmoniere. Da grinste er über das ganze Gesicht und zwang mich nahezu dazu , kandidierte Pflaumen zu probieren , die absolute Spezialität von Elvas , was auch , wie ich später herausfand , in meinem Reiseführer stand. Den Schoko-Pudding hat er mir ebenso wie die Pflaumen geschenkt. Das Spiel nennt sich Shocking Buttler und war unheimlich lustig.
Längs des Weges
Elvas war ansonsten eine sehr schöne alte Stadt mit einer Mauer drum herum und einem großen Aquädukt aus Römerzeit. Elvora war das nächste Etappenziel und das Hotel sehr modern ohne jegliche Atmosphäre , aber gut gelegen , nur einen Steinwurf von der mit einer Mauer umgebenden Altstadt entfernt. Aber das Wetter war richtig scheußlich. Trotzdem wagte ich mich ohne Regenjacke auf den Sightseeingtrip. Ich habe mich entsetzlich verlaufen , weil die Straßen ringförmig um den Hügel gingen und ich nie wußte , wo ich eigentlich bin. Die Kathedrale hab ich trotzdem gefunden , aber sie war zu.. war klar , war ja Freitag , , doch das war diesmal nicht der Grund , sondern ich war einfach zu spät unterwegs. Dann hab ich auf einem Marktplatz etwas gegessen , was ich so bis jetzt nur aus der Türkei kannte. Blätterteig mit Gehacktem drin. Ich probierte eins von diesen Muffin großen Dinger , war begeistert , und ließ mir 2 einpacken , nicht ohne vorher mein alltägliches Bier zu trinken. Im Urlaub ist ein Bier pro Tag Pflicht koste es , was es wolle.

Dann wieder zurück in Alte verlebt ich einen sehr schönen Abend an einem echten Kamin und draußen schüttete es in Strömen. Ein paar andere Urlauber verrieten mir , daß sie schon 5 Jahre hintereinander Urlaub in der Gegend machte , aber so schlechtes Wetter hatten sie noch nie. 3 Wochen mehr oder weniger Dauerregen. Da hatte ich mit meinenAusflug nach Spanien ja doch die richtige Wahl getroffen. Ein gutes Essen und ein paar Bierchen vorm schlafen gehen. Und ein rundum guter und interessanter Urlaub ging zu ende.
Der Abflug war abends , 18.15 und so ließ ich es mir nicht nehmen , trotz des bescheidenen Wetters , noch mal zu dem Sandstrand zu fahren , um mich vom Meer zu verabschieden..und da war es sogar kurzzeitig trocken ... Das war der Urlaub in Portugal und Spanien und nun ... zurück ins wirkliche Leben.