Es ist also doch dazu gekommen , der Student und die Studentin haben mich zu sich nach Valencia eingeladen und ich fahre tatsächlich hin. Natürlich hätte ich auch fliegen können , ich zog es jedoch vor , mit dem privaten PKW nach Spanien anzureisen . Da dieses doch eine längere Strecke ist, hab ich mir Etappen von ca. 500 Kilometer überlegt , die ich jeden Tag fahren möchte .
Heute ging es also los. Um 7.00 Uhr klingelte der Wecker , was ich komplett ignorierte , aber dennoch , wohl durch die Aufregung , wenig später wach wurde. Um 8.00 setzte ich mich in meinen Peugeot 307 und fuhr los. Den ersten Stop legte ich schon relativ früh in Siegen ein , um das Frühstück nachzuholen . Ein Mettbrötchen und einen Late Macchiato hab ich mir gegönnt. Nächster Stop war Frankfurt . Normalerweise fahre ich , wenn ich in Richtung Freiburg fahre , immer konsequent geradeaus und das auf der A5 . Mein Routerplaner meinte aber , es sei günstiger , die A67 zu nehmen . Ich tat ihm den Gefallen , ob das wirklich kürzer war , weiß ich nicht. Nördlich von Karlsruhe gab es dann Mittag . Spießbraten mit Pommes Frites und Salat . Auf diesem Rastplatz allerdings in Gegenrichtung hab ich schon mal übernachtet , als ich aus Italien zurückkam und die Augen einfach nicht mehr aufhalten konnte . Das war der letzte Urlaub gewesen .
Der nächste Stop war Freiburg und das relativ zufällig und nicht deswegen , weil es meine Jugendliebe , die ich nicht so ganz vergessen kann , nach Freiburg verschlagen hat . Ich sah aber aus einiger Entfernung eine Frau , die ihr sehr ähnlich sah. Wenn sie es gewesen sollte, so bleibt zu bemerken , daß sie dann glücklich in einer Beziehung wäre , weil kurze Zeit , nachdem ich Blickkontakt aufgenommen hatte , ein Mann kam, der sie umarmt und küsste . Aber an soviel Zufall glaub selbst ich nicht . Sie war es vermutlich nicht. Die anschließende Einreise nach Frankreich verlief unspektakulär.
Den
Menschen , die in Erdkunde und Geographie immer eine gute Note hatten oder sich
nach der Schule auf diesem Gebiet fortgebildet haben , wird auffallen , daß es
nicht unbedingt der kürzeste Weg nach Valencia ist , wenn man vom Ruhrgebiet
über Freiburg fährt . Diesen Umweg hab ich aber gemacht , um mir das Nationale
Automobil Museum im Mulhouse anzusehen . Diese schließt aber recht früh und so
musste ich schon um 15.00 Uhr da sein , sonst hätte sich der Aufenthalt nicht
gelohnt . Das hat er aber nun , denn das Museum war großartig . Automobile aus
den letzten 100 Jahren wurden in mehreren Hallen ausgestellte . Hunderte von
originalen Oldtimer . Bugattis , Rolls Royce und ähnliche Gefährte für die
Unterschicht . Ein paar Peugeots , schließlich bin ich Frankreich und sogar ein
paar Horchs , des Führers Lieblingsauto. Ich bin 1,5 Stunden dadurch gelaufen
und mein Rücken hielt sich erstaunlich gut.

Anschließend hab ich mich fürchterlich in der Stadt verfahren Routenplaner und Innenstädte als ich das Hotel in Mulhouse gesucht. Die größte Peinlichkeit für den Programmierer des Planers bestand darin, daß er nicht berücksichtigt hatte , daß die Straße ab einem bestimmten Punkt eine Fußgängerzone wird , die man umfahren müsste , wenn man wüsste wie.
Dieser Tag , der ja auch recht früh begann , hat mich ziemlich geschlaucht . 1,5 h bin ich glaub ich im letzten halben Jahr insgesamt gelaufen . Ich bin in meinem Hotelzimmer eingeknackt , ohne Abendbrot zu mir zu nehmen .
Das Frühstück in dem Hotel war eher durchschnittlich und hatte keine Wurst zu bieten . Auf der Fahrt nach Soleil Royal hab ich mich nur einmal verfahren . Dieses Soleil Royal wird die ideale Stadt genannt . Irgendwann im 19. Jahrhundert oder so haben sich ein paar Architekten zusammengesetzt , um eine Stadt zu entwerfen , wie sie optimal aufgebaut ist. Drumherum haben sie schon mal sicherheitshalber eine hohe Mauer gezogen. Der Eingang markiert ein Ding wie das Brandenburger Tor in Berlin . Nur gab es hier im Gegensatz zu Berlin früher einen Durchbruch durch die Mauer , der allerdings mit einem Eisentor verschlossen werden konnte .

Es war kurz vor 12 , als ich dort ankam . Ich mache kurz ein Foto durch die Gitterstäbe des nun geschlossen Tores . Dann sagt man mir , daß dieses Museum eben um 12 Uhr schließt und gegen 14.00 wieder eröffnet . Der kurze Blick nach drüber war sehr verlockend und beeindruckend. Gegenüber der Sehenswürdigkeit war eine Eckkneipe . Ich bin in völliger Unkenntnis der französischen Sprache in diese hinein und hab mir Plat du jour bestellt ..mit Händen und Füßen und ein wenig Englisch , was der Wirt nicht wirklich verstand. Als Vorspeise gab es Wurst und Brot , was ich gerne zum Frühstück gehabt hätte . Der Hauptgang bestand aus Reis und Fleisch , beides in geringer Menge und für mich nicht genauer zu definieren . Das Dessert war Schokoladenkuchen und natürlich , ich bin in Frankreich , einen Cafe Petit dazu. Das Essen dauerte so ungefähr eine Stunde. Ich hätte nun bis 14.00 warten können , tat das aber nicht , sondern fuhr weiter.
In Lyon muß ich mich verfahren haben und irgendwie eine Ausfahrt anders genommen haben , als mein Routerplaner vorsah. Ein Navi könnte nun die Strecke neu berechnen , aber mein Rechner steht zu Hause im Wohnzimmer und ich habe nur diesen blöden ausgedruckten Zettel . Ich bin aber einfach mal weiter gefahren und habe so wie früher auf Schilder geachtet und dann einen hoffentlich sinnvollen Weg gewählt . So nach einer halben Stunde wurde ich etwas nervös , weil immer noch kein Schild in meine beabsichtigte Richtung auftauchte ....Aber irgendwann fand ich die Strecke des Routenplaners wieder und war auf der A7 purer Zufall allerdings .
An einem Rastplatz halte ich an und stärke mich mit einem Sandwich und einem Kakao , den ich einem Laden gekauft habe , der sich Le Boutique nannte und zu einer Kette gehörte , der allerdings keinerlei Klamotten anbot , sondern nur abgepackte Nahrungsmittel.
In Montelimar meinem Etappenziel das übliche Problem . Der Routenplaner ist für Innenstädte einfach nicht zu gebrauchen . Durch Zufall , dem Umfahren einer Großbaustelle , die der Routenplaner nicht kannte , fand ich das Kyriad Hotel mit einem Parkplatz direkt vorm Haus. Das Hotel liegt nicht wie von mir erhofft an der Rhone . Bleibt noch das Abendessen zu erwähnen . Ich trank Bier , dazu gab es als Vorspeise etwas was aussah und schmeckt wie Spring Rolls mit Krabben auf Salat vom Chinamann um die Ecke . Schmeckte aber gut . Als Hauptgang Fisch , der wie eine Roulade in Deutschland gerollt war , aber kein Rollmops war. Dazu Gemüse und Pollente (nicht Polizei , das Essen gibt es wirklich , wenn es mir auch absolut nicht schmeckt ). Der Fisch war aber gut. Das Hotel hatte aber noch den Nachteil , daß es komplett ein Nicht-Raucher-Hotel war...ich hab später erfahren , daß das jetzt Gesetz in Frankreich ist ....

Das Frühstück war in Ordnung . Der erste Weg führte mich heute zu einem Bankautomaten , um dort Bargeld zu bekommen . Dieses klappte , wie auch das Auffüllen des Tankes mit Benzin , reibungslos. Heute hab ich mir als Highlight die Stadt Avignon ausgesucht . Die Altstadt ist komplett unterkellert , wobei sich in diesem Unterschoß ein Parkhaus befindet . Während ich angestrengt nach einem freien Platz für den Wagen Ausschau hielt , rumpelst es auf einmal . Ich hatte eine kleine Mauer übersehen , was dazu führte , das die Plastikschutzblende über den Winterreifen , die nicht auf einer Alufelge montiert sind , kaputt gingen und einrissen .
In Avignon absolvierte ich das Sightseeing-Programm zu Fuß. Der Papstpalast war schon ziemlich beeindruckend . Die berühmte halbe Brücke weniger , aber wenn man schon mal da ist , muß man sich diese natürlich auch ansehen . Das schönste an Avignon war aber der Espresso , den ich mir im Schatten des Papstpalastes getrunken habe .

Zum einen ist dazu anzumerken , daß ich nach mehrmaligen Frankreichaufenthalt endlich gelernt hatte , daß Espresso dort Cafe Petit heißt. Das ist so ziemlich die einzige französisch Vokabel , die ich wirklich kann . Es erfüllt mich mit Stolz , wenn ich diesen in der Landessprache bestellen kann . Und das wollte ich auch diesmal tun. Ich sagte also zum Kellner : Cafe Petit und der guckt mich mitleidig an wahrscheinlich wegen einem schrecklichen Akzent und fragt zurück : Espresso ? Seitdem weiß ich , daß die Franzosen den Ausdruck Espresso in ihre Alltagssprache übernommen haben und somit kann ich meine einzige französische Vokabel auch wieder vergessen.
Zum anderen ist das Wetter sehr gut. Knappe 20 Grad und die Sonne lacht vom Himmel , so daß ich den Espresso nur mit T-Shirt bekleidet in einem Straßencafe einnehmen kann. Es wird langsam warm . Auch wenn der Winter zu Hause nicht gerade als besonders kalt bezeichnet werden kann , hier war die Natur eindeutig schon weiter . Und somit fühlte ich mich nun erstmals wirklich im Urlaub .
Mittags aß ich an einer Raststelle Fisch mit Sauce Hollandaise , dazu einen Kokos-Kuchen und schließlich zog ich mir einen Kaffee aus einem Getränkeautomaten . Für diesen Automaten brauchte man eine Münze , aber leider keine Euros , die ich vergeblich versuchte dort einzuwerfen , sondern ein metallenen Chip , den man an der Kasse bekommt , wenn man dort angibt , daß man gerne einen Kaffee hätte . Das muß man aber erst mal wissen , so daß ich zunächst mal wieder als dummer Tourist aufgefallen bin.
Um 14.11 war es dann endlich zu so weit . Ich habe zum ersten Mal auf dieser Reise das Meer gesehen . Genauer gesagt das Mittelmeer und zwar in der Nähe der französisch spanischen Grenze. An einem Rastplatz kaufte ich mir noch ein Baguett mit Schinken , ohne es aber jetzt schon zu verspeisen.

Das Ziel der heutigen Etappe ist Sant Feliu d.G. an der Costa Brava. Ich fand das Hotel in dem Ort relativ schnell , da ich dort auch keinen Routenplaner brauchte. Das Zimmer hat zwar Balkon , aber es steht noch ein Gebäude zwischen mir auf jenem Balkon befindlich und dem Meer , so daß ich dieses nicht sehen kann. Das Wetter ist immer noch sehr gut , Sonne scheint und es geht am Wasser eine kleine Brise . Ich setze mich mit meinem Baguette an den Sandstrand , esse und beobachte das Meer . Entspannung pur.
Ich sehe aus den Augenwinkel ein Pärchen näherkommen . Ein Mann und eine Frau umarmen sich und tauschen Zärtlichkeiten aus. Das besondere dabei ist , daß die Dame eine weiße Hose und ein schwarzes Top trägt , was ihre gute Figur erkennen lässt . Dazu kommt aber nun ein Mann , der etwa meine Figur mit 135 Kilo Lebendgewicht hat. Und da fragt man sich doch , wie kommt so ein hässlicher Vogel an eine solche Frau ? Und die Tatsache , daß er das irgendwie hingekriegt gibt , gibt der Hoffnung meinerseits Nahrung , ebenfalls mal so etwas hinzukriegen.
Dazu müsste ich aber vermutlich das Essen reduzieren , was ich aber im Urlaub nicht tat, sondern abends das Restaurant des Hotels aufsuchte . Im oberen Stockwerk war ein Raum , in dem ich speiste. Er war mit roter Tapete ausgekleidet und es standen allerhand alte Einrichtungsgegenstände herum . Ich hab das ganze als den Roten Salon bezeichnet . Zu dieser stilvollen Atmosphäre wurde leise klassische Musik aufgelegt . Ich aß einen Cocktail de Gambas als Vorspeise. Als Hauptgericht bestellte ich mir ein Mailänder Schnitzel , weil ich im Hinterkopf hatte , daß das so eine Art Cordon Blue ist . Nun ja , irgendwie ist ein Wiener Schnitzel ja ein Cordon Blue , nur eben ohne Käse und Schinken im Fleisch . Mailänder Schnitzel ist also ein Wiener Schnitzel , in diesem Fall ein ziemlich trockenes noch dazu. Nicht so meine Lieblingsspeise . Der anschließende Espresso war aber wieder ganz ordentlich. Mit dem Gefühl ich bin fett gehe ich an diesem Tag ins Bett und schlafe relativ früh ein .
Gegen 9.00 Uhr nahm ich heute das recht gute Frühstück ein . Ab jetzt war ich wieder auf meinen Routenplaner angewiesen , der mir die Strecke nach Vila Seca zeigen musste . Doch ich scheitere schon daran , die Straße zum nächsten Ort auf der Karte , Tossa del Mar , zu finden . Bei meiner Suche gerate ich eine kleine Gasse , durch die mein Auto so gerade noch durchpasste . Diese war ziemlich steil und führte Richtung Hafen . So auf halber Strecke sehe ich , wie ein LKW irgendeine Ladung zu einem Geschäft bringt und dort die Straße blockiert . Nebenstraße in südländischen Städten können sehr eng sein und so war auch diese. Ich muß sagen , ich habe einen leichten Anflug von Klaustrophobie bekommen , als vor mir der Weg versperrt war und das Zurückfahren aufgrund der Enge und der Steigung sehr schwierig werden würde . Ich bekam Nervenflattern und der Blutdruck stieg in die Höhe .
Tief durchatmen , sagte ich zu mir und setze an , den Berg rückwärts und vorsichtig wieder zu erklimmen , was schließlich gelang . Daraufhin bin ich an direkt am Meer entlang gefahren , was mich aber nur in einer Sackgasse führte , die aber zum Glück außerhalb der Kleinstadt endete . Dort traf ich auf einen spanischen Bauarbeiter , der mir tatsächlich den Weg zur Straße nach Tossa del Mar erklären konnte . Diese ganze Aktion hat mich eine 1h gekostet . Wenn man weiß, wie man fahren muß, ist das eigentlich auch ganz einfach wenn die Strecke auch überhupt keine Ähnlichkeit zu den Angaben des Routenplaners hatte . Die durchweg sehr schöne Küstenstraße an der Costa Brava entschädigte dann aber für den etwas missglückten Start in den Tag . Steilklippe und Serpentinen . Schön zu fahren , wenn hinter einem nicht Einheimische fahren , die an die Landschaft gewöhnt sind und diese nicht mehr spektakulär finden , sondern nur möglichst schnell von A nach B kommen wollen . Das war aber erst später der Fall. Bis Tossa del Mar hatte ich die Piste quasi für mich alleine. Schön !!

Bei der Erstellung der Route im Netz hab ich dem Planer vorgegeben , er möge doch bitte mautpflichtige Strecken umgehen . Und das tut er mit einer absoluten Genauigkeit und ich fahre über die Dörfer. Dabei auch immer mal wieder Küstenstraße.
Mittags kehre ich bei einem Burger King ein , der aber zunächst noch geschlossen hat. Öffnungszeiten bei einem amerikanischen Schnellrestaurant ? Bei uns haben die Dinger glaub ich rund um die Uhr auf . Egal , jetzt musste ich etwa eine Viertel Stunde warten. Ich nutze die Zeit, um mir auf der Karte anzugucken , wo ich denn nun bin und erstellt etwas erschreckt fest , daß das Fahren auf Nebenpisten dazu führte , das ich von den beabsichtigten 350 Kilometer Mittags um 12.30 erst 50 Kilometer abgerissen hatte . Ich muß was ändern .
Nach dem Essen fuhr ich noch ein Stück Küstenstraße , diesmal mit dem Problem , für alle anderen Verkehrsteilnehmer ein Verkehrhindernis zu sein , weil ich deren Geschwindigkeit nicht mitgehen konnte . Danach folgte Barcelona für Fortgeschrittene , denn einfach den Ring fahren , der Maut gekostet hätte , kann ja jeder , aber ich auf Nebenpisten durch eine fremde Metropole zu kämpfen , ohne sich zu verfahren , ist eine echte Herausforderung . Für diesen Streckenabschnitt muß man den Routenplaner loben , weniger dafür , daß er sich an einer Kreuzung nach Barcelona mit Kleinigkeiten wie rechts und links abbiegen vertan hat und ich 20 Kilometer in die verkehrte Richtung gefahren bin , um dann bei einer Tankstelle nachzufragen , ob das denn nun der richtige Weg sei.
Nun kam wieder so etwas , was man nur auf reisen erleben kann . Ich mache Rast an einem Truck Stop , um mir einen Kaffee zu trinken . An der Theke bestelle ich diesen , wobei ich ähnlich gut spanisch wie französisch spreche , nämlich gar nicht , und die Bedienung kein Wort Englisch verstand. Kaffee verstand sie aber . Ich sehe an der Wand Werbetafeln für Baguettes und dachte mir , daß ich so eins dazu nehme . Zunächst verstand mich die Dame überhaupt nicht . Dann begriff sie scheinbar und ging in Richtung Küche und orderte wohl das Baguette und kam wieder zu mir zurück und fragte : Cola ? Daran hatte ich noch gar nicht gedacht , aber eine zum Baguett , warum nicht ? Ich sagte si! . Darauf guckt mich die Dame an als hätte ich gerade einen Mord begangen . Nimmt meinen Kaffee , der noch vor ihr auf den Tresen stand , guckt mich noch mal sehr strafend an und kippt meinen frischen Kaffee in den Ausguss des Spülbecken und murmelt sehr wütend : No Coffey und stellt mir die Cola hin. Ich war so überrascht , daß ich überhaupt nicht reagiert habe. Anscheinend kann sich ein Spanier nicht vorstellen, erst eine Cola und dann einen Kaffee zu trinken . Wenn ich jetzt gesagt hätte, ich wolle doch einen Kaffee , hätte mich die Dame glaub ich erschossen . Ich aß mein Baguette und musste den Kaffee nicht bezahlen.
Das Hotel fand ich relativ schnell. Abends im Restaurant war die Bedienung netter und hübscher als in dem Truck Stop . Sie lächelte mich während meines gesamten Aufenthaltes an. Verstand aber , was ich zunächst nicht merkte , kein einzige Wort , da sie überhaupt kein Englisch sprach. Ich aß eine Tortilla mit Tintenfisch , dann eine Dorade als Hauptgang und Früchte . Das ich das Eis mit Sahne nicht auch noch wollte und da das auch überhaupt nicht zum Fisch passte , verstand die nette Bedienung leider überhaupt nicht . Dazu musste sie ihren Chef holen , der mir dann noch einen Likör 43 spendierte . Es war nicht unbedingt preisgünstig , in dem Restaurant ein Menü zu bestellen . Wahrscheinlich lächelte die Dame deswegen so freundlich.
Man sollte noch erwähnen , daß ich unterwegs versucht habe an Zigaretten zu kommen . An einem Rastplatz gab es sogar einen Automaten . Ich werfe Geld dort hinein , aber es fällt durch. Nach 2 bis 3 Wiederholungen mit anderen Geldstücken , drücke ich jeden Knopf an dem Dingen , aber nichts tut nichts. Ich gehe zur Kasse , um mich zu beschweren . Der Mann dahinter erklärte mir , daß er den Automaten erst freigeben müsste und drückte an Kasse einen Knopf und danach nahm der Automat das Geld. Dies sei eine Jugendschutzbestimmung. Finde ich cleverer als unsere Lösung mit den EC-Karten.
Außerdem hab ich mich Mittags bei dem Student und der Studentin gemeldet , das ich nun in Spanien bin und morgen bei ihnen ankommen werde.
Das Frühstück war ganz gut und so machte ich mich auf , meine beiden Freunde zu besuchen . Um 13 Uhr kam ich dann immer über Schnellstraße fahrender Weise bei dem McDonalds in Alboray an , wo ich mein Handy zückte und die beiden anrief , auf das sie mich abholen mögen. Bei dieser Gelegenheit trank ich einen Kaffee . Es ist ein schönes Gefühl in Urlaub zu fahren und am Zielort erwartet und empfangen zu werden . Die beiden mussten ihren Alltag bewältigen , an dem ich die nächsten Tage beteiligt sein werde , und so ging ich auch mit in den Supermarkt einkaufen.
Danach fuhren wir etwa 10 Minuten nach Almassera , wo die beiden eine Mietwohnung hatten . Diese war erstaunlich groß. Ich bekam mein eigenes Zimmer. Hauptsächlich hielt ich mich jedoch auf dem Balkon auf und rauchte , was ich in der Wohnung nicht durfte . Wir unterhielten uns und der Studentin war sehr oft kalt. Ich weiß nicht , warum Frauen so schnell frieren . Für uns Männer kam dann per Sattelite die Samstagssportschau , von der ich mir notiert habe , daß Schalke gewonnen hat . Danach machten wir Raklet. Den späteren Abend verbrachten wir mit Romeé .
Ich hatte also mein Ziel erreicht . Jetzt musste ich 4 Tage lang mit anderen Menschen zusammenleben. Das ist für mich als Single , der schon ewig alleine lebt nicht ganz einfach . Schließlich will man sich ja nicht blamieren .
An diesem Tag befällt mich wieder meine alte Krankheit , daß ich selbst im Urlaub , wenn ich lange schlafen könnte , ungefähr zu der Zeit aufwache , wenn normalerweise dienstlich mein Wecker klingelt und ich danach auch nicht wieder einschlafen kann . So saß ich um 8.00 auf dem Balkon und rauchte , während meine Gastgeber noch schliefen . Man konnte das Meer leider nicht sehen , obwohl es nicht weit weg war . Es war so friedlich.
Der Zufall wollte es ja , daß zur Zeit meines Aufenthaltes in Valencia die Fallas stattfanden. Das ist ein lokales Volksfest , das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist . Selbst hier draußen , relativ weit weg vom Zentrum von Valencia , waren immer mal wieder Böller zu hören , die die friedliche Atmosphäre störten . Und die Abstände , in denen man innerlich zusammenzuckte , wurden im Verlaufe des Tages kürzer .
Um 13.00 Uhr machten wir uns auf , die Innenstadt von Valencia zu erkunden . Das tut hier niemand mit dem Auto , sondern man fährt Metro . Zum Glück spricht der Student sehr gut spanisch . Wir treffen uns am Bahnsteig mit spanischen Freunden . Einer davon war ein Sportler , der jeden morgen vor der Uni erst mal eine Runde im Stadion laufen geht und der hatte seine Freundin mit dabei . Außerdem war da noch eine Freundin dieser , die auch englisch sprach und sie übersetzte sie ab und zu , damit ich ohne Spanischkenntnisse auch was verstand. Das Gefühl war nicht ganz so schlimm wie in Russland , als noch erschwerend zu fehlenden Sprachkenntnissen dazu kam , daß man die Buchstaben nicht lesen konnte , aber trotzdem ist man irgendwie ausgeschlossen , wenn man beim Zuhören nichts versteht . Die für mich Fremden nahmen mich aber freundlich auf . Und die Dolmetscherin gefiel mir auch optisch
Kennen Sie die Bilder aus Tokio , wenn Menschen sich in eine U-Bahn drängen , die eigentlich schon voll ist und sich die Menschen wie Sardinen in ihrer Büchse fühlen ? Stellen Sie sich die Metro hier genauso voll vor. Ich muß sagen , ich hatte einen leichten Anflug von Klaustrophobie . Nur wurde das Gedränge nicht besser , nachdem wir den Zug verlassen hatten . Alles was in Valencia laufen konnte , schien auf das selbe Ziel hinzusteuern wie wir, wobei ich nicht so genau wusste , was mich denn nun erwarten würde . Eigentlich wollten wir auf einen zentralen Platz , aber es so voll , daß wir in einer Seitengasse bleiben musste , was den Vorteil hatte , daß ich nicht so weit laufen musste . Ich hatte keine Ahnung , wie lange mein Rücken schmerzfrei blieben würde.
Man hatte mir von einem Feuerwerk erzählt , was nur bedingt Sinn macht , da es Mittags und taghell war . Ich hatte nicht mit dem Erfindungsreichtum der Einheimischen gerechnet , denn die machten ein Feuerwerk ausschließlich für das Gehör . Die Dolmetscherin mahnte noch, bevor es losging , daß man den Mund einen Spalt offen lassen soll , da sonst durch den Schalldruck das Trommelfell kaputtgehen könnte . Da ich ja Erfahrung mit diversen Manowarkonzerten hatte , die sich selbst als die lauteste Band der Welt bezeichnen , sah ich dem halbwegs gelassen entgegen . Aber dieses Spektakel auch wenn es nur 10 Minuten dauerte war lauter und es steigerte sich im Verlauf . Und der Schall potenzierte sich durch die Hauserschlucht . Es tat am Ende weh , so laut war das.
Wir unterhielten uns vor und nach dem Ohr-Feuerwerk auf Spanisch und Englisch , meistens jedoch mit Gebärdensprachen also Hände und Füße. Wenn irgendwer anfängt Spanisch zu reden , kann ich nur staunend daneben stehen und verstehe kein Wort. Auf dem Rückweg ist die Metro nicht ganz so voll . Ich war nun 1,5 h auf den Beinen ohne mich zu setzen und der Rücken hielt. Klar tat er weh , aber ich nicht dieses Gefühl , in der Mitte durchzubrechen . Diesen typischen Schmerz hatte ich nicht. Nach diesem Ausflug war erst mal Siesta angesagt .
Um 17.00 Uhr machten wir uns dann auf zum Strand und ich fuhr mit meinem Auto quer durch Valencia , in der doch ein anderer Fahrstil vorherrscht als in Deutschland nicht ganz so schlimm wie Istanbul oder Kairo aber Verkehrsregeln sind mehr Empfehlungen als Gesetzte . Dummer Weise essen die Spanier recht spät , so daß die Restaurants erst um 20.00 Uhr oder noch später aufmachen . Ich war noch vom Frühstück und hatte ziemlich Appetit. Am Strand war zwar ein Restaurant , welches aber wohl gerade schloß und die Bedienung war ziemlich unfreundlich .
Wir entschlossen uns dazu , die Reste des Raklets von gestern zu verspeisen. Dann muß ich noch erwähnen , daß die Parkbuchse am Strand durch Holzbalken markiert waren und ich beim einparken wohl etwas zu stark eingelenkt hatte , so daß sich beim Rückwärtsfahren dem beabsichtigten Verlassens der Parkplatzes das Vorderrad mit dem Holzbalken verkeilte . Das nahm der Schutz über der Felge krum. Nur durch den Einsatzes eines Hebels einen Schraubenschlüssel , den ich erst mühsam im Kofferraum suchen musste und der Hilfe des Studenten wieder frei zu bekommen war. Dieser Tag hatte mich ziemlich geschlaucht
Heute befiel mich die Krankheit nicht und ich schlief bis 10.30 Uhr. Die Planung sah eigentlich vor , daß ich heute in das große Aquarium das Ozeanografic gehe. Das hatte ich mir zu Hause am grünen Tisch überlegt . Der gestrige Tag hat mich aber so geschlaucht , daß ich davon Abstand nahm .
Gegen 17.00 Uhr machen wir dann aber doch mal auf , den Vorort ein wenig zu erkunden , um auch mal aus der Wohnung rauszukommen . Ich musste wieder laufen , aber auch das ging erstaunlich gut . In Almassera war aber nichts mehr los . Wir fand zwar die Holzpuppe des Vorortes vor , aber ansonsten war der Marktplatz leer . Diese Holzpuppen baut jeder Stadtteil . Am Ende der Fallas prämiert eine Jury die schönsten , die dann angezündet werden . Das ganze ist also eine Mischung aus Karneval und Osterfeuer .
Wir aßen noch zu Abend es gab sehr gute Spaghetti Bolognese , die die Studentin gekocht hatte .

Das eigentlich Highlight meines Aufenthaltes folgte später am Abend . Gegen 23.00 Uhr machten wir uns zur Metro . Der Schalter , der mir eine Fahrkarte verkaufen sollte , weil ich Gegensatz zu den beiden Gastgebern keine Monatskarte besaß , hatte bereits geschlossen . Die Metro selbst war dann erstaunlich leer . Die spanischen Freunde der Studenten stiegen bald zu. In der Stadt war dann wieder laufen angesagt und diesmal etwas weiter als am gestrigen Tag , aber dafür zumindest am Anfang mit weniger Gedränge . Wie erreichen einen Platz . Es sind sehr viele Menschen unterwegs , die aus allen Himmelsrichtungen des Globus nach Valencia gekommen waren . In unser unmittelbaren Nähe waren Mexikaner , Farbige und Iren . Wir warten darauf , daß die Puppe , die auf den ersten Platz gewählt wurde , verbrannt werden würde. Die Kommunikation wurde auf Englisch und Spanisch geführt . Der Sportler übersetzte zwischendurch , so daß ich ein paar Brocken verstehen konnte , auch wenn sein Englisch nicht das beste war. Die Sprachen des Globus waren wie einst in Babylon zu hören und es war , als wäre die Weltgesellschaft schon gelebte Wirklichkeit . Alles war friedlich und die Menschen freuten sich einfach auf das Spektakel .
Um 1.00 Uhr begann dann ein ähnlicher Krach wie gestern auf dem Platz , was diesmal nicht ganz so unvorbereitet kam . Dann wurde die gut 20 m hohe Puppe in Brand gesetzt , was sehr schnell geschah , so daß vermutlich Brandbeschleuniger benutzt wurden . Das nun folgende Event würde es in einer deutschen Stadt nie geben . Es wurde ziemlich warm durch das Feuer und ein beträchtlicher Funkenflug setzte ein . Das war passiert aber auf einem Platz mitten in der Innenstadt , mit ein paar Bäumen und Häuser drum herum . Nach deutschen Brandschutzbestimmung nicht durchführbar . Hier störte das niemanden , sondern man nahm jubelnd zur Kenntnis , wenn Teile der Puppe in sich zusammenbrachen . Das ganze Event dauert etwa 20 Min.
Um
1.45 sind wir wieder in der Metro , die uns nach Almassera bringt . Um 3.00 Uhr
fallen sich wieder komplett platt ins Bett .
Mein Aufenthalt , für den 2200 Uhr Kilometer gefahren bin , endet heute nach 2 vollen Tagen schon wieder . Nachts um 3.00 im Bett stehe ich nun um 7.00 Uhr auf. Endlich wieder alleine und ich kann meinen Rhythmus wieder leben , der mich zunächst zum Oceanografic führt , was ich mir unbedingt noch angucken wollte auch wenn ich heute ähnlich platt bin wie gestern morgen .
Zum Vergleich hatte ich noch die Bilder des großen Aquariums aus Genau vom letzten Urlaub im Kopf . Der erste Unterschied war , daß ich das Ozeanografic unstrukturiert aufgebaut fand . Ich hab auch kurz nachdem den Eingang den falschen Weg genommen und somit den Schluß des Rundganges zuerst gesehen . Dafür ist das futuristische Design des Oberflächengeländes wesentlich schöner als der Wassertank von Genua. Und ich glaube , es war auch größer . Es gab Robben , Delfine , Seeelefanten und sogar Belugas zu bestaunen . Wobei ich finde , daß Belugas , die für die Inuit heilige Tiere sind , nun wirklich nichts in einem Aquarium zu suchen haben . Bei den anderen Tieren wie Haien , Riesenkrabben , Pinguine und des zahlreichen kleinen Fischen hatte ich da weniger Bedenken . Es gab auch Rochen , die man aber leider nicht streicheln konnte wie in Genua. Ein paar Wasservögel wie Flamingos rundeten das Bild ab . Der Aufenthalt hat mir selbst gefallen ..

..Jetzt war in wieder in Urlaub und 2 Stunden on Foot und der Schmerz im Rücken kam nicht ...Nun war ich wieder glücklich.
Ich verabschiedete mich von Valencia in dem McDonalds von Alboray , wo der Aufenthalt hier begann . Für heute hatte ich mir eine Strecke von 248 km vorgenommen , wo in dem gleichen Hotel zu übernachten wie auf der Hinfahrt , nämlich in Vila Seca. Die Fahrt sollte nach Routenplaner nur 2,5 h dauern . Das wäre mir entgegengekommen , weil ich etwas Schlafdefizit hatte . Aber ich mache einen Fehler und beschließe , die Küstenstraße und nicht die Schnellstraße zu fahren. Denn viele LKWs , die Maut sparen wollten , kamen auf die gleiche Idee und diesmal war nicht ich , sondern diese Transporter das Verkehrshindernis.

Unterwegs mache ich nochmals Rast , trinke einen Kaffee und esse ein Thunfisch-Baguette . Ich beobachtete Fernfahrer , die einen Espresso tranken , der bis zum Tassenrand mit Milch aufgefüllt war . Auch ich versuchte mir ein solches Getränke zu bestellen , scheiterte aber , als ich Espresso con Leche (mit Milch) bestellte , gab man mir eine große Kaffeetasse mit Milch mit Kaffee .
Trotz Kaffee schlich sich langsam die Müdigkeit ein . Dazu kam ein fieser Seitenwind , als sich die Küstenstraße verließ gefrustet durch die LKWs . An der Mautstelle fahre ich vermutlich aufgrund der Müdigkeit zu nah an die Begrenzungsmauer , als ich mir ein Ticket kaufen will . Die eh schon ledierte Radkappe bekam noch einen Schlag . Und die andere Seite kriegt auch noch was ab. Ich frage mich , ob das ziehen nach innen , daß mein Auto auf der Bahn machte , nun vom Wind kam , der heftig blies , oder ob die Spur des Wagens durch das Touchieren einen weggekriegt hat .
Später mache ich nochmals Pause , weil ich fast eingepennt wäre . Ich trinke noch einen Espresso . Es ist jetzt nicht mehr weit bis Vila Seca . Ich esse ein weiteres Baguette , um einen Vorwand zu haben , nicht weiterfahren zu müssen . Auch nach Beendigung der Speise bleibe ich noch eine halbe Stunde auf dem Parkplatz . Ich habe Angst vor Sekundenschlaf . Aber es sind nur noch 50 Km wahrscheinlich eher weniger . Und das Hotel ist gebucht ....Auch die Musik kann mich kaum wach halten , obwohl ich sie deutlich lauter gestellt hatte und auch auf Metal umgestiegen bin .
Ich finde das Hotel und steige aus meinem Auto aus und das sagt es : Ratsch und ich merke , wie Wind an meinen Hintern kommt . Die hintere Naht war aufgerissen . So völlig abgebrannt müde bis Polen schleppe ich mich die Lobby des noblen Hotels und ordere ein Raucherzimmer , wobei mich wundert , daß sie mich nicht sofort wieder rausgeschmissen haben . Für Restaurant war ich zu müde und fiel platt ins Bett , ohne zu Abend zu essen .
Das Frühstück , das ich am diesem Morgen genoss, war ganz gut und etwas verspätet , da ich bis 9.00 Uhr schlief. Mein Ziel für heute war das Dali-Museum in Girona. Ich folgte brav meinen Routerplaner durch Barcelona. Die am heimischen PC ausgedruckte Route gab vor über die Dörfer zu fahren , da ich Mautstellen umgehen wollte. Das ging solange gut bis eine Baustelle die dem Planer nicht bekannt war mich davon abhielt , meinem Kurs zu folgen und prompt verfahre ich mich. Es dauert gut eine halbe Stunde , bis ich den Weg wiedergefunden hatte und staunte dann nicht schlecht , als ich in Callela ankomme , weil ich wusste , das liegt am Meer und überhaupt nicht auf meiner Route. Jetzt hatte ich mich nicht wie ich annahm völlig verfahren , sondern der heimische Rechner hatte tatsächlich diesen Weg vorgesehen , was wohl an Mautstellen liegen könnte. Faktisch war das jedoch ein völliger Umweg.
Zu lange geschlafen und dann noch über Dörfer und dabei auch noch verfahren . Mein Zeitplan geriet gefährlich ins Wanken. Ich entschließe mich nicht länger Sklave des Plans zu bleiben und auf eigene Faust die kürzere Strecke über die Schnellstraße zu nehmen und um 14.00 auf die AP7 abzubiegen . Trotzdem komme ich erst um 15.30 beim Museum an. Es liegt mitten in der Innenstadt von Girona. Einen Parkplatz musste man sich innerhalb der engen und verwinkelten Gassen einer südländischen Altstadt suchen . Spontan entscheide ich , daß Museum als eigentlich geplantes Highlight für heute auszulassen , denn erstens war die Zeit zu knapp und zweitens hatte ich glaub ich berechtigt Angst um mein Auto .
Nun musste ich wieder dem Routenplaner folgen , da dieser den Weg zu meinem Hotel kennt . Er führt mich zu den Ausläufern der Pyrenäen in ein Bergdorf , was eher an Österreich als an Spanien erinnert. Viele Touris und Busse sind dort , wo ich die Grenze nach Frankreich überfahre. Es herrschte schon seitdem ich auf Valencia weg bin , ein ziemlicher Wind , der sich auf den Schnellstraßen als böiger Seitenwind unangenehm auf die Spurtreue meines Peugeot auswirkte . Doch als ich die Grenze überfuhr und nun in Serpentinen in ein Tal hinabfuhr , war richtiger Orkan. Immer wieder hatte ich mich gefragt , ob die Lenkung meines Autos einen Schlag weggekriegt hat , da der Wagen , kaum daß ich 100 Km/h erreichte , gnadenlos in die Mitte zog. Aber , als ich an einem Parkplatz anhalte , um meine Blase zu leeren und ich die Tür des Autos nicht aufkriege , weil der Wind darauf steht , weiß ich , es liegt wahrscheinlich doch am Wind. Es bedurfte auch der Serpentine auch keiner 100 , um vom Kurs abzukommen . Langsam schlich die Kurven entlang , um nicht in die Schlucht geweht zu werden
Als ich die Schlucht überwunden hatte , brauchte ich erst mal eine Pause und kehrte nun wieder in der Zivilisation befindlich bei McD ein und fuhr anschließend die D900 weiter. In Perpignan so meinte der Plan müsse ich einfach nur der N9 folgen . Das Problem war , die Straße gab es nicht. Zweimal bin ich quer durch die Stadt gekurvt , um sie zu finden , aber sie existiert einfach nicht. Ich beschließe , die D900 weiter in Richtung Narbonne zu fahren, das war wenigstens der Luftlinie nach richtig. Sicherheitshalber frage ich an der ersten Tankstelle nach dem Weg ...leider sprach der Mann nur französisch , aber ich meinte verstanden zu haben , daß der Weg wohl richtig sei. Auch wenn die Bezeichnung N9 niemals auftauchte , waren die Angaben , die von dieser Straße zum Hotel führten , korrekt.

Das Hotel liegt einfach nur traumhaft am Meer . Strand , Straße und Hotel . Ich verhandele mit der Rezeption , daß sie mein Zimmer was vorgebucht war gegen eins mit Meerblick und Balkon tauschen . Gegen Aufpreis versteht sich . Der Wind ist ziemlich kalt , aber der Balkon ist verglast , so daß ich mich dort rauchenden Weise gemütlich ausruhen kann . Ich sitze nur da und schaue aufs Meer . Und nirgendwo eine Menschenseele. Völlig Ruhe bis auf das Rauschen des Meeres und den Pfeifen des Windes , der den Sand am Strand aufwirbelt . Im Hintergrund ist ein kleiner Leuchtturm. Wunderschön ...vielleicht schöner und aber irgendwie nicht weniger surreal als die Bilder von Dali .
Als es dunkel wird und ich nichts mehr sehe , gehe ich ins Restaurant und esse einen Salat mit Meeresfürchten , der mit Balsamiko angemacht war . Ungewöhnlich aber lecker . Als Hauptgang gönnte ich mir Mixed Fish , wobei ich versäumte zu fragen , ob es sich bei dem Fisch um Filet handeln würde . Das tat es nämlich nicht und so wurde das Essvergnügen durch die vielen kleinen Gräten gestört . Richtig lecker war der Schwertfisch der ja auch keine Gräten hat. Den Käse als Nachtisch hab ich gegen 2 Kugeln Eis mit Sahne eingetauscht . Ich ging dann nächtigen. Der Ort heißt übrigens Port La Nouvelle ...
Heute hab ich es geschafft , meinen Langschlafrekord im Urlaub zu übertreffen und bis 9.30 zu pennen . Es gab trotzdem noch Frühstück , was aber nicht sonderlich gut war. Dann über die nächste Tankstelle weiter mit dem Wagen in Richtung des heutigen Etappenziel , Limoges. Das Auto macht immer noch starke Probleme. Sobald ich die 100 Km/h Grenze überschreite , drifte das Auto weg , meistens in Richtung Mitte der Fahrbahn . Der Wind war immer noch da , aber kann das alleine daran liegen ? Ich habe das Gefühl , als führe der Wagen instabil .
Ich halte an und untersuche den Wagen . Zunächst die Räder , dann die Frontpartie , aber nichts zu finden . Ich lege mich auf den Boden , und schaue unters Auto. Nichts zu finden. Vielleicht sind die Stabilisatoren hin ? Ich weiß nicht, finde aber nichts und setze meine Fahrt mit bekannten Problemen fort.
Der Routenplaner hat wieder eigene Pläne , aber ich folge der Autobahn , was zwar Maut kostet , aber so erreiche ich Toulouse relativ schnell . Nach Toulouse taucht das Problem , daß der Wagen nach innen zieht , einfach nicht mehr auf und ich kann die gesetzlich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 130 Km/h auch tatsächlich fahren . Der Wind hat auch nachgelassen . Unterwegs halte ich an einer Raststätte und esse meinen Lieblingsnachtisch : Echten Flan . Die Bedienung war sehr freundlich . Um zu dem eigentlich Highlight dieser Etappe zu kommen , muß ich bald die Schnellstraße verlassen und über eine Bergpiste fahren . Hier ist Frankreich wirklich so , wie man sich als Deutscher Frankreich vorstellt . Schöne Landschaft , vereinzelt ein aber Bäume , die eher klein sind , ab und zu ein für deutsche Maßstäbe abbruchreifes Bauernhaus und ansonsten sehr viel grün . Ich war jetzt im Land von Volvic . So schön wie das ja auch ist , man kommt aber nicht von der Stelle und ich wollte dieses Mal wirklich mal das Highlight sehen .
Dieses Highlight sind nämlich die Höhlen von Lascaux und darauf freue ich mich schon den ganzen Urlaub . Ich bin erst um 17.00 Uhr an den Höhlen , aber es gibt noch eine Führung Glück gehabt. Diese Höhlen sind für die Felsmalereien weltberühmt und Teil des Weltkulturerbes. Bei Höhlenmenschen mag man an primitive Wesen denken , die gerade erst den aufrechten Gang gelernt haben und so Zeichnungen eher für symbolische Dinge wie Strichmännchen halten . Weit gefehlt , denn in dem Nachbau der Höhlen zum Glück musste ich nicht in eine echte Höhle , denn ich neige etwas zur Klaustrophobie waren richtig gute und perspektivisch korrekte Zeichnungen von Tieren zu sehen . Oft auch übereinander und ich muß sagen , die Höhlenmenschen können besser zeichnen als ich. Die Führung war in Englisch d.h. eigentlich französisch , aber wir waren nur 3 Teilnehmer und die Führerin war so freundlich , das wichtigste auch auf Englisch zu übersetzen . Deutsch konnte sie nicht. Die Dame war dann völlig erstaunt , als ich fragte , ob das nun Neandertaler oder Homo Sapiens waren , die die Zeichnungen gemacht haben. Das ein Touri den Unterschied überhaupt kennt , war für sie ungewöhnlich. Sie erklärte mir dann , daß die sogenannten Cro Magnon Menschen also Homo Sapiens Sapiens diese Bilder erschaffen hätten . Ich fand aber nicht nur die Zeichnung beeindruckend , sondern war auch stolz auf mich, daß ich eine englische Führung verstand.
Der Weg zum Hotel entwickelt sich zu einem Kampf gegen die Dunkelheit . Denn von Straßenlaterne haben die Menschen hier draußen noch nie was gehört und ich musste ja noch mein Hotel finden mit Hilfe des Planers. 2 Mal muß ich anhalten an Tankstellen und nach dem Weg fragen , weil ich keine Straßenschilder lesen konnte. Ich bin noch bei McD eingekehrt , um einen Mc Bacon zu verspeisen . Den gibt es in Deutschland ja nur höchst selten .
Das Hotel ist die letzte Kaschemme . Das Entrecote , daß ich zum Abendessen hatte , hätte ich zu Hause zurückgegeben . Aber hier machte es keinen Sinn sich zu beschweren , weil die Bediensteten sich weigerten , englisch zu verstehen . Für dieses Stück Fleisch hat man mir 18 abgenommen . Immerhin sind die Preise auf europäischen Niveau. Der Wein ging eigentlich und der Espresso als Abschluss war sehr gut.
An diesem Morgen hab ich meine Krankheit endlich vollkommen überwunden und so lange gepennt , daß das Frühstücksbufett schon geschlossen hatte , als ich ins Restaurant gehen wollte. Das war aber angesichts des miserablen Abendessen vielleicht auch ganz gut so. Immerhin bekam ich noch einen Kaffee. Wegen dem entgangenen Frühstück kaufte ich an der Tankstelle nicht nur Diesel , sondern auch ein Thunfischbaguette und fuhr die Schnellstraße nach Chatouraux und weiter die N151 entlang. Das Thermometer zeigt jetzt nur noch 5 Grad an kein Vergleich zu den 20 aus Valencia. Gegen 15.00 mache ich Halt an einer urigen französischen Kneipe. Ich aß Faux-Filet mit Frites. Ein ältere Herr , der bestimmt den letzten Weltkrieg noch live miterlebt hat , bedient mich. Er sprach natürlich kaum englisch . Ein paar Wörter , mehr nicht . Er fragt mich, woher ich komme und ich antworte : Germany ! und er war erstaunt , daß ein Deutscher englisch spricht. Und dann verschwand er in seiner Küche . 15.00 ist etwas spät für Plat du Jour , aber er warf trotzdem noch mal seinen Ofen an . In der Zeit nahm ich Blickkontakt mit dem Hund des Hauses auf , der auch zurückblickte , dann aber seinen Kopf wieder Richtung Küche abwendete , wo sein Herrchen wohlriechenden Dinge zubereitete . Ich kann nicht sagen , was das für eine Rasse war. Etwas kleiner als ein Schäferhund , längeres Fell und deutlich größer als ein Dackel. Und der Hund war ganz lieb.
Ich bekam dann mein Essen , was bodenständig und reichhaltig war und dazu noch schmeckte . Am Fleisch war allerdings eine Sehne , die ich auf dem Teller gelassen habe . Der Wirt schien zu merken , daß mir der Hund gefiel und er ging als er meinen Teller abgeräumt hatte zum Napf des Hundes und gab ihm meine Reste . Der Hund freute sich sichtlich und da lächelte ich den Wirt an. Ab da war der Wirt sehr freundlich und verabschiedete mich schließlich mit Handschlag und besten Wünschen für meine weitere Reise.
Mein Ziel war heute Vezelay , eine alte Basilika , die schon zu Zeiten der ersten Kreuzzüge gestanden haben soll und aus dem 11. Jahrhundert stammt. Zeit der Tempelritter wie mir sofort klar war. König Löwenherz soll auch schon mal dort gewesen sein. Eine Basilika baut man traditionell am höchsten Punkt eines Ortes . Ich hab also , nachdem ich die Stadtmauer passiert hatte , meinen Wagen auf dem Parkplatz abgestellt und bin zur Kirche hochmarschiert . 200m ziemlich steil bergauf. Ich bin zwar schon auf der Hälfte des Weges völlig fertig , aber mein Rücken meldete sich nicht mit den typischen Schmerzen . Ich habe auch den Verdacht , daß der Schmerz , der sich kurz vor Ende der Anhöhe doch meldet , eher von den Hüften kommt . Oben , vor der Basilika , ist natürlich ein Parkplatz mit ausreichend freien Plätzen .

Ich gehe also nun in dieses uralte Gemäuer und staune nicht schlecht , als ich lese , daß diese Basilika , Maria Magdalena geweiht ist . Noch mehr staune ich , als ich bemerke , daß es eine Krypta gibt , in die ich herunter gehe. Dort kniet ein Mann vor einem Schrein , bekreuzigt sich und geht an mir vorbei. Erst da kann ich sehen , daß in dem Schrein Reliquien von Maria Magdalena sind . Ich entgegen sonstiger Gewohnheit bekreuzige mich auch und spendete oben eine Kerze .
Ich wusste davon vorher wirklich nichts und um so mehr war ich erstaunt . Maria Magdalena ist ein ganz wichtige Figur des neuen Testamentes wenn ich sage die wichtigste krieg ich ärger wegen Ketzerei. Da ich ja ein Fan von Verschwörungstheorien bin , bin ich natürlich auch ein Fan von Dan Brown und seinem Meisterwerk Sakrileg. Es gibt die alte These , daß Maria Magdalena ein Kind von Jesus bekommen hat und nach der Kreuzigung nach Südfrankreich geflüchtet ist . Dort soll nun eine Blutlinie Jesu existieren , was die Kirche vehement bestreitet . Das Wissen um diese Blutlinie soll der wahre heilige Gral sein ...Und auch die Tempelritter so eine weitere These verehrten Maria Magdalena als Sophie Weisheit weil das ein Anagramm zu Baphomet im griechischen ist. Eine Menge Legenden ranken sich darum . Vor allem die Gralssucher sind davon sehr inspiriert .
Für mich ist sie einfach deswegen eine wichtige Figur , weil sie eben gerade nicht so makellos ist , aber trotzdem oder auch deshalb von Jesus zu seiner Frau auserwählt wurde und schließlich ist er ihr nach der Auferstehung auch als erstes begegnet. Es gibt nicht wenige Religionswissenschaftler, die meinen, daß Christum als eine Religion des Friedens und der Liebe eine weibliche Erfindung sei und eben hauptsächlich durch die Ideen von Maria Magdalena geprägt wurde .Einfach gesagt , sie ist meine Heilige ...Und vor ihren Reliquien durfte ich stehen . Das bewegt mich jetzt noch , aber an diesem Tag war ich sehr ergriffen . Das war ein spirituell sehr wichtiger Tag für mich.
Das heutige Hotel war in Troyes und dort hab ich jetzt zum 3. Mal übernachtet , auch wenn es mittlerweile ein No-Smoker-Hotel ist , wie das jetzt in Frankreich wohl Gesetz ist. Ich esse in dem Lokal an der Ecke , wie in den Jahren zuvor auch und zwar wieder den Lachs und er ist wieder sehr gut. Anschließend bekomme ich einen Cafe Petit den man auch hier mittlerweile Espresso nennt und ein Stück Schokolade. Aber nicht irgendein Stück , sondern 70% Edel-Schokolade . Die Franzosen haben halt Stil und wissen , was richtig gut schmeckt.. Aber meine Seele feiert , denn ich habe ein spirituelles Zuhause gefunden ...Vezelay.
Heimreise ...